Das Schaezlerpalais in Augsburg ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Der Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 ist in besonderer Weise dem Thema „Gemeinsam Denkmale erhalten“ gewidmet. Unter diesem Motto locken auch rund 60 geöffnete Denkmale nach Augsburg. Dazu gehört auch das Schaezlerpalais in der Maximilianstraße 46, ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, das von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr mit einem vielseitigen Programm für Groß und Klein geöffnet ist. 

BY_Augsburg_Schaezler_Palais_Garten_Schi_27-2-2016__DSC02223 Das Schaezlerpalais in Augsburg ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Freizeit News Augsburg Schaezlerpalais | Presse Augsburg
Schaezlerpalais in Augsburg, Gartenseite © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schirmer

Außergewöhnlich sind die beiden Sonderführungen zu den Blitzableitern und Supraporten von Joseph Christ aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts, einem Forschungs- und Restaurierungsprojekt der Altaugsburggesellschaft, die um 11.30 Uhr bzw. um 14.30 Uhr beginnen. Bei einer Führung um 11.00 Uhr werden die Deckenfresken im Festsaal erläutert. Eine Kinder- und Familienführung um 11.30 Uhr ist der Ausstellung Rendezvouz der Künstler gewidmet, die um 13.00 Uhr für ein allgemeines Publikum wiederholt wird. Die Führung zu Barockgalerie, Festsaal und Staatsgalerie mit Heidemarie Hurnaus, Corina Arndt und Nicole Hofmann beginnt um 14.00 Uhr. 

Das Schaezlerpalais in Augsburg zählt zu den hochrangigsten Zeugnissen bürgerlichen Bauens in Bayern. Es wurde von 1765 bis 1770 nach Plänen des kurfürstlich-bayerischen Hofoberbaudirektors Karl Albert von Lespilliez für den Augsburger Bankier Benedikt Adam Liebert von Liebenhofen erbaut. Es ist mit seinen Elementen barocker Palastarchitektur eines der schönsten, vollständig erhaltenen Stadthäuser der Augsburger Oberschicht des 18. Jahrhunderts. Der Hauptraum des Komplexes ist der 1766/1767 entstandene große Festsaal. Mit dem Deckenfresko von Gregorio Guglielmi, den Roccaile-Ornamenten, Spiegelrahmen und Deckenlüstern sowie den Stuckarbeiten von Franz Xaver Feichtmayr des Jüngeren gehört er zu den bedeutendsten kunstgeschichtlichen Leistungen seiner Zeit. 

Im Palais, in dem 1770 festliche Empfänge für Marie Antoinette bei ihrer Durchreise auf dem Weg von Wien nach Paris stattfanden, sind heute die deutsche Barockgalerie, verschiedene Sammlungen und Sonderausstellungen untergebracht. Von hier aus führt auch ein direkter Zugang zur Staatsgalerie Alter Meister in der Katharinenkirche. 

Eine zweckgebundene Spende an die DSD ermöglichte vor 20 Jahren umfangreiche Untersuchungen und Recherchen – insbesondere auf dem riesigen Dachboden –, bei denen unerwartet viele Details an Rahmen und Konsoltischen gefunden wurden, die eindeutig bestimmten Räumlichkeiten zugeordnet werden konnten. 

Das Schaezlerpalais, das die Urenkel des Erbauers – Dr. Wolfgang Freiherr von Schaezler und seine Frau – der Stadt mit der Auflage schenkten, es niemals zu verkaufen und ausschließlich kulturell zu nutzen gehört zu den 13 Denkmalen, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Augsburg fördern konnte. Zu den dort am Tag des offenen Denkmals geöffneten Förderprojekten gehören auch das Steinerne Häuschen, St. Anton und St. Georg sowie die Augsburger Prachtbrunnen. (pm)

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