Das Trainerkarussell in der Bundesliga dreht sich wieder

Erst kürzlich machte der FC Augsburg mit der Freistellung von Martin Schmidt die siebte Trainerentlassung der laufenden Saison perfekt. Jahr für Jahr nimmt das Trainerkarussell in der Bundesliga neu Fahrt auf. Statistisch gesehen, wechselt jeder zweite Verein pro Saison den Mann an der Seitenlinie. Auch in dieser Saison musste schon so mancher Übungsleiter seinen Posten räumen. Wir werfen einen Blick auf die Trainerentlassungen der bisherigen Saison.

 

Der FC Bayern macht den Anfang

Eigentlich gehören die Trainer den Abstiegskandidaten traditionell zu den ersten „Traineropfern“ der Saison. Umso überraschender, dass in dieser Spielzeit der FC Bayern München als erster Verein aktiv wurde. Andererseits war vorauszusehen, dass Niko Kovac die Saison beim Rekordmeister nicht überleben wird. Zwar gewann er letztes Jahr das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg, allerdings schaffte er es nicht, ein überzeugendes Spielsystem zu implementieren. Zudem soll die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer einfach nicht gepasst haben. Am 3. November zogen die Verantwortlichen dann die Reißleine und präsentierten Hansi Flick als Nachfolger. Wie die Quoten der Sport Wetten zeigten, konnte sich Bayern nach dem Wechsel nicht nut im DFB-Pokal, sondern auch in der Meisterschafft beweise. Hier hat der Trainerwechsel auf jeden Fall gefruchtet.

Köln und Mainz ziehen (fast) zeitgleich nach

Die nächsten beiden Trainerwechsel erfolgten dann bei zwei Teams aus dem Tabellenkeller. Am 9. November setzte der FC Köln einen Schlussstrich unter die missglückte Zusammenarbeit mit Achim Beierlorzer und nur einen Tag später zog der FSV Mainz nach, indem man sich von Sandro Schwarz trennte. Mit den Plätzen und 17 und 16 befanden sich beide Teams zu jenem Zeitpunkt in akuter Abstiegsgefahr. Nur gut eine Woche später heuerte Beierlorzer dann bei Mainz an, mit denen er allerdings immer noch im Tabellenkeller festhängt. Der FC Köln hingegen scheint mit Markus Gisdol genau den richtigen Mann gefunden zu haben. Immerhin konnte der FC in der Rückrunde durchaus überzeugen.

Chaos beim „Big City Club“

Hertha BSC ist mit ganz großen Ambitionen in die Saison gestartet. Nachdem bekannt wurde, dass mit Lars Windhorst ein finanzkräftiger Investor bei der „Alten Dame“ eingestiegen ist, wurde auch auf dem Transfermarkt ordentlich investiert. Hertha sollte zum „Big City Club“ aufsteigen. Nach dem 2:2 zum Auftakt gegen die Bayern ist die Euphorie allerdings schnell verflogen. Nach der 4:0 Niederlage gegen den FC Augsburg am 12. Spieltag zogen die Verantwortlichen die Reißleine und zauberten mit Jürgen Klinsmann eine überraschende Lösung aus dem Hut. Allerdings konnte auch der ehemalige Teamchef der Nationalmannschaft keine Konstanz in die Mannschaft bringen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion verließ er den Verein und sorgte für ein riesiges Chaos bei den Berlinern. Nicht Wenige fühlen sich bereits an die Chaoszeiten des HSV erinnert. Daraufhin lag es an Alexander Nouri, mit der Hertha die Klasse zu halten.

Düsseldorfs Eiertanz mit Funkel

Schon in der vergangenen Saison wollte sich Fortuna eigentlich von Trainer-Guru Friedhelm Funkel trennen, doch ein Veto der Mannschaft soll die Führungsriege zum Umdenken angeregt haben. Für seine Leistungen mit der Fortuna wurde Funkel kürzlich sogar zu Deutschlands Trainer des Jahres ausgezeichnet, doch nur wenige Stunden später trennte sich der Verein dann doch von dem Übungsleiter, nachdem man bis auf den letzten Tabellenplatz zurückfiel. Mit Uwe Rösler übernahm ein nicht minder legendärer Trainer Funkels Posten bei Fortuna Düsseldorf.

Herrlich feiert Debüt

Die letzte Trainerentlassung der Saison hat der FCA getätigt. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge hatte die Führungsetage genug und beendete die Zusammenarbeit mit Martin Schmidt. Wann der neue Trainer Heiko Herrlich sein Debüt feiern kann, steht momentan noch in den Sternen. Wir sind gespannt, ob Herrlich die Leistung der Mannschaft steigern können wird.