Zweikampfstärke, läuferische Klasse, bärenstarke Defensivarbeit – das hat der EV Füssen in dieser Saison schon oft gezeigt und damit in zehn von 13 Partien gepunktet. Im vorgezogenen Auswärtsspiel bei den Starbulls Rosenheim war davon diesmal nicht viel zu sehen, die Gastgeber siegten auch in der Höhe verdient mit 9:0 (1:0, 2:0, 6:0). Waren die Ostallgäuer zwar von Beginn an unterlegen, so stellte die Verletzung von Torhüter Andreas Jorde in der 33. Minute beim Stande von 2:0 noch einen zusätzlichen negativen Höhepunkt dar.Rosenheim-EVF Das war deutlich | EV Füssen kassiert Schlappe in Rosenheim - Torhüter Jorde scheidet verletzt aus mehr Eishockey News Ostallgäu Sport EV Füssen Starbulls Rosenheim | Presse Augsburg

War es für die fast alle berufstätigen Füssener Spieler der ungewohnte Spieltermin an einem Mittwochabend? Forderten nun die kraftraubenden Begegnungen der letzten Wochen ihren Tribut? War das schwache Aufbauspiel, welches vor allem in Überzahl immer wieder sichtbar wurde, dem kurzfristigen Fehlen der Verteidiger Lubos Velebny und Max Dropmann geschuldet? Auf jeden Fall konnte der EVF an das Niveau der letzten Vorstellungen nicht anknüpfen und sah sich von den starken Gastgebern von Anfang an in die Defensive gedrängt. Dank Andreas Jorde wurden alle Versuche der Starbulls aber zunächst entschärft. Nicht zwingend war in der 14. Minute die Führung, als Zick kurz nach Ablauf einer Strafzeit nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Den zweiten Abschnitt begannen die Schwarz-Gelben mit viel mehr Druck, hatten durch Marc Besl und Eric Nadeau zwei große Chancen zum Ausgleich. Als man aber zum zweiten Mal in Unterzahl geriet, traf zunächst Draxinger die Latte, kurz darauf staubte Daxlberger nach einem Schuss von der blauen Linie zum 2:0 ab. Bis zur 33. Minute musste Andreas Jorde gleich mehrmals den dritten Gegentreffer verhindern. Dann fuhr SBR-Stürmer Bucheli in den Füssener Goalie, welcher mit der Trage vom Eis gebracht werden musste. Ersatzmann Benedikt Hötzinger wurde eingewechselt. Füssen war danach wieder besser im Spiel, hatte nach einem Solo von Marc Hoffmann die Chance zum Anschluss, nach einem Bandenfehler stand zudem Marc Besl plötzlich mit der Scheibe vor dem freien Tor, war für einen platzierten Abschluss aber zu überrascht. Doch passend zum Spielverlauf bis dahin kassierte man durch einen späten Konter elf Sekunden vor der Drittelsirene völlig unnötig das vorentscheidende 3:0 durch Kumeliauskas.

Der letzte Abschnitt war aus Füssener Sicht zum Abhaken. Fast schon ohne Gegenwehr kamen die Rosenheimer immer wieder zu Torabschlüssen, erzielten sechs weitere Treffer, je einen davon in Über- sowie Unterzahl zum hohen Endstand von 9:0. Der EVF hatte bei einem Pfostentreffer von Marco Deubler Pech und dank einer tollen Schienenparade von Benedikt Hötzinger in der Schlussminute Glück.

Für Füssen geht es nach der Deutschlandcup-Pause am Freitag kommender Woche weiter, Gegner ist dann am Kobelhang der Höchstadter EC.

Trainer Andreas Becherer (EVF): „Wir waren heute gedanklich und körperlich zu weit weg, haben gefühlt jeden Zweikampf verloren. Bei den Gelegenheiten, die wir hatten, waren wir nicht konzentriert genug. Dann haben wir noch den Torhüter verloren, das war ein gebrauchter Tag heute. Jetzt haben wir eine Watschen bekommen, aber ich habe noch keinen erlebt, dem eine geschadet hätte, von daher reiben wir uns jetzt die Backe, kurieren uns fünf Tage aus und greifen dann wieder an.“ (MiL)

Tore: 1:0 (14.) Zick (Stanik, Litesov), 2:0 (25.) Daxlberger (Henriquez Morales/Draxinger/5-4), 3:0 (40.) Kumeliauskas (Vollmayer, Bergmann), 4:0 (44.) Vollmayer (Baindl, Henriquez Morales), 5:0 (46.) Mitchell (Daxlberger, Draxinger/5-4), 6:0 (49.) Henriquez Morales (Bucheli, Daxlberger), 7:0 (51.) Baindl (4-5), 8:0 (58.) Draxinger (Stanik, Bucheli), 9:0 (59.) Mitchell (Zick, Krumpe)

Strafminuten: Rosenheim 12-Füssen 8

Zuschauer 1666.