Debatte um Abschaffung der Zeitumstellung flammt wieder auf

Wie in jedem Jahr gibt es kurz vor Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit wieder Rufe nach einer Abschaffung. Die Zeitumstellung sei ein „unnötiger Eingriff in das Leben der Menschen“, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). „Ob wir dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben, ist mir letztlich egal“, fügte der FDP-Politiker hinzu.

Dts Image 13699 Jtrffogbgr 3121 800 600Bahnhofsuhr im Leipziger Hauptbahnhof, über dts Nachrichtenagentur

„Zentral wäre es, dass die Bundesregierung im Gespräch mit den uns umgebenden Freunden und Partnern einen Flickenteppich verhindert.“ Für eine Abschaffung der Zeitumstellung sprechen auch wirtschaftliche Argumente. „Ökonomisch hätte die Abschaffung der Zeitumstellung spürbares Potential“, sagte Korbinian von Blanckenburg, Volkswirtschaftsprofessor an der TH OWL, dem „Handelsblatt“.

„Die halbjährlichen Umstellungen wirken jedes Mal wie eine kleine Bremse für unsere Wirtschaft: Prozesse geraten ins Stocken, Arbeitnehmer sind unausgeschlafen, Fahrpläne und sämtliche Uhren des Landes müssen auf die neue Zeit eingestellt werden.“ Hinzu komme durch die Abschaffung Stromsparpotential, vor allem durch die ganzjährige Sommerzeit, da der Hauptstromverbrauch privater Haushalte abends stattfinde und durch die Sommerzeit die Abendhelligkeit das ganze Jahr über besser ausgenutzt werde. Bei einer Abschaffung der Zeitumstellung sei aber unbedingt eine „europäisch koordinierte Lösung“ nötig, mahnte der Ökonom. „Studien zeigen, dass die Einführung einer zusätzlichen Zeitzone, beispielsweise, wenn Deutschland bei der Sommerzeit und Frankreich bei der Winterzeit bliebe, deutliche negative Handelseffekte verursacht“, erläuterte von Blanckenburg.

„Die sinnvolle und rasche Umsetzung der Abschaffung der Zeitumstellung steht und fällt mit dem Engagement und Koordinierungsvermögen der einzelnen Regierungen. Jeder Mitgliedstaat entscheidet für sich, ob Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Wenn das nicht gut koordiniert über die Bühne geht, stehen wir im absoluten Zeiten-Chaos. Rasche und gute Koordinierung ist eine Frage des Wollens. Ich fordere die Mitgliedstaaten auf, nun endlich zu handeln,“ kommentiert auch der Augsburger Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU).

„Das sollte unbedingt vermieden werden.“

dts/pa