Dem FC Augsburg fehlt der Durchblick – Niederlage im Nebelspiel gegen Hertha BSC

Der FC Augsburg verpasste heute gegen Hertha BSC den Anschluss an die oberen Tabellenränge zu halten. Der FCA verlor das „Nebelspiel“ im eigenen Stadion gegen Hertha BSC mit 0:3.

Uduokhai wollte es nicht glauben. Der unglücklich verursachte Strafstoß war heute der Anfang vom Ende. | Foto: Krieger’/pool

Das neblig-düstere Herbstwetter über der Arena bot den passenden Rahmen für ein weiteres „Geisterspiel“. Es lag an beiden Mannschaften diesen Eindruck nicht noch durch eine erschreckende Leistung zu verstärken. So ganz sollte es zumindest dem FC Augsburg nicht gelingen.

Mit einer im Vergleich zur erfolgreichen Vorwoche nahezu unveränderten Staraufstellung versuchte Augsburgs Trainer Herrlich diesen Eindruck erst gar nicht aufkommen lassen. Nur  Gumny, er spielte für den verletzten Framberger, stand gegen Mainz nicht zu Beginn auf dem Rasen. Augsburg vertraute wieder den eigenen Stärken und ließ tiefstehend die Gäste anlaufen. Daraus Kapital zu schlagen gelang heute nicht.

FCA muss mit spätem Rückstand in die Kabine

Hertha kam zu einem deutlichen Plus beim Ballbesitz, konnte damit aber zu Beginn gegen zweikampfstarke Augsburger nur wenig anfangen. Richtig gefährliche Torraumszenen waren deshalb bis kurz vor der Pause Mangelware. Zwei Minuten vor der Pause sollten die Gäste dann aber doch noch einmal jubeln dürfen. Der erstmals in die Nationalmannschaft berufene Uduokhai traf bei dem Versuch den Ball aus dem Strafraum zu schlagen den von hinten angelaufenen Berliner Cordoba unglücklich am Bein. Herthas Angreifer musste verletzt nach der Pause in der Kabine bleiben. Den gerechtfertigten Strafstoß verwandelte Cunha zur Pausenführung (43.). Besonders ärgerlich für Augsburg, dass man kurz zuvor, mit dem bis dahin einzigen starken Angriff, einen Treffer erzielt hatte. Nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten war dem Hahn-Tor wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung aber verweigert worden. „Wir haben bei eigenem Ballbesitz den Ball zu schnell abgegeben.“, kritisierte Herrlich nach dem Spiel.

Vom FC Augsburg musste in den zweiten 45 Minuten in der Offensive deutlich mehr kommen. Tat es aber nicht. Zwar zeigte sich der FCA bemüht, es sollte aber nicht all zu viel funktionieren. Im Gegenteil. Nach einem zu leichten Ballverlust von Gregoritsch konnte Hertha BSC den Ball nahezu unbedrängt in den eigenen Reihen laufen lassen. Der eingewechselte Piantek flankte schließlich in den Augsburger Strafraum, wo Gouweleeuw das Spielgerät unglücklich zu Lukebakio verlängerte. Der Belgier ließ sich diese Gelegenheit aus sechs Metern nicht nehmen und die bisher in dieser Saison so enttäuschende „Alte Dame“ führte mit 2:0  (51.). Je mehr der Nebel sich seinen Weg in die Arena suchte, um so mehr machte sich der Eindruck breit, dass es heute nichts mit Punkten für Augsburg werden wird.

Frische Offensivkräfte sorgen nicht für Angst und Schrecken

Auch Herrlich bemerkte dies und brachte mit Finnbogason und Niederlechner für die beiden weitestgehend enttäuschenden Hahn und Gregoritsch zwei frische Offensivkräfte. Später kam auch noch Richter. Doch auch den neuen Angreifern gelang es nicht für Angst und Schrecken vor dem Tor von BSC-Schlussmann Schwolow zu sorgen. Beim FCA funktionierte heute nicht viel. Vorne zu ungefährlich, hinten fehlerbehaftet, so machte man es Berlin einfach. Als Piantek fünf Mintuen vor dem Ende einen Konter mit einem gezielten Schuss zum 0:3 veredelte, war der Deckel auf dieser Partie. Es war der erste Sieg nach fünf Partien ohne Erfolgserlebnis für die Hauptstädter.

Dem FC Augsburg hatte an diesem Nachmittag Hertha BSC zuerst das Heft des Handelns überlassen, später fehlte der nötige Durchblick, um sich selbst ausreichend in Szene zu setzen. Nach der nun folgenden Länderspielpause möchte man nun an die ordentlichen Leistungen der ersten sechs Spiele anknüpfen. Heute war es zu wenig um an den oberen Tabellenplätzen dran bleiben zu können. „Wir haben insgesamt nicht gut gespielt, es nicht gut gemacht.“, stufte Herrlich die eigene Leistung nach dem Spiel realistisch ein. „Heute war das schlechteste Spiel bisher.“

„Heute war das schlechteste Spiel bisher“ | Die Stimmen zur Niederlaage des FCA gegen Hertha BSC

FC Augsburg: Gikiewicz – Gumny , Gouweleeuw , Uduokhai , Iago – Strobl (76.Oxford) , Gruezo (76.Khedira) , Caligiuri , Vargas (76. Richter)- Gregoritsch (60.Niederlechner) , Hahn (60.Finnbogason)

Hertha BSC: Schwolow – Pekarik , Boyata (90.+1 Dardai) , Alderete , Plattenhardt – Stark , Guendouzi , Darida (88.Löwen) , Matheus Cunha – Lukebakio (88.Ngankam), Cordoba (46. Piatek)

Tore: 0:1 Cunha (43./FE), 0:2 Lukebakio (51.), 0:3 Piatek

Gelbe Karten: Caligiuri, Gouweleeuw, Gruezo |keine

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer:  keine Zuschauer erlaubt