Für die umsichtige Bauweise am historischen Färberturm in Augsburg erhält die Stadt Augsburg einen Denkmalpreis des Bezirks Schwaben.

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Stadt Augsburg erhält Denkmalpreis für die denkmalpflegerische Sanierung des Färberturms. Foto: Stadt Augsburg

Der Färberturm auf dem Areal der Augsburger Kammgarn-Spinnerei ist ein historisches Industriedenkmal und prägt das Augsburger Textilviertel. Für die umsichtige Sanierung des Färberturms zeichnet der Bezirk Schwaben die Stadt Augsburg nun mit seinem Denkmalpreis aus: „Durch die sorgfältige Sanierung ist im Textilviertel ein stadtprägendes, historisches Element erhalten geblieben“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer. „Die Maßnahmen zum Erhalt des Denkmals sind besonders vorbildlich – hoffentlich werden viele Städte und Gemeinden in Schwaben diesem Beispiel folgen.“

1795 wurde der Turm als Trockenraum für gefärbte Tuche errichtet: Die langen Tuchbahnen wurden im Inneren an Stangen aufgehängt und mithilfe des natürlichen Windzugs durch die hölzernen Läden getrocknet. 1867 endete der Betrieb im Turm, der zeitweilig als Pferdestall und Lagerraum diente. Während der Restaurierung des Bauwerks legte die Stadt großen Wert auf den Erhalt der historischen Innenstruktur. „Wichtige Sichtachsen wurden erhalten und die originalen Bauelemente sind gut zu erkennen“, sagt Bezirksheimatpfleger Christoph Lang. „Die Baumaßnahmen wurden mit großer Sorgfalt durchgeführt, wodurch ein Gebäude auf hervorragende Weise erhalten werden konnte, das für das Textilviertel charakteristisch ist. Gleichzeitig hat die Stadt damit öffentlichen Raum geschaffen, dessen Verwendung sich teilweise an der ursprünglichen Nutzung orientiert. Bei Freizeitveranstaltungen wird zum Beispiel auch textilhandwerklich gearbeitet.“

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V.r.n.l: Wibke Reimer, Ableitungsleitung Kultur und Heimatpflege Bezirk Schwaben, Bezirkstagspräsident Martin Sailer sowie Vertreter/-innen der Stadt Augsburg. Foto: Andreas Lode

Neben der Stadt Augsburg erhielt auch die Stadt Memmingen einen undotierten Anerkennungspreis für die Sanierung des Zehentstadels in Steinheim. Mit einer Auszeichnung und einem Preisgeld in Höhe von je 10.000 Euro ehrte der Bezirk zudem jeweils Alexander Stärker aus Aystetten für die Restaurierung des Schlossanwesens Louisenruh, Familie Striebel aus Kirchheim für die Sanierung der Alten Sölde in Kirchheim und Judith Spindler aus Waal-Waalhaupten für die Sanierung eines ehemaligen Bauernhauses.

Für den Denkmalpreis wurden von Kreis- und Stadtbauverwaltungen, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und den Heimatpfleger/-innen zahlreiche Vorschläge eingereicht. Die Heimatpflege des Bezirks Schwaben besichtigte die Objekte und erstellte nach Rücksprache mit Experten Gutachten zu den Denkmälern. Die Jury für den Denkmalpreis bildeten in diesem Jahr Christoph Lang (Bezirksheimatpfleger), Christian Mischo (Abteilungsleiter des Bezirks für „Bau, Umwelt und Energie“), Dr. Bernhard Niethammer (Leiter des Schwäbischen Bauernhofmuseums Illerbeuren), Felix Guffler (wiss. Mitarbeiter Bezirksheimatpflege) und Theresa Hauck (wiss. Volontärin Bezirksheimatpflege).

Der Bezirk Schwaben vergibt seit 2002 jährlich Denkmalpreise. Ausgezeichnet werden Sanierungen, die sich durch die fachliche Qualität der Maßnahme, das finanzielle Engagement des Eigentümers, die Kreativität bei der Durchführung und die Bedeutung des Denkmals hervorheben. Für den Denkmalpreis werden jährlich insgesamt 30.000 € Preisgelder vergeben.