Der Effekt des Coronavirus auf Adidas und Puma

Der Coronavirus führt aktuell zu wirtschaftlich schweren Zeiten. Viele Aktien- und Währungskurse brachen im Verlauf der letzten Tage ein und tun sich mit der aktuellen Nachrichtenlage hinsichtlich des Virus äußerst schwer. Das gilt auch für internationale Konzerne aus Bayern, zu denen etwa die Sportartikelhersteller Adidas und Puma aus Herzogenaurach gehören. Dank ihrer engen Verbindung zu Asien und China im Speziellen müssen sie mit Umsatzeinbußen rechnen, die aktuell allerdings noch nicht genau abschätzbar sind.

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Geschäfte in China bleiben geschlossen

500 Geschäfte im eigenen Betrieb und fast 12.000 Franchise-Unternehmen: Adidas ist in China ein großer Name, was aktuell jedoch Probleme für das gesamte Unternehmen bereitet. Durch den Coronavirus sind Produktion und Lieferketten von und nach Asien aktuell massiv eingeschränkt. Noch, so gibt das Unternehmen aus Herzogenaurach selbst an, sei es zu früh, die exakten wirtschaftlichen Folgen der Verluste einzuschätzen. Allerdings wurden viele der Unternehmen vorerst geschlossen und es steht offen, wann sie wieder regulär in Betrieb genommen werden können. Adidas erreicht rund ein Viertel seines Umsatzes in jedem Quartal ausgerechnet in China. Ähnliche Zahlen gelten für Puma, die Nummer drei am internationalen Sportartikelmarkt hinter Adidas und Nike. Umsatzzahlen in China stiegen im dritten Quartal 2019 im Fall von Adidas noch um 11 Prozent. Im neuen Jahr fielen die Umsätze derweil um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein weiteres Problem neben fehlenden Verkäufen in China ist die Entwicklung der Währung Yuan. Vor rund drei Wochen, am 18. Februar 2020, war ein Euro noch 7,55 Yuan wert, aktuell waren es am 10. März dieses Jahres 7,92 Yuan. Eine Besserung ist angesichts der immer wieder ansteigenden Zahlen von Infizierten im Moment nicht auszumachen. Dennoch gibt es Finanzbereiche, die hiervon profitieren. Die monetäre Situation führt nämlich vor allem auf dem Forex-Markt zu guten Investmentmöglichkeiten für alle Händler. Der Euro wird auch in den kommenden Tagen einen klaren Vorteil gegenüber dem Yuan genießen, es sei denn, die Geschwindigkeit der Coronavirus-Ausbreitung in Europa erhöht sich weiter. Im Forex-Handel setzen Trader darauf, wie sich eine Währung im direkten Vergleich zu anderen entwickelt. Auf lange Sicht ist zu erwarten, dass sich der Yuan stabilisiert, sobald der Coronavirus in China über längere Zeit in den Griff bekommen wird.

Lieferengpässe durch Produktion in China

Neben den Umsatzeinbußen in Geschäften vor Ort entstehen auch Lieferengpässe, da Adidas und Puma rund 20 Prozent ihrer Waren in China produzieren. Hierbei geht es vor allem um das Zubehör, da Schuhe hauptsächlich in Vietnam und Bekleidung zum Großteil in Kambodscha hergestellt werden. Bälle, Taschen oder andere Sportgeräte werden unterdessen in China produziert. Entsprechend versuchen viele Unternehmen bereits jetzt, ihre Lagerbestände in Ostasien abzubauen und nach Europa zu verfrachten. So soll Verkaufsengpässen hierzulande entgegengetreten werden, was angesichts der schwierigen Transportbedingungen jedoch kein leichtes Unterfangen darstellt.

Tausende Container stapeln sich seit Wochen in den chinesischen Häfen, wo sie auf den Weitertransport warten, der sich angesichts der Umstände weiter verzögert. Zuletzt fiel Adidas sogar mit einem Coronavirus-Fall in der eigenen Produktionszentrale in Herzogenaurach auf. Die betroffene Person wurde unter Quarantäne gestellt und die Geschäftsräume einer gründlichen Reinigung unterzogen. Es ist und bleibt eine kritische Situation, die sich in der näheren Zukunft nicht zum Positiven hin zu verändern scheint. Dementsprechend bleiben die Sorgen der Unternehmen wie Adidas und Puma an der Tagesordnung, sind allerdings mit den meisten anderen Konzernen im internationalen Handel vergleichbar.