Der FC Augsburg erwartet Schalke 04 – Welches Team kann den Trend stoppen?

Augsburg gegen Schalke lange ein Spiel mit klaren Vorzeichen, dies hat sich geändert. Aus dem einstigen Topteam aus Gelsenkirchen wurde ein belachtes Kellerkind. Doch auch der FCA benötigt heute die Punkte, wenn man nicht selbst vor Weihnachten noch tiefer in der Tabelle abrutschen möchte.

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Zuletzt wirkte Schalke-Trainer Baum oft nachdenklich, heute wird er mit seinem Team in Augsburg antreten Archivfoto: Wolfgang Czech

Mit Blick auf die Gästebank könnte man vor dem heutigen Bundesliga-Duell zwischen Augsburg und Schalke 04 (15:30 Uhr) wieder ein altes Wortspiel verwenden: „Der Baum brennt!“. Ein Ausspruch der die Situation der Knappen kurz vor Weihnachten gut beschreibt, aber ihr nicht abschließend gerecht wird. Trainer Manuel Baum steht mit seinem Team vor dem Gastspiel an alter Wirkungsstätte aber gehörig unter Druck.

Schalke: Seit 26 Spielen kein Sieg

Seit 26 Bundesliga-Spielen konnte S04 nicht mehr gewinnen, 17-mal ging man als Verlierer vom Feld. In dieser Saison wurden ganze drei Punkte eingefahren, Schalke ist Tabellenletzter. Zu wenig für einen Club der über lange Zeit zu den Topteams in Deutschland und zum Kreis der Champions League-Teilnehmer gehörte. Ein Erfolg, der auf einem gigantischen Schuldenberg aufgebaut wurde. Lange war dieses Problem in Gelsenkirchen aber nicht das Thema. Es kam Corona und wie der Virus kam, schwanden die Einnahmen. Schalke konnte sich keinen Neuaufbau leisten, doch dieser wäre nach einer schwachen Saison 2019/20 und dem 12.Platz nötig gewesen. Stützten der Mannschaft, wie der heutige FCAler Daniel Caligiuri, verließen den Verein. Während der Saison dezimierten  Suspendierungen nach internen Querelen den Kader weiter. Und doch verfügt man bei den Königsblauen eigentlich über eine wettbewerbsfähige Mannschaft. Baum sollte diese aus dem anhaltenden Abwärtstrend führen, was bisher nicht klappen sollte. Im Umfeld wird bereits ein erneuter Trainerwechsel gefordert.

Augsburg wartet seit Ende Oktober auf einen Punktspielsieg

Diese Art von Unruhe gibt es in Augsburg aktuell (noch) nicht, doch auch beim FCA darf man sich nicht zufrieden zeigen. Nach einem starken Saisonstart konnte man in den letzten Spielen nur dürftig punkten. Den beiden Siegen zum Saisonauftakt folgte nur noch ein weiterer Erfolg gegen die Kellerkinder Mainz 05 Ende Oktober. Der FC Augsburg ist nach dem zwischenzeitlichen 2.Tabellenplatz zurück auf dem Boden der Realität. „Es sind drei Spiele noch, wo es neun Punkte zu vergeben gibt. Jetzt haben wir erst einmal ein Spiel, bei dem es um drei Punkte geht und die versuchen wir maximal zu holen“, weiß auch Trainer Heiko Herrlich um die Situation. Für beide Teams zählt an diesem Nachmittag eigentlich nur ein Sieg, ein Unentschieden dürfte zu wenig sein.

Kreativ gegen Schalker Umschaltspiel gefragt

Doch ganz so einfach wird es dem FCA heute wohl nicht gemacht werden. In den letzten Spielen zeigte S04 immer wieder zarte Ansätze. „Wir haben Schritte nach vorne gemacht. Unsere Laufleistung und die athletischen Werte waren zuletzt auf einem überdurchschnittlichen Bundesliga-Niveau.“, beschreibt Manuel Baum die Entwicklung. Dass die Schalker wie Augsburg selbst auf ein schnelles Umschaltspiel setzten, dürfte man bei den Schwaben gar nicht zu schätzen wissen. Heute werden sie voraussichtlich das Spiel selbst gestalten müssen, was nicht immer zu ihren großen Stärken zählt.

Gerade wenn es darum geht das Spiel nach vorne kreativer und damit gefährlicher zu gestalten hatte die Herrlich-Truppe zuletzt ihre Probleme. Ein Spieler der diese Kreativität mitbringen würde ist Marco Richter, der aber wohl weiterhin in den Plänen der Trainer keine Starterposition innehaben wird. In Hoffenheim zeigte sich auch die FCA-Defensive nicht immer sattelfest. Hier wird es sicher Veränderungen geben müssen.

Da dürfte es dem Trainer gar nicht gefallen, dass mit Verteidiger Iago (Zerrung) und Angreifer Finnbogason (zuletzt angeschlagen) zwei wichtige Alternativen wohl nicht für die Startelf in Frage kommen. Hahn fällt zudem nach seinem positiven Covid19-Test weiter aus. Die zu Verfügung stehenden Spieler müssen nun zeigen, dass sie selbst das bestimmende Team sein und den Trend stoppen können. Ein Sieg gegen das Schlusslicht würde weiter für Ruhe in Augsburg und im Umfeld sorgen, bei Schalke könnte es sein, dass „der Baum fällt“.

Die voraussichtliche Aufstellung

Gikiewicz – Framberger, Gouweleeuw, Khedira, Uduokhai – Strobl, Gruezo – Caligiuri, Vargas- Niederlechner, Gregoritsch