Der EHC Königsbrunn verliert sein Heimspiel am Sonntag gegen den EHC Klostersee mehr als deutlich mit 0:10. Dabei schien die Partie nach 20 Minuten noch offen zu sein, ehe die Brunnenstädter einbrachen und viele Treffer kassierten.

x-Panther Bob Wren (links in weiß) leitete einige gefährliche Aktionen für Klostersee ein. | Foto: Horst Plate

Königsbrunn trat immer noch mit Rumpfkader an, zwar meldete sich Matthias Forster wieder aus dem Lazarett zurück, dafür lag Pascal Rentel flach. Gegen Bad Kissingen hatte er noch das 1:0 erzielt. Patrick Zimmermann war ebenfalls wieder mit dabei, dafür setzte Maxi Hermann nach seiner Verletzung vom Freitagsspiel aus. Im Tor durfte heute wieder Jennifer Harß Spielpraxis sammeln, Teamkollege Donatas Žukovas saß als Backup mit auf der Bank.

Von Anfang an entwickelte sich ein flottes Spielchen beider Mannschaften, beide Teams generierten immer wieder Torchancen. Ganz im Gegensatz zu der Partie in der Vorrunde schien heute mehr drin zu sein als eine Niederlage, denn Königsbrunn konnte sich einige Male im gegnerischen Drittel festsetzen. In der schnellen und fair geführten Partie setzte Klostersee in der achten Spielminute ein erstes Ausrufezeichen, als Bob Wren einen Zuckerpass aus dem Handgelenk zauberte und den Alleingang seines Mitspielers einleitete. Doch der Pfosten bewahrte die Brunnenstädter vor einem frühen Rückstand. Beide Teams lieferten sich einen flotten Schlagabtausch, doch die Goalies machten einen hervorragenden Job. In der 14. Spielminute netzten dann die Gäste zur 1:0 Führung ein, Bob Wren bediente Persson, der nur noch einschieben musste. Doch Königsbrunn ließ sich dadurch nicht sonderlich beeindrucken und drückte dagegen. Die Brunnenstädter hatten drei hundertprozentige Chancen, das Tor der Gäste schien wie vernagelt zu sein. Bis Drittelende fielen aber keine weiteren Treffer mehr, mit der etwas glücklichen Führung für Klostersee ging es in die erste Pause.

Nach Wiederanpfiff starteten die Gäste besser in die Partie, Königsbrunn leistete sich nun vermehrt Fehler. Nach zwei feinen Einzelleistungen der Gäste stand es nach sechs Minuten schon 3:0, ehe sich Königsbrunn wieder fing und auch wieder Initiative zeigte. Doch in einer Phase, als die Brunnenstädter dem ersten Treffer nahe waren, kassierte Marc Streicher eine umstrittene Strafzeit. Die Gäste hatten nun zwei Minuten Überzahlspiel und machten das Beste daraus. Denn zehn Sekunden vor Ablauf der Strafe musste Jennifer Harß ein weiteres Mal hinter sich greifen, es stand jetzt 4:0 für Klostersee.

Nur im ersten Drittel und beim Bully stand man sich auf Augenhöhe gegenüber Foto: Horst Plate

Königsbrunns Coach Sven Rampf wechselte nun den Goalie und stellte Donatas Žukovas ins Tor. Doch der letzte Treffer hatte bei den Brunnenstädtern Wirkung gezeigt, denn nur Sekunden nach dem 4:0 fiel nun auch das 5:0 für Klostersee. Mit der frühen Entscheidung ging es dann schließlich in die letzte Pause.

Im letzten Drittel lief bei Königsbrunn gar nichts mehr, die Mannschaft hatte das Spiel wohl innerlich schon abgehakt. Vielleicht war es auch das Spiel vom Freitag, das vielen noch in den Knochen steckte. Klostersee bleib weiter konzentriert und traf nun scheinbar nach Belieben, begünstigt auch durch Strafzeiten der Gastgeber. In den letzten 20 Spielminuten setzte es insgesamt fünf weitere Treffer, am Ende gewinnt Klostersee hochverdient mit 10:0 in Königsbrunn.

Nach dem Spiel brannte in Königsbrunn die Hütte, Vorstand Willi Bertele war zuerst sprachlos, entschuldigte sich dann aber für das Auftreten seiner Mannschaft und kündigte Konsequenzen an. Aber auch Königsbrunns Coach Sven Rampf war nach der Begegnung angefressen: „Im ersten Drittel haben wir wenigstens noch Eishockey gespielt, aber was dann später passiert ist kann ich absolut nicht nachvollziehen. Am Freitag gewinnen wir mit 13 Feldspielern, und heute blamieren wir uns mit fast den gleichen Spielern. Das Schlimme daran ist aber, dass wir ohne Herz und ohne Kampf gespielt haben. Man darf sich nicht einfach so hängen lassen und aufgeben. So kann es nicht weitergehen, am Dienstag werden wir nochmal Tacheles reden.“

Tore: 0:1 Persson (Wren, Kritzenberger) (14.), 0:2 P. Quinlan (23.), 0:3 Kaller (26.), 0:4 Gleixner (P. Quinlan, Hördt) (38.), 0:5 Persson (Baumhackl) (38.), 0:6 Hördt (P. Quinlan) (45.), 0:7 Baumhackl (Persson) (48.), 0:8 P. Quinlan (Kaefer, Hoerdt) (52.), 0:9 Persson (Wren, Baumhackl) (56.), 0:10 Wren (60.)

Strafminuten: Königsbrunn 16 – Klostersee 6

Zuschauer: 309