Deutlich gestiegenes Medieninteresse an der Europawahl

Insgesamt 1.380 Kandidat*innen aus 41 Parteien und sonstigen politischen Vereinigungen stehen in Deutschland am 26. Mai zur Wahl. In der ganzen EU können rund 426 Millionen Wahlberechtigte aus mehr als 15.000 Kandidat*innen auswählen. Allein in Deutschland helfen rund 609.000 Freiwillige in den Wahllokalen.

Medieninteresse wesentlich höher als bei früheren Europawahlen

Aus Brüssel berichten am Europawahl-Sonntag rund 1.300 akkreditierte Journalist*innen. Der Plenarsaal des Europäischen Parlaments verwandelt sich in ein riesiges Medienzentrum. Angemeldet haben sich 770 TV-Journalist*innen von 195 TV-Sendern, 260 Journalist*innen aus Print- und Online-Medien, 170 Agenturjournalist*nnen sowie 70 Radioreporter*innen.

„Das Medieninteresse an dieser Europawahl ist viel größer als bei früheren Wahlen. Noch nie haben sich so viele Journalisten für die Wahlnacht im Europäischen Parlament registriert“, sagte Jaume Duch, Sprecher des Europäischen Parlaments. Rund 200 Journalist*innen stammen aus Nicht-EU-Ländern, darunter 54 aus den USA, 21 aus Japan und 20 aus China. Belgien ist mit 259 akkreditierten Journalist*innen vertreten, Deutschland mit 207 und Italien mit 104.

Ab 18 Uhr werden am 26. Mai Nachwahlbefragungen, Hochrechnungen und erste Ergebnisse auf eine riesige LED-Leinwand von 27×4,5 Metern projiziert. Kommentiert werden die Entwicklungen von den anwesenden Vorsitzenden der EP-Fraktionen und den Spitzenkandidat*innen Manfred Weber (EVP), Frans Timmermans (PES), Margrethe Vestager (ALDE), Ska Keller und Bas Eickhout (Grüne), Nico Cué (Europäische Linke). Rund um den Plenarsaal wurden dafür 110 TV-Standplätze eingerichtet sowie 45 Live-Positionen für Radiosender. Wer nicht vor Ort ist, kann dank Europe by Satellite (EbS) auf Bilder von 15 Kameras zugreifen. Videos und Schnittmaterial sind auch über EBU und ENEX erhältlich. Das auf EbS+ angebotene Live-Poolsignal läuft mehr als sieben Stunden nonstop.

Disinformation und Falschmeldungen erkennen

Um die Europawahl vor Manipulation zu schützen, überprüfen viele Medien und Organisationen Wahlkampfaussagen und -artikel. @EU_Mythbuster, der englischsprachige Twitter-Kanal des Europäischen Auswärtigen Dienstes, deckt vor allem russische Propagandaattacken auf. Wie auch bei vergangenen Wahlen widerlegt das Team @Bundeswahlleiter falsche Behauptungen und beantwortet Fragen zur laufenden Abstimmung. Seit Ende April prüfen 18 WDR-Journalist*innen in der Rubrik #wahlwatch Wahlkampfaussagen von Parteien und Politiker*innen. Pro Tag werden 2-3 Videos veröffentlicht. Das ZDF widmet sich in seinem #ZDFcheck19 der Europawahl.

Sehr detailliert seziert in ihrem Faktencheck die EU-Kommission rund 30 Mythen über die EU https://bit.ly/2w7tRgv: Nein, die EU will keine Filterkaffeemaschinen verbieten und die Grenzwerte für Stickoxide sind nicht willkürlich. Auch die Tagesschau macht den Klischee-Check https://bit.ly/2HV6b4w. Lesenwert sind auch die Recherchen und Kandidat*innen-Checks der #Faktenfuchs-Redaktion des Bayerischen Rundfunks. Auch das Recherche-Netzwerk Correctiv widerlegt in seiner Rubrik Faktencheck und @correctiv_fakt irreführende Behauptungen über die EU und die Europawahl.