Im vergangenen Jahr hatten die Crews des Augsburger Hubschraubers „Christoph 40“ der gemeinnützigen ADAC Luftrettung alle Hände voll zu tun: 1604-mal starteten die Besatzungen von der Station auf dem Dach des Klinikums zu Einsätzen in Bayerisch Schwaben. Dies entspricht einem Plus von 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2021: 1455 Einsätze).

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Deutlich häufiger musste „Christoph 40“ im vergangenen Jahr abheben: 1604-mal leisteten die Besatzungen schnelle Hilfe aus der Luft, dies entspricht einem Plus von über 10 Prozent. | Foto: ADAC

Anforderungsgrund Nummer eins für die Augsburger Retter waren in 35 Prozent der Fälle Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Schul- und Verkehrsunfälle. Dahinter folgen mit 23 Prozent Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems. In 12 Prozent wurden neurologische Notfälle wie beispielsweise ein Schlaganfall diagnostiziert.

Einsatzplus auch in Bayern
Im Freistaat, wo die meisten Stationen liegen, waren vergangenes Jahr mit 13.423 die meisten Einsatzorte (2021: 12.179) zu verzeichnen. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz mit 9313 (2021: 9129), Nordrhein-Westfalen mit 6503 (2021: 5509) und Niedersachsen mit 5903 (2021: 5313). 

Hier sind die bayerischen Stationen der ADAC Luftrettung, aufgelistet nach Einsatz-Zahlen:

1. Christoph 18, Ochsenfurt (2015)
2. Christoph 15, Straubing (1934)
3. Christoph 65, Dinkelsbühl (1619)
4. Christoph 40, Augsburg (1604)
5. Christoph 1, München (1603)
6. Christoph 20, Bayreuth (1592)
7. Christoph 32, Ingolstadt (1589)
8. Christoph Murnau (1276)

Die Station „Christophorus Europa 3“ im oberösterreichischen Suben betreiben die fliegenden Gelben Engel im halbjährlichen Wechsel zusammen mit dem ÖAMTC Flugrettungsverein Wien. Im Winter-Halbjahr der ADAC Luftrettung starteten die deutsch-österreichischen Crews zu 640 (2021: 561) Einsätzen.

Neuer Deutschland-Rekord
Deutschlandweit wurden die Hubschrauber auf den 37 Stationen der ADAC Luftrettung so häufig gerufen, wie nie: Mit 55.675 Alarmierungen verzeichneten sie ein Plus von fast sieben Prozent oder 3441 Einsätzen gegenüber dem Vorjahr (2021: 52.234). Täglich hoben die fliegenden Gelben Engel damit im Durchschnitt zu rund 153 Notfällen ab. Als Grund für die Rekordzahlen sieht die ADAC Luftrettung generell zum einen die steigende Mobilität nach Ende der Corona-Einschränkungen sowie die wachsende Bedeutung von Flügen in der Dämmerung und mit der Rettungswinde. Mit Winde ausgerüstet sind die Hubschrauber in Murnau, München, Straubing, Sande in Niedersachsen, Imsweiler in Rheinland-Pfalz sowie in Hamburg: Auf diesen Maschinen wurden 377 dieser Einsätze durchgeführt. Der deutschlandweite Rekord ist zum anderen aber auch auf regionale Überlastungen des bodengebundenen Rettungsdienstes sowie einen weit verbreiteten Notarztmangel zurückzuführen. In vielen Gegenden ist der Hubschrauber bei einem Notfall zeitweise das einzig verfügbare Rettungsmittel. Flüge in der Dämmerung und Dunkelheit wurden insgesamt 3276 absolviert (2021: 2658).