Als die Bundesländer 2020 eine Reform des Glücksspielsrechts verkündeten, war die Aufregung groß. Die Branche sah deutsche Lizenzen für Online Casinos als große Chance, um ihr Angebot zu modernisieren und ein neues Publikum zu erreichen. Knapp ein Jahr nach Inkrafttreten der Reform hat sich Ernüchterung breitgemacht. Denn es gingen deutlich weniger Anträge auf eine Lizenz ein als erwartet. Und zahlreiche Spieler in Deutschland machen einen Bogen um die lizenzierten Casinos und bevorzugen unlizenzierte Angebote. Erweist sich die Neuregelung als Sackgasse? 

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Symbolbild

Gründe für die Zurückhaltung 

Die neue Glücksspielordnung ist ein Kompromiss. Während einige Bundesländer eine weitreichende Liberalisierung anstrebten, wollten andere das Online-Glücksspiel lieber ganz verbieten. Herausgekommen ist eine grundsätzliche Freigabe, die von allerlei Verboten wieder relativiert wird. Wer eine deutsche Lizenz beantragen möchte, darf keine Tischspiele anbieten, ebenso wenig Live-Casinospiele oder Jackpot-Spielautomaten. Verboten sind auch Einsätze von mehr als einem Euro, das Autospin-Feature und kostenlose Testspiele. Und schließlich dürfen die Nutzer monatlich nicht mehr als 1000 Euro einzahlen. Casinobetreiber und Spieler sehen sich damit einer langen und verwirrenden Liste von Regelungen gegenüber, die sie oft nicht nachvollziehen können. Allein das schränkt die Attraktivität der Angebote erheblich ein. Hinzu kommt noch eine neue Steuer auf Automatenspiele, die Mitte 2021 beschlossen wurde und eine erhebliche Zusatzbelastung für die Spieler darstellt. Auf viele Nutzer wirken unlizenzierte Casinos daher deutlich attraktiver als die Angebote nach deutschem Recht. 

Die Bedeutung von „unlizenziert“ 

Die Bezeichnung „unlizenziert“ bedeutet in diesem Fall nicht, dass es sich um illegale Angebote handelt. Vielmehr sind damit Casinos gemeint, die nicht dem deutschen Recht unterliegen, sondern eine Lizenz aus dem Ausland besitzen. Wie Netent im Artikel https://games.netent.com/de/online-casinos/ erklärt, sind viele davon in Malta zugelassen. Dort ist das Glücksspiel ebenfalls reguliert, allerdings sind die Vorschriften weniger streng als in Deutschland. Die maltesischen Behörden kontrollieren vor allem die Einhaltung von Fairness-Standards und Finanzvorschriften, lassen den Casinos aber freie Hand bei der Gestaltung ihres Angebots. Casino mit maltesischer Lizenz können daher auch Tischspiele und Live-Casinospiele anbieten. Auch bei den virtuellen Spielautomaten gibt es in der Regel eine größere Auswahl und umfangreichere Features. Schließlich gibt es noch einen weiteren Vorteil, mit dem Casinos ohne deutsche Lizenz punkten können: Sie unterliegen deutlich niedrigeren Steuersätzen und können ihren Nutzern daher höhere Gewinnchancen bieten.  

Mögliche Risiken von unlizenzierten Casinos 

Allerdings sind mit unlizenzierten Casinos auch einige Risiken verbunden. Zunächst einmal sind nicht alle dieser Plattformen auf Deutsch verfügbar. Das führt gelegentlich zu Missverständnissen, wenn deutsche Spieler die Geschäftsbedingungen falsch verstehen. Um zu überprüfen, ob die Lizenz eines ausländischen Casinos gültig ist, sind ebenfalls Fremdsprachenkenntnisse erforderlich. Wer kein Englisch kann, sollte daher bei der Nutzung solcher Angebote vorsichtig sein. Wenn es tatsächlich einmal zu Problemen kommt, können die Nutzer sich außerdem nicht auf deutsches Recht berufen, um einen Gewinn einzuklagen. Denn deutsche Gerichte erkennen solche Ansprüche nur bei Anbietern mit einer Lizenz aus Deutschland an. Deshalb ist es für die Nutzer von unlizenzierten Casinos umso wichtiger, ihre Plattformen sorgfältig auszuwählen. Dabei helfen ihnen unter anderem Vergleichsportale mit unabhängigen Tests sowie Bewertungsportale, auf denen andere Nutzer ihre Erfahrungen veröffentlichen. 


Dieser Artikel wurde uns von einem Partner zur Verfügung gestellt und ergänzt das redaktionelle Angebot von Presse Augsburg. Dieser Inhalt muss nicht zwangsläufig mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.