Deutsche Umwelthilfe kritisiert Palmöl aus Regenwäldern in Kerzen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt vor Klima- und Umweltschäden durch Palmöl in handelsüblichen Kerzen: Jede dritte Kerze, die in Deutschland verkauft wird, wird mit Palmöl aus nicht-zertifiziertem Anbau hergestellt, ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe unter 52 Kerzenherstellern und -händlern, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in ihren Freitagausgaben berichten. Demnach hat knapp die Hälfte aller befragten Unternehmen (21 von 52) nicht angegeben, ob ihre Kerzen Palmöl enthalten oder ob das verwendete Palmöl zertifiziert ist. 29 Prozent (15 von 52) haben auf DUH-Anfrage bestätigt, dass das in ihren Kerzen verwendete Palmöl ausschließlich aus nachhaltigem Anbau stammt.

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Vor allem bei Möbelhäusern, Dekorationsanbietern, Baumärkten und Großhändlern fehle es an Transparenz, so die DUH. Positive Ausnahmen seien der schwedische Möbelkonzern IKEA und die Drogeriekette DM. Sie geben an, nur zertifiziertes Palmöl zu verwenden. Gleiches gilt für die Eigenmarken des Lebensmitteleinzelhandels. „Palmöl wird auf Flächen gewonnen, für die Brandrodungen und Raubbau in den Regenwäldern Indonesiens und Malaysias betrieben wird“, sagte DUH-Studienleiterin Karoline Kickler dem RND. Die Regenwaldzerstörung gelte als zweitgrößte Ursache für die Klimakrise und bedroht zahlreiche Tierarten. Nachhaltig zertifiziertes Palmöl dürfe dagegen allein von längst bestehenden Anbauflächen stammen, Waldrodungen verbiete das Zertifikat. „Die Zertifizierung fördert durch regelmäßige Kontrollen, Aufpreise und teilweise auch Schulungen, dass ein umwelt- und sozialverträglicherer Anbau auf bestehenden Flächen eingehalten wird“, so Kickler. Laut DUH werden etwa acht Prozent des in Deutschland verwendeten Palmöls in Kerzen verarbeitet. „Unter den deutschen Verarbeitern von Palmöl hinkt die Chemiebranche – und damit die Kerzenindustrie – in der Nutzung von zertifiziertem Palmöl am stärksten hinterher“, so Kickler.