Seit 2014 hat sich die Lücke an IT-Spezialisten auf einen Rekordwert von fast 60.000 mehr als verdreifacht. Insgesamt fehlen aktuell 311.000 Fachkräfte für Technik, IT und Naturwissenschaften, berichtet das „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf den neuen Mint-Frühjahrsreport des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Damit war die gesamt Mint-Fachkräftelücke – also Berufe rund um Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – nur um wenige Tausend unter dem bisherigen Rekordwert vom Frühjahr 2018. Der größte Mangel herrscht nicht bei den Akademikern, sondern bei den Facharbeitern: Hier fehlen aktuell gut 144.000 Mint-Fachleute.

Frau an einem Laptop, über dts Nachrichtenagentur

Es folgen 108.000 studierte Mint-Experten und knapp 60.000 fehlende Meister und Techniker. Ohne Zuwanderung wäre die Lage noch viel dramatischer: Denn wäre die Beschäftigung ausländischer Mint-Kräfte genauso langsam gestiegen wie die der Deutschen, wäre die Gesamtlücke heute um fast 210.000 Menschen größer, schreibt das „Handelsblatt“ über den IW-Report. Am meisten profitierten der Süden und die Hauptstadt: in Baden-Württemberg stellen Ausländer 13,5 Prozent der Mint-Fachkräfte, in Berlin 13 und in Bayern und Hessen gut elf Prozent.

Das IW empfiehlt, den Notstand vor allem durch Werbung für die duale Ausbildung zu bekämpfen. Dabei müssten dringend auch mehr Frauen von den guten Aussichten in den Mint-Berufen überzeugt werden.