DGB-Chef: Corona-Boni korrigieren keine Schieflagen

Der DGB fordert eine bessere Bezahlung für all jene Berufsgruppen, die angesichts der derzeitigen Corona-Pandemie besonders im Fokus stehen. Die „Wertschätzung, die diese Beschäftigten heute erleben, darf nicht mit warmen Worten enden“, sagte Gewerkschaftschef Reiner Hoffmann am Montag in der Sendung „Frühstart“ der RTL/n-tv-Redaktion. „Da sagen wir, da muss auch nach der Krise kräftig nachgesteuert werden.“

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Zwar mögen Einmalzahlungen oder Boni „ganz attraktiv in der aktuellen Situation sein“. Doch die „Schieflagen, die wir in den Einkommen dieser Berufsgruppen seit Jahrzehnten haben, müssen dringend korrigiert werden“, sagte Hoffmann weiter. Und das beste Mittel seien ordentliche Tarifverträge sowie die Bereitschaft von Arbeitgebern, die sich bislang weigerten, Tarifverträge abzuschließen, sich an den Verhandlungstisch setzten und „für diese Menschen dauerhaft gute Löhne“ auszuhandeln.

Dabei forderte der DGB-Chef Hilfe von der Bundesregierung, damit die Tarifbindung wieder steige. „Es ist doch kein Grundrecht, Menschen zu bezahlen, in dem man sich verweigert, die soziale Verantwortung anzunehmen“, sagte er und verwies auf die Möglichkeit „Tarifverträge, die wir haben, für allgemeinverbindlich zu erklären“. Dadurch bekämen auch die „Menschen einen ordentlichen Lohn, deren Arbeitgeber sich weigern, einem Arbeitgeberverband anzugehören und Tariflöhne zu bezahlen“. Hoffmann zufolge hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits „mehrfach angedeutet“, dass sie den Zustand einer sinkenden Tarifbindung „für nicht akzeptabel hält“.

Im Interesse der Beschäftigten appellierte Hoffmann an die Bundesregierung, die Allgemeinverbindlichkeit auszuweiten und öffentliche Aufträge nur an Unternehmen zu vergeben, die nach Tarifen bezahlen. „Da können wir nicht warten, bis die Krise vorbei ist“, sagte er weiter. Mit Blick auf die Rettungspakete der Bundesregierung sieht Hoffmann derweil Korrekturbedarf bei der Kurzarbeiterregelung. Es sei nur „fair und richtig“, dass Arbeitgeber den eingesparten Teil der Sozialbeiträge an die Beschäftigten weiterreichten.

Da entstünden ansonsten „soziale Schieflagen“. Zu viele Unternehmen aber machten dies nicht. Dies müsse in den nächsten Tagen angegangen werden, sagte er.