An die Spitze des AfD-Kreisverbands Günzburg wurden bei einer Mitgliederversammlung zwei prominente Persönlichkeiten gewählt. Vorsitzender ist der bayerische AfD-Vize und Landtagskandidat Gerd Mannes aus Leipheim. Zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden wurde der Vizechef des DGB im Landkreis, Walter Metzinger aus Oxenbronn, gewählt.

Friedrich Holzwarth, Walter Metzinger, Gerd Mannes, Dr. Michael Gleich | Foto: privat

Er sagte, er habe sich der AfD angeschlossen, weil der Deutsche Gewerkschaftsbund „gesellschaftliche Utopien und Interessen von Migrations-Lobbyisten über Arbeitnehmerinteressen stellt“, heißt es in einer Mitteilung des AfD-Kreisverbands. Eine Diskussion dazu sei laut Metzinger „beim DGB nicht erwünscht, denn Gewerkschaftsfunktionäre würden nur noch Befehle von oben herab erteilen“. Metallgewerkschafter Metzinger, seit 38 Jahren Gewerkschaftsmitglied, war erst im vergangenen Oktober als Vize im DGB-Kreisvorstand Günzburg einstimmig wiedergewählt worden.

Mannes, der zudem Bezirksvorsitzender ist und für den Landtag sowohl direkt als auch auf Listenplatz 2 in Schwaben kandidiert, zeigte sich erfreut über den Neuzugang vom DGB und betonte: „Die AfD hat im Arbeitnehmerlager bisher schon ein besonders großes Wählerpotenzial.“ Daher habe man bei der Bundestagswahl rund eine Million Stimmen von ehemaligen Wählern der Linken und der SPD zur AfD geholt. Mannes wies darauf hin, dass der Anteil der AfD-Wähler unter den Gewerkschaftsmitgliedern überproportional hoch sei. Laut Umfragen von Infratest dimap hätten bei der Bundestagswahl zudem 21 Prozent der Arbeiter und 22 Prozent der Arbeitslosen AfD gewählt.

In der quer durch alle Bevölkerungsschichten bereits zur breit verankerten Volkspartei gewordenen AfD gebe es Unternehmer und Handwerker genauso wie Angestellte und Arbeiter, sagte Mannes und fügte hinzu: „Dass die AfD ihr sozialpolitisches Profil weiter ausbauen will, zeigt auch die im Dezember 2017 erfolgte Wahl des langjährigen Gewerkschaftsmitglieds Guido Reil in den AfD-Bundesvorstand.“ Der Bergmann und Betriebsrat aus Essen war nach 26 Jahren aus der SPD ausgetreten und hatte mit seinem Wechsel bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Mannes blickt angesichts der aktuellen politischen Lage und der Umfragewerte optimistisch auf die Landtagswahl am 14. Oktober. Die AfD liege bayernweit etwa gleichauf mit SPD und Grünen. Der Ministerpräsidentenwechsel von Horst Seehofer zu Markus Söder habe der CSU nicht genutzt. Zu sehr habe Söder „seinen Start durch die Kreuz-Debatte und den Streit um das neue Polizeiaufgabengesetz verstolpert.“

Mannes erinnerte daran, dass Bayern bei der Bundestagswahl mit 12,4 Prozent der AfD-Zweitstimmen und damit einer Million Wählerstimmen bereits das beste westdeutsche Ergebnis für seine Partei beigesteuert hatte. Im Landkreis Günzburg erreichte die AfD 15,97 Prozent der Zweitstimmen und lag damit deutlich vor der SPD.

Bei der Versammlung zur Vorstandswahl wurde Friedrich Holzwarth aus Leipheim im Amt des Schatzmeisters bestätigt. Er ist Direktkandidat für die Bezirkswahl und steht auf Listenplatz 4. Dr. Michael Gleich, Chemiker aus Burtenbach, wurde zum Schriftführer gewählt.