„Die Arier“ – Die bekannte Filmemacherin Mo Asumang wagte sich an ein schwieriges Thema

Am Dienstag, 27.10.2015, kommt die bekannte TV-Moderatorin und Filmemacherin Mo Asumang nach Augsburg. Sie zeigt ihren Film „Die Arier“ um 19.30 Uhr im Filmsaal des Zeughauses Augsburg (Eintritt 5 Euro). mo_Presse_04_Fotos_jpg-9-7-MB "Die Arier" - Die bekannte Filmemacherin Mo Asumang wagte sich an ein schwieriges Thema News Politik Arier Mo Asumang Zeughaus | Presse Augsburg
 
Noch nie hat sich jemand filmisch konkret an das Thema ARIER gewagt. Und das, obwohl unter der vermeintlichen Marke Arier in Deutschland gegen Menschen anderer Religion, Hautfarbe oder Geschlechtsorientierung gehetzt und gemordet wurde und wird. Auf einer persönlichen Reise versucht die Afrodeutsche Mo Asumang herauszufinden, was hinter der Idee vom „Herrenmenschen“ steckt.

Sie begibt sich zu Pseudo-Ariern auf Nazi-Demos, reist zu den wahren Ariern in den Iran, trifft sich in den USA mit weltweit berüchtigten Rassisten und begegnet dem Ku-Klux-Klan.Der Dokumentarfilm ist eine Tour de Force in die Abgründe des Rassismus.

Arier sind groß, blond, blauäugig und von weißer Hautfarbe. Ein weitverbreiteter Irrglaube, massiv geschürt durch die „Rassentheorie“ der Nazi-Diktatur, der sich bis heute hartnäckig hält. Mo Asumang machte sich auf die Suche nach den echten Ariern. Vor allem aber führt ihr Film in die rechtsextreme Szene in Deutschland und den USA, wo sie mit Propagandisten und Mitläufern spricht, um deren Weltbild auf den Grund zu gehen. Was Asumang dabei zutage fördert, ist entlarvend und oft hochgradig grotesk.

„Die Arier“ klagt nicht an, ist kein Lehrfilm im klassischen Format, sondern fesselt durch die direkte Konfrontation der Angehörigen der vermeintlichen Herrenrasse mit ihrem „Feindbild“ in Gestalt der dunkelhäutigen Regisseurin. Mo Asumang traf NPD- Demonstranten in Mecklenburg-Vorpommern, begleitete den Fackelzug von Elite-Burschenschaften zur Wartburg. Sie geht freundlich auf die Menschen zu, fragt, was für sie Deutschsein bedeute – und stößt auf Abweisung, Schweigen, Verunsicherung.

Mit ihrer entwaffnend offenen Art gelingt Mo Asumang ein tiefer Blick in die Seele des Rassismus. Dass dessen Motivation vor allem Angst, das Gefühl der Ohnmacht und die Suche nach Schutz in der Gruppe sind, mögen Wissenschaftler vielfach dargelegt haben. Doch in der direkten Konfrontation, die Asumang wagt, ist „Die Arier“ ein rares, aufrüttelndes, hervorragend gemachtes Dokument.

„Jeden Rassisten kann man relativ schnell schachmatt setzen, wenn man ihm nicht mit Gegenhass begegnet und ihm so die Möglichkeit nimmt, in der Vorstellung seines Feindbildes zu bleiben“, sagt Asumang. Ein mutiger Film, der jede Aufmerksamkeit verdient.