Aufnahmeeinrichtungen überfüllt | Auch in Augsburg müssen erste Flüchtlinge in eine Turnhalle

Der Flüchtlingsstrom nach Bayern lässt nicht nach. Immer mehr Menschen drängt es nach Deutschland, besonders viele kommen in Bayern an. Die Erstaufnahmeeinrichtungen sind aber vielerorts bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. Nun müssen auch in Augsburg erstmals Asylsuchende in einer Schulturnhalle untergebracht werden.

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Helfer des BRK versorgten die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft. | Foto: Annette Zoepf

Am heutigen Sonntag sind erstmals auch in Augsburg Flüchtlinge in einer Schulturnhalle untergebracht worden. Rund 140 Menschen sollen nach Angaben der Augsburger Hilfsorganisationen in der Turnhalle der Reischleschen Wirtschaftsschule im Hochfeld eine erste Zuflucht finden. Die ersten trafen bereits gegen Mittag aus Niederbayern in der Fuggerstadt ein, weitere 100-130 sollten im Laufe des Sonntags folgen. Innerhalb kürzester Zeit hatten die Einsatzkräfte eine komplette Infrastruktur aufgebaut – von Babynahrung bis zu Spielsachen und Hygieneartikeln für die Familien aus Krisengebieten in Afghanistan, Syrien und dem Irak. Das Bayerische Rote Kreuz übernahm federführend die Verpflegung und Betreuung der Flüchtlinge, während Malteser und Johanniter gemeinsam die medizinische Erstuntersuchung übernommen haben. „Wenn man die Menschen sieht und ihre Geschichten erfährt, hilft man sofort und gerne“, so BRK-Zugführer Felix Schöpf.

Die Schulturnhalle musste nun umfunktioniert, da der Flüchtlingsstrom weiter ungebrochen nach Bayern fließt. Gerade in Niederbayern sind die Erstaufnahmekapazitäten bis zum letzten Platz ausgeschöpft. Aus diesem Grund greifen die Beamten der Bundespolizei die Menschen direkt vor Ort auf und leiten diese weiter. Das bayerische Staatsministerium sucht nach alternativen Einrichtungen und verteilt diese auf das ganze Gebiet des Freistaats. So auch nach Augsburg, allerdings wurden auch hier die letzten freien Plätze in den regulären Erstaufnahmeeinrichtungen (gestern in der Zusamstraße) vergeben. Aus diesem Grund wurde nun das Notlager in der Wirtschaftsschule eingerichtet.

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Die Flüchtlinge kamen an der Rückseite der Schulturnhalle mit einem Bus aus Niederbayern an. | Foto: Annette Zoepf

Doch auch diese Unterkunft wird nicht lange reichen. Alleine in der kommenden Woche werden noch rund 800 Flüchtlinge in Schwaben erwartet und auf Augsburg, Sonthofen und Donauwörth verteilt werden. Eine schwierige Aufgabe steht vor den Kommunen, dies weiß auch Augsburgs Sozialreferent und 3.Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer: „Wir können uns auf die Augsburger Hilfsorganisationen und ihre Ehrenamtlichen verlassen. Dafür können wir nicht genug danken. Zugleich müssen wir gemeinsam mit den anderen staatlichen Einrichtungen Sorge dafür tragen, Menschen in Not weiterhin gut aufnehmen zu können“, so Dr. Kiefer.