Die Bundesliga steht wegen des Coronavirus vor schweren Zeiten

Die Bundesliga steht wegen des Coronavirus vor schweren ZeitenAls zu Beginn der Hinrunde in der Bundesliga und den Auftaktpartien im DFB-Pokal wieder Zuschauer in die Stadien der Bundesliga durften, hatten viele gehofft, die schweren Zeiten seien vorbei und es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Bundesligavereine die Kapazitäten ihrer Stadien wieder voll ausnutzen dürfen.

Football 1396740 1280Doch haben die zweite Welle der Corona Pandemie in Deutschland und die damit verbunden neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 diesem Wunschdenken einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da auch nach mehr als zwei Wochen „Lockdown light“ die Zahlen der Neuinfizierten nicht deutlich senken, muss sich die Bundesliga auf weitere Monate mit großen Umsatzverlusten einstellen.

DFL zeigt sich enttäuscht

Als Ende Oktober klar wurde, dass im Zuge der neuen Maßnahmen auch das Einlassen von Fans zu Bundesligapartien wieder verboten wird, zeigte sich die Deutsche Fußballliga enttäuscht. In einem offiziellen Statement der DFL zeigte diese zwar Verständnis, merkte aber an, dass die Vereine detaillierte Hygienekonzepte erstellt hätten und von den Bundesligaspielen somit nur ein sehr geringes Infektionsrisiko ausgehe.

Millioneneinbußen an jedem Spieltag

Schätzungen gehen davon aus, dass jedem Bundesligaverein pro Heimspiel, dass sie vor leeren Rängen austragen müssen, rund 1,5 Millionen Euro verloren gehen. Zwar generieren die Clubs auch Einnahmen durch den jeweiligen Anteil an den Fernsehgeldern und durch Sponsoringverträge, doch wiegen die Verluste schon schwer. Da das Personal im Stadion während Geisterspielen deutlich reduziert ist, sind auch Hunderte Arbeitsplätze in der Bundesliga in Gefahr. Dabei sind die Unternehmen, die im Umfeld der Stadien durch die Fanmassen viel verdienen, nicht mit eingerechnet.

Steigerung des Leistungsgefälles

Die hohen Umsatzeinbußen wird nicht jeder Bundesligaclub gleichermaßen abfangen können. Während die großen Clubs, wie Bayern München und Borussia Dortmund am wahrscheinlichsten den Titel holen, die Verluste abfedern können, stehen andere kleinere Clubs wie der FC Augsburg vor schweren Zeiten. Teure Investitionen und Transfers werden aufgrund der Unsicherheiten durch die Corona Pandemie aktuell hinten angestellt. Es ist zu erwarten, dass das Leistungsgefälle zwischen den Topclubs und den schwächeren Bundesligamannschaften steigt und Überraschungen auf den Europapokalplätzen seltener werden.

Bundesliga blickt in ungewisse Zukunft

Da die Infektionszahlen im Zuge des Lockdown light nach zwei Wochen nicht im gewünschten Maße zurückgegangen sind, muss sich auch die Bundesliga sorgen um die Zukunft machen. Zwar sind größere Infektionswellen unter Spielern und dem Betreuerteam bisher ausgeblieben und der Spielbetrieb gilt auch für die Rückrunde als gesichert, doch ist damit zu rechnen, dass es noch an vielen Spieltagen zu Geisterspielen kommen wird. Aktuell wird nicht über eine Lockerung der Maßnahme sondern über eine Verschärfung diskutiert und es ist gut möglich, dass es auch 2021 Geisterspiele geben wird. So werden den Clubs am Ende des Jahres große Summen in den Kassen fehlen und es könnte dazu kommen, dass manch Bundesligaverein finanzielle Hilfen braucht, um zu überleben.