Die Frage steht im Raum: „Darf gespielt werden?“ – Augsburg am Rande des Lockdowns

Augsburg steht am Rande eines zweiten Lockdowns. Die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 scheint unaufhaltsam zu steigen. Eine Situation die auch am FCA nicht spurlos vorbeigeht.

Herrlich sieht die aktuelle Lage mit Sorgen Foto: Wolfgang Czech

Die 7-Tage-Inzidenz in Augsburg liegt aktuell bei 205,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Es gelten verschärfte Schutzmaßnahmen im Stadtgebiet, auch Geisterspiele in der Bundesliga gehören dazu. Sogar ein zweiter Lockdown wird Seitens der Stadt nicht mehr ausgeschlossen. Auch am FC Augsburg geht dies nicht spurlos vorüber. „Wir haben das selbst nicht in der Hand, wir versuchen maximale Vorkehrungen zu treffen.“, so Trainer Heiko Herrlich. Bisher ist man damit bei der Bundesligamannschaft auch gut durchgekommen. Felix Götze war in der Sommerpause positiv auf Covid-19 getestet worden, war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wieder im Trainingsbetrieb gewesen. Der FC Augsburg war, anders als andere Teams, selbst noch nicht betroffen. Kein Grund um die Lage außer Acht zu lassen.

„Die Allgemeinsituation macht natürlich nachdenklich. Ich hoffe, dass die Maßnahmen die von der Regierungsseite gemacht wurden, dass die auch schnell greifen, dass die Zahlen wieder stagnieren.“, so Herrlich weiter.

Lockdown hätte fatale wirtschaftliche Folgen

Bis die Zahl der Neuinfektionen tatsächlich wieder fallen, ist an Zuschauer in der eigenen Arena nicht zu denken. Aus der vor Kurzem von Geschäftsführer Michael Ströll geforderten Erhöhung der erlaubten Zuschauerzahlen (6.000 in Augsburg) wird bis auf Weiteres nichts werden. Sollte der am heutigen Sonntag von Seiten der Stadt in den Raum gestellte zweite Lockdown kommen, heißt die Frage eher „Darf gespielt werden?“. Das Heimspiel gegen Mainz 05 am kommenden Samstag stünde dann wohl auf der Kippe. Wirtschaftlich sind die Geisterspiele ein Desaster, die fehlenden Einnahmen aus Ticketverkauf, Catering und Co. würden dauerhaft schwer zu Buche schlagen. Dem FCA fehlt eine hohe sechsstellige Summe pro Spieltag auf dein Einnahmenseite. Dazu könnte ein zweiter Lockdown endgültig für Probleme bei einigen Sponsoren und in der Folge für Finanzlöcher beim FCA sorgen. Auch viele der zahlreichen Jobs, die an solch einem Fußballspiel hängen würden wohl längerfristig gestrichen werden. Securitymitarbeiter und Würstlverkäufer, Ticketverkäufer und Bedienung in der Innenstadtkneipe, sie alle werden ohne (in der normalen Anzahl) Zuschauer im Stadion nicht benötigt.

In Augsburg hofft man, dass dies nicht soweit kommt. Zuvor tritt man zum Montagabendspiel bei Bayer 04 Leverkusen an. Gegen die Werkself konnte der FCA bisher noch nie gewinnen. Aktuell ist man gut drauf, jetzt möchte die Herrlich-Elf durch ein ordentliches Ergebnis für ein bisschen gute Stimmung in schweren Zeiten sorgen.