Die KPI Dillingen informiert zum Phänomen Anlagebetrug und einem aktuellen Fall mit 46.500 Euro Vermögensschaden

 
Mit kleinen Beträgen satte Gewinne machen – Vorsicht Anlagebetrug!

Dieses Versprechen machen derzeit prominent platzierte Werbeanzeigen im Internet und in Fachzeitschriften zu digitalen Themen. Sie sollen den Leser animieren, Geld in Finanzprodukte wie Bitcoins und Aktien zu investieren und locken mit gigantischen Gewinnen und Renditen von bis zu 1000 Prozent. Doch Vorsicht – hinter diesen Anzeigen lauert oft Betrug!

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Wer auf ein solches Angebot eingeht und auf der entsprechen Internetseite anmeldet, bekommt bald einen Anruf eines vermeintlichen persönlichen Beraters. Diese wirken wie Profis und versuchen ihre Opfer mit Fachbegriffen um den Finger zu wickeln. Ein Blick auf das gerade eröffnete Kundenkonto lässt die Opfer dann oftmals staunen, denn das soeben investierte Geld vermehrt sich rasant – allerdings nur auf ihrem Bildschirm. In Wahrheit ist das Geld längst weg.

Noch gravierender wird es, wenn die Täter eine sogenannte Remote-Software (Fernwartungssoftware) auf den PC ihrer Opfer aufspielen, um vermeintlich bessere Beratung anbieten zu können. Damit können die Täter direkt und ungeniert auf das Online Banking ihrer Opfer zugreifen.

Die Opfer sind in der Regel eher unerfahrene Anleger, deren Überforderung schamlos ausgenutzt wird. Für ihre Werbeanzeigen bedienen sich die Betrüger prominenter Persönlichkeiten, die vermeintlich voller Begeisterung eine Investition als Geheimtipp anpreisen und dieser einen seriösen Anstrich geben sollen. Tatsächlich wissen die Werbeträger oftmals gar nicht, dass ihr Name dafür missbraucht wird.

Die Kriminalpolizei Dillingen registrierte in ihrem Schutzbereich dieses Jahr bereits 20 Fälle mit dieser Betrugsmasche. Die Schadenssummen liegen nicht selten im fünf- oder gar sechsstelligen Eurobereich. Insgesamt wurden die vermeintlichen Anleger um rund 784.000 Euro betrogen.

Erst am vergangenen Freitag (10.09.2021) fiel ein 62-jähriger Mann aus dem Landkreis Donau-Ries auf diese Masche herein. Bereits im August 2020 reagierte er auf eine Werbe-E-Mail, in welcher ihm die lukrative Anlageform unterbreitet wurde. Nach Kontaktaufnahme mit einem scheinbaren Broker investierte er so bis Februar diesen Jahres 46.500 Euro auf einer Internetplattform. Als er sich allerdings seinen Erlös ausbezahlen lassen wollte, forderten die geschickt agierenden Betrüger weitere 55.000 Euro an Gebühren und Steuern. Darauf ließ sich der Geschäftsmann dann allerdings nicht mehr ein.

Der Tatablauf, wie hier geschildert ist nahezu immer identisch. Nach einer ersten Investition gaukeln die kriminellen Betreiber derartiger Seiten ihren Opfern Gewinne vor und bewegen sie so zu weiteren Einlagen. Tatsächlich werden die eingezahlten Gelder aber nie angelegt. Das Angebot, die Internetseite und das vermeintlich für das Opfer angelegte Kundenkonto sind nur vorgetäuscht („gefaked“). Oft ziehen sich die Betrügereien über Monate hin, bis die Anleger schließlich die Auszahlung ihres Guthabens verlangen. Dann fordern die Kriminellen oft noch eine vermeintliche Gebühr oder drohen unverhohlen mit dem Verlust des ohnehin bereits verlorenen Geldes, der nur durch eine neue Investition abgewendet werden könne. Anschließend brechen sie den Kontakt ab und die Internetseiten sind plötzlich nicht mehr erreichbar.

Wenn Sie Geld richtig anlegen möchten, raten wir folgendes:

– Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber.
– Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum Vertragsabschluss drängen.
– Nutzen Sie den Service von Verbraucherzentralen und spezialisierten Anwälten (z.B. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht) und lassen Sie die Ihnen vorliegenden Angebote prüfen.
– Produkt-Zertifizierungen (z.B. TÜV- oder andere „Siegel“) sind vor allem Werbemittel und bieten in der Regel weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen.
– Prüfen Sie in der Unternehmensdatenbank der BaFin unter der Internetadresse https://www.bafin.de/, ob es sich um ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen handelt.

Seien Sie misstrauisch, wenn:

– Sie Ihren Berater nicht erreichen und ihn nicht zurückrufen können.
– Sie auf Ihrem Kundenkonto eine positive Preisentwicklung beobachten, das Geld sich aber noch nicht auf Ihrem Konto befindet.
– Sie zu weiteren Investitionen animiert werden, um Ihre Gewinne zu sichern.
– eine Remote-Software (Fernwartungssoftware) auf Ihrem PC installiert werden soll.

 
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