Die Polizei warnt: Betrügerische Anrufwelle

Im Laufe des gestrigen Tages (20.01.2021 kam es vermehrt zu betrügerischen Anrufen in Stadt und Land. Betrüger versuchten mit unterschiedlichen Maschen an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Einmal leider mit Erfolg.
Symbolbild

Ein Betrüger versprach einer 86-jährigen Seniorin aus dem Stadtteil Kriegshaber eine Gewinnausschüttung in Höhe von 47.848 Euro, wenn sie Gutscheine von Amazon im Wert von 650 Euro bei einem Supermarkt kaufen und an einen Abholer in einem Geldtransporter übergeben würde. Letztendlich verweigerte die vermeintliche Gewinnerin den Kauf der Gutscheine, sodass der Täter das Telefonat beendete. Zu einem Vermögensschaden kam es nicht.

Eine 72-Jährige Anwohnerin in Kriegshaber erhielt einen verzweifelten Anruf ihrer angeblichen Enkelin, die sich Bargeld leihen wollte, nachdem sie bei einer Auktion viel Geld verloren hätte. Die Seniorin erkannte den bereits bekannten Enkeltrick als Betrugsmasche und gab an die Polizei zu verständigen. Die vermeintliche Enkelin beleidigte daraufhin die Angerufene und legte auf.

Als Polizeibeamter aus Augsburg gab sich ein Betrüger beim Telefonat mit einer 70-Jährigen aus. Der Seniorin aus Kriegshaber berichtete der falsche Polizeibeamte, dass ihr Sohn einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätte und nun 8.000 Euro für die Freilassung aufzuwenden wären. Nachdem die Angerufene angab den Betrag nicht zahlen zu können, erkundigte sich der vermeintliche „Meier Polizei Augsburg“ nach Wertgegenständen und Bankkonten. Den Anruf gab der falsche Polizeibeamte an einen weiteren Betrüger weiter, der sich als Verwaltungsbeamter des Amtes in Augsburg ausgab. Nachdem die 70-Jährige die Betrugsmasche erkannte legte sie kurzerhand auf. Die Seniorin verhielt sich vollkommen richtig und gab keinerlei sensiblen Daten an den unbekannten Täter weiter.

Diesmal als vermeintlicher Kriminalpolizist rief ein Betrüger eine 72-Jährige aus dem Stadtteil Pfersee an. Der Unbekannte teilte mir, dass die Tochter der Seniorin verunglückt sei. Die Angerufene schenkte den Aussagen jedoch keinen Glauben, teilte dies dem Betrüger mit und beendete das Telefonat.

Ein Senior aus dem Hochfeld wurde ebenfalls mit gleicher Masche angerufen. Hier teilte ein „Thomas Schmid“ vom Polizeipräsidium mit, dass seine Tochter einen Autounfall hatte und sie deshalb nun für zwei bis drei Wochen ins Gefängnis muss. Der 86-Jährige verhielt sich vorbildlich, wollte seine Tochter sprechen und suchte nebenbei deren Telefonnummer heraus. Daraufhin wollte der Anrufer plötzlich nichts mehr wissen und legte auf.

Die gleiche Geschichte erzählte ein Anrufer mit unterdrückter Telefonnummer einer 54-Jährigen aus dem Spickel. Auch er behauptete ein Beamter der Polizeidirektion (die es schon seit über zehn Jahren nicht mehr gibt…) zu sein. Ihr Sohn habe einen Unfall verursacht, bei dem ein kleines Mädchen schwer verletzt worden sei. Deswegen befinde sich der Sohn nun in Untersuchungshaft. Als der vermeintliche Polizeibeamte dann noch erwähnte, dass sie mit niemanden darüber sprechen dürfe, beendete sie unter einem Vorwand das Gespräch.

Eine 76-Jährige aus Haunstetten erhielt einen Anruf einer Frau, die sich als ihre Nichte ausgab und tatsächlich stimmlich ähnlich klang. Als sie jedoch die Geschichte vom Autokauf erzählte, bei der die Bank einen Fehler gemacht habe und ihr deshalb jetzt kein Geld mehr auszahlen wurde, erkannte die Seniorin die Betrugsmasche und konterte knallhart: Sie wisse dass öfters alte Leute abgezockt werden und von ihr kein Geld zu erwarten sei. Damit war das Gespräch beendet.

Insgesamt dreimal wurde ein 65-Jähriger aus Stadtbergen von einer angeblichen „Auflöseorganisation“ einer staatlichen Lotterie angerufen. Ihm wurde mitgeteilt, dass seine Kontodaten abgeglichen werden müssen, um den Vertrag aufzulösen und damit weitere Abbuchungen zu vermeiden. Nachdem der Angerufene jedoch bei keiner Lotterie mitmacht und auch sonst keine diesbezüglichen Abbuchungen hat, gab er keine sensiblen Daten preis und beendete das Gespräch.


Leider nicht so glimpflich verlief ein Telefonat mit einem Betrüger, der sich mit einer abgewandelten Betrugsmasche einen hohen vierstelligen Bargeldbetrag ergaunerte:
Einer über 80-jährigen Anwohnerin des Universitätsviertels stellte sich ein „Marco Schneider“ von Mercedes Benz vor. Er teilte der Seniorin mit, dass ihr Enkel einen Verkehrsunfall hatte und nun Geld für ein neues Auto benötige. Hierzu forderte er zunächst einen Betrag von 40.000 Euro, den die Angerufene von der Bank holen sollte. Als die Rentnerin angab nur Bargeld im oberen vierstelligen Eurobetrag im Haus zu haben, wies er die Frau an vor die Türe zu kommen, da er dort bereits warte. Den Rest wollte er dann am Abend abholen. Im Anschluss legte die Seniorin auf und übergab dem Unbekannten die vereinbarte Summe. Erst später kam ihr das Ganze merkwürdig vor und rief bei einem Bekannten an, der sie dann über die Betrugsmasche aufklärte.