Die momentan sich weiter zuspitzende Situation im Hinblick auf die Unterbringung von Asylbewerbern und ukrainischen Kriegsflüchtlingen war Thema der jüngsten Bürgermeisterdienstbesprechung. Landrat Markus Müller hat diese Thematik auf die Tagesordnung gesetzt, nachdem die bayerische Staatsregierung Anfang September wegen der Zunahme der Flüchtlingszahlen die Landkreise aufgefordert hatte, unverzüglich weitere Unterbringungskapazitäten zu schaffen.

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Im Landkreis stellt sich der Sachstand bei der Unterbringung von Asylbewerbern und Kriegsflüchtlingen aktuell wie folgt dar:

  • In den kommenden Monaten ist bundesweit mit einem verstärkten Zuzug von Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern zu rechnen, da verschiedene Fluchtfaktoren (insbesondere Eskalation der Lage in der Ukraine und Zunahme der Flüchtlinge auf der Balkanroute) zusammenkommen.
  • Nach dem sog. Königsteiner Schlüssel muss der Freistaat Bayern 15,6% aller in der Bundesrepublik ankommenden Asylbewerber unterbringen. Innerhalb des Freistaates entfallen davon auf den Regierungsbezirk Schwaben 14,4% und davon wiederum 5,1% auf den Landkreis Dillingen a.d.Donau. Die Regierung von Schwaben betreibt aktuell in Zusamaltheim, Lauingen, Dillingen, Wertingen und Höchstädt Gemeinschaftsunterkünfte, in denen momentan 159 Asylbewerber untergebracht sind. Daneben unterhält sie Übergangswohnheime in Wertingen und Binswangen für Personen, die nicht dem Asylverfahren unterliegen.
  •  Das Landratsamt hat 70 dezentrale Unterkünfte angemietet, die sich über das ganze Landkreisgebiet verteilen und in denen 680 Personen (davon 217 aus der Ukraine) wohnen. Freie Plätze sind noch 60 vorhanden. Diese freie Platzkapazität wird jedoch kurz- und mittelfristig signifikant sinken, da im Rahmen des sog. Bayernausgleichs ukrainische Kriegsflüchtlinge und daneben weitere Asylbewerber dem Landratsamt zur Unterbringung zugewiesen werden.
  • In fast allen Kommunen gibt es entweder eine Gemeinschaftsunterkunft oder dezentrale Unterkünfte.
  •  Ungeachtet dessen ist die Anmietung weiterer dezentraler Unterkünfte notwendig, was sich allerdings zunehmend schwierig gestaltet.

„Sollte die Anmietung weiterer dezentraler Unterkünfte nicht genügen, bleibt als „ultima ratio“ nur die Belegung von Sporthallen“, betonte Landrat Markus Müller.

 

Er zeigt sich besorgt über die aktuelle Entwicklung und das in absehbarer Zeit sich noch weiter verschärfende Krisenszenario bei der Flüchtlingsunterbringung.    Deshalb warb er bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, alle nur denkbare Unterbringungsmöglichkeiten, seien es Aufstellflächen für Wohncontainer oder leerstehende Bestandsimmobilien, schnellstmöglich zu eruieren und dem Landratsamt zu melden.

In diesem Zusammenhang bittet der Landrat auch alle Privatpersonen, leerstehenden Wohnraum dem Landratsamt zur längerfristigen Anmietung durch den Freistaat Bayern anzubieten. Aufgrund der gegenüber sonstigen Mietverhältnissen größeren Belegungsdichte der Mietobjekte ist grundsätzlich ein Zuschlag zur ortsüblichen Miete als Kompensation für die verstärkte Abnutzung möglich. Interessenten können ihre Angebote an die E-Mail-Adresse asyl-unterbringung@landratsamt.dillingen.de senden oder auf der Homepage des Landkreises durch Klick auf die Rubrik Aktuelles & Kurzinfos unter „Informationen zum Ukraine-Konflikt“ mittels Kontaktformular übermitteln. Zudem können sich Bürgerinnen und Bürger bei Angeboten bezüglich Wohnraum auch gerne telefonisch unter 09071/77062-152 an das Team Asyl und Integration wenden.