Die Straßenbahnlinie 3 nach Königsbrunn ist in den vergangenen Wochen gut in Fahrt gekommen und läuft nun nach Einschätzung der Stadtwerke Augsburg (swa) rund. Trotz der Einschränkungen durch Corona auch in den vergangenen Wochen nutzen täglich bereits sehr viele Fahrgäste die neue Verbindung zwischen Königsbrunn und Augsburg. Zuletzt wurde noch die Ampelanlage am Bahnübergang Siedlerweg fertiggestellt und wird nach der Freigabe in Betrieb gehen.

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Die neue Straßenbahnlinie 3 erfreut sich bei den Königsbrunner Bürgerinnen und Bürgern ganz überwiegend großer Beliebtheit. Foto: swa / Thomas Hosemann

„Nach einer Inbetriebnahme sind immer Anpassungen im Echtbetrieb nötig, die vorher nicht minutiös geplant werden können“, erklärt swa Projektleiter Martin Müller. „Bei der Linie 3 ist das vergleichsweise schnell gelungen.“ Gleichzeitig wollen die swa auftretenden Lärm verringern, über den sich direkte Anwohner an der Tasse beklagt hatten. Und auch die Anschlüsse zu den Bussen des AVV werden regelmäßig überprüft und mit dem AVV abgestimmt.

Gleich mit der Eröffnung der Linie wurden die Ampelschaltungen an den Kreuzungen genau eingestellt. „Wenn eine Tram auf eine Ampel zufährt, muss der Abstand zur Kreuzung genau stimmen, ab dem die Ampel das Signal bekommt für die Straßenbahn auf ‚Grün‘ zu schalten“, erklärt der Leiter der swa-Verkehrstechnik, Werner Leistner. Schließlich sollen die Straßenbahnen vor der Kreuzung nicht langsamer werden oder gar anhalten müssen. Andererseits sollen aber auch die Autos, Radler oder Fußgänger nicht unnötig lange an einer roten Ampel stehen. „Eine funktionierende ÖPNV-Beschleunigung kommt insofern auch allen anderen Verkehrsteilnehmern zugute“. Dass die Ampel am Siedlerweg erst jetzt in Betrieb gehen konnte, lag an Lieferengpässen der Herstellerfirma.

Auch was die Fahrzeiten und die Pünktlichkeit angeht ist die Linie 3 im Plan. „Die Trams sind bis auf wenige Ausnahmen sehr pünktlich unterwegs“, freut sich die Leiterin der Fahrplanung, Sandra Ender. Am 25. April werden im Fahrplan die Fahrzeiten zwischen den Haltestellen „Brahmsstraße“ und „Königsbrunn Mindelheimer Straße“ in Richtung Königsbrunn geringfügig angepasst, Abfahrt ist jeweils eine Minute früher. Die Ankunftszeit in Königsbrunn Zentrum bleibt identisch.

Neue Situation auch für Anwohner

Aber nicht nur für die Fahrgäste in Königsbrunn hat sich mit der Linie 3 so einiges geändert. Auch für die unmittelbaren Anwohner. Wo über Jahrzehnte eine begrünte, ruhige Trasse freigehalten wurde, fahren nun Straßenbahnen. Auch wenn der dadurch entstehende Verkehrslärm unter den gesetzlichen Grenzwerten liegt und die Stadt Königsbrunn auf freiwilliger Basis zusätzlich Schallschutzwände finanziert hat, empfinden das manche direkten Anwohner als Beeinträchtigung. Etwa 50 Anwohner, fast ausschließlich aus Königsbrunn, haben sich nach Inbetriebnahme bei den swa hauptsächlich wegen Lärmbelästigungen oder Erschütterungen in ihren Häusern persönlich bei den swa gemeldet. „Mit vielen haben wir Gespräche geführt, waren zum Teil bei ihnen zu Hause oder vor Ort entlang der Strecke“, sagt Projektleiter Martin Müller.

In rund 15 Gebäuden wird ein Gutachterbüro in den kommenden Wochen Erschütterungsmessungen während der Vorbeifahrt einer Tram durchführen. Die swa gehen auch den Hinweisen nach, dass einzelne Bahnen zu laut seien oder zu Erschütterungen führen würden. Ursachen hierfür können übermäßig unrunde Radreifen der Straßenbahn mit Flachstellen sein oder der Lärm entsteht im Gleisbereich im Zusammenspiel Rad-Schiene.

Mit einem Maßnahmenplan wollen die swa nun solche Lärm- und Erschütterungsursachen so weit möglich reduzieren. Dazu gehören, eine optimale Gleispflege mit regelmäßiger Schienenreinigung und Schienenschleifen oder die konsequente Pflege der Radreifen der Straßenbahnen. Dazu werden die swa eigens eine Radreifenmessanlage in ihrer Werkstatt anschaffen und eine Erschütterungsmessanlage im Gleisbereich anbringen.