Die Youngstars der Kangaroos wollen auch gegen Treuchtlingen bestehen

Vor fünf Jahren starteten sie beim TV Augsburg gemeinsam in das erste Jugendbundesligaprojekt (JBBL) in der Augsburger Basketballgeschichte. Heute gehören Raphael Braun (20), Max Uhlich (20), Florian Spindler (19), Milan Tesic (19) und Julian Breuer (18) allesamt zum Kader der ersten Herrenmannschaft der BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen.Basketball-kangaroos Die Youngstars der Kangaroos wollen auch gegen Treuchtlingen bestehen Basketball News News Sport 1. Regionalliga Südost Basektball BG Leitershofen/Stadtbergen TV Augsburg VfL Treuchtlingen | Presse Augsburg

Gemeinsam haben sie, dass sich alle fünf Spielanteile in der 1. Regionalliga Südost sichern wollen. Noch wichtiger sind ihnen aber Siege für das Team, und da soll am Samstagabend im Spitzenspiel gegen den VfL Treuchtlingen (Spielbeginn 19.30 Uhr Osterfeldhalle) im siebten Saisonspiel möglichst der sechste Sieg erzielt werden. Was gleichbedeutend wäre, dass die Kangaroos dann auch an diesem Wochenende mindestens den momentanen zweiten Tabellenplatz (punktgleich mit Spitzenreiter Nördlingen) verteidigen würden.

Von dem seinerzeit durch den TVA  ins Leben gerufene Jugendprojekt profitieren die Leitershofer Basketballer heute nachhaltig. Dass es einmal fünf Spieler bis in deren erste Herrenmannschaft schaffen würden, war damals aber sicher noch nicht abzusehen. Dazu spielt mit Nicolas Breuer (20), den es studienbedingt in die zweite österreichische Liga nach Salzburg verschlagen hat, sogar ein sechster Akteur aus diesem Team aktuell höher klassig. BG-Trainer Adnan Badnjevic blickt zurück: „Die meisten Vereine in der Region haben damals versucht, das Kernteam des TVA mit ihren Spielern zu unterstützen. Die Kooperation ist dann stetig gewachsen. Das ist auch die einzige Möglichkeit, engagiert Jugendarbeit zu betreiben. Der ein oder andere schafft so vielleicht sogar den Weg ganz nach oben, wichtig für uns ist aber, dass eben für unsere Teams auch Spieler ausgebildet werden. Denn da ist das Niveau ja auch inzwischen so hoch, dass die Ausbildung über die Jugendteams der Stammvereine einfach nicht mehr ausgereicht hätte, neue Wege angesagt waren“, sieht Badnjevic das damalige zarte Pflänzchen wachsen und gedeihen. Die Entwicklung der Talente liegt ihm und Co-Trainer Robert Mattis sehr am Herzen. Leistungsschwankungen werden da in Kauf genommen, aber wann immer sich die Gelegenheit bietet, werden die Youngstars auch aufs Feld beordert und schmücken den Kader nicht nur in der Breite. Momentan am weitesten sind dabei Raphael Braun und Max Uhlich. Braun, aus dem TSV Gersthofen hervorgegangen, bekam in Leitershofens Zweitligateam bereits Einsätze, wurde dann aber letzten Winter durch eine Verletzung zurückgeworfen. In der aktuellen Spielrunde hat er sich aber gleich zu Saisonbeginn einen Platz in der Starting-Five erkämpft und diesen bis heute trotz großer Konkurrenz, aber eben auch dank guter Leistungen nicht mehr abgegeben: „Momentan profitiere ich davon, dass ich nach der langwierigen Verletzung absolut fit bin. Da ich meine Ausbildung bei der bayerischen Polizei erst Anfang 2015 beginne, hab ich auch die ein oder andere Option auf ein zusätzliches Training mehr, und das gibt einem im Spiel dann die nötige Sicherheit“, so Braun, der nach seiner TVA-Zeit schon früh den Weg über das zweite Leitershofer Herrenteam und die Bayernligamannschaft des TVA bestritt, in dieser Phase auch mit der U18 der BG den dritten Platz bei der bayerischen Meisterschaft erreichte. Braun am nächsten kommt aktuell der gleichaltrige Max Uhlich. Die Stunde des 12-Klässlers der Montessori Oberschule schlug Mitte Oktober in Nördlingen. Bis dato mit eher wenigen Spielminuten bedacht wurde er im vierten Viertel eingewechselt und brachte richtig Druck ins bis dato etwas leblose Leitershofer Spiel, auch wenn die Wende bei der einzigen Saisonniederlage nicht mehr gelang: „Unser Trainer hat mir nach dem Spiel gesagt, dass er mich eigentlich hätte früher bringen müssen, ich aber eine Chance in den nächsten beiden Spielen erhalte. Dass es dann gegen Oberhaching und Bayreuth gleich rund 25 Minuten mit jeweils zweistelligem Score wurde, war umso schöner“, freut sich Uhlich, der nach der JBBL Zeit den Weg über die Jugendabteilung des FC Bayern München wählte. Dort erhielt er eine gute Ausbildung in der NBBL und Regionalliga. Am Ende führte ihn der Weg aber zurück nach Augsburg, der Weg zum Profi ist in München besonders anstrengend und Uhlich  war seine schulische Ausbildung ohnehin wichtiger. Ebenfalls kurz vor dem Abitur steht Julian Breuer am Annagymnasium in Augsburg. Chefcoach Badnjevic bescheinigt ihm spielerisch das größte Talent aller Nachwuchsakteure. Dass der Jüngste in dieser Gruppe bisher in der Regio nur wenige Einsatzminuten bekam  lag auch daran, dass er in der heißen Vorbereitungsphase auf Abiturfahrt weilte. „Mit André Lockhart habe ich aber natürlich auch einen unserer beiden Importspieler auf meiner Position direkt vor der Nase. Gerade in engen Spielen gilt dieser dann als gesetzt. Ich versuche nun, im Training von André zu lernen, kann über die Doppellizenz in der Regio 2 Spielpraxis sammeln, möchte mir bis Weihnachten aber auch noch Spielanteile in der Ersten erarbeiten und Verantwortung für das Team übernehmen“, wünscht sich Breuer, dessen Vorbild sein älterer Bruder Nicolas ist, zumindest was den Basketballweg betrifft.  Denn der avancierte in der abgelaufenen Saison auch vom Ergänzungsspieler zum absoluten Leistungsträger in der PRO B.

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Von Verletzungen blieben die Kangaroos ja bisher im Saisonverlauf weitestgehend verschont, allerdings waren es ausgerechnet zwei aus der jungen Riege, die dieses Schicksaal erlitten hat. Florian Spindler musste bereits drei Spiele wegen Knieproblemen aussetzen. Der Allrounder und ausgezeichnete Distanzschütze musste sich so im breiten Kader der BG erst einmal wieder hinten anstellen. Spindler, Schüler an der Fachoberschule Neusäß, will aber keine Hektik aufkommen lassen: „Die Trainer verlangen von mir, dass ich noch körperlich zulege. Mittelfristig möchte ich mich in der Rotation nach vorne kämpfen. Meine Zukunft sehe ich in Leitershofen, da ich auch nach dem Abitur nächsten Sommer meine Lehre in der Region machen werde“, so Spindler. Den Weg über das Programm eines Erstligisten wählte – wie schon Max Uhlich – auch Milan Tesic. Der einzige nicht gebürtige Augsburger im Quintett (er stammt aus Memmingen) ging vom TVA direkt zur ratiopharm Akademie nach Ulm, spielte dort NBBL und Regionalliga und galt als einer der besten Blocker in der Nachwuchsbundesliga. Nach dem Abitur stellte er sein Studium in den Vordergrund. „Den Weg über zweifelhafte semiprofessionelle Engagements in der PRO A oder B wollte ich nicht bestreiten, für mich war immer klar, dass ich studiere und wenn möglich ambitioniert Basketball nebenbei spiele“, so Tesic. Dass der Student der technischen Informatik (1. Semester an der Hochschule) dies jetzt in der alten Heimat tätigen kann freute ihn natürlich besonders. Nach seiner Knieverletzung ist er aber erst vor Kurzem ins Mannschaftstraining zurückgekehrt und benötigt laut den Trainern noch etwas Zeit, denn überstürzt wird da nichts.

Co-Trainer Robert Mattis ist mit dem aktuellen Status zufrieden: „ Die Rahmenbedingungen im Basketballsport in Augsburg haben sich zuletzt doch verbessert. Der TVA macht eine herausragende Arbeit in der JBBL, mit Christian Ohler stellen wir da auch den aktuellen Trainer. Die wenigsten Jungs dieser Teams werden aber mit Basketball ihr Geld verdienen. Das ist unsere Zielgruppe, egal ob sie es nun über den externen Weg probieren wie Milan oder Max oder eben über unsere Herrenteams sich nach oben arbeiten. Alle fünf Jungs im Team werden ihren Weg in unserer Ersten gehen, und das ist dann auch schon Ansporn für die Nachwuchsakteure, die heute bereits wieder in der aktuellen JBBL-Mannschaft spielen“, sieht Mattis das Nachwuchsprojekt im Schatten der großen Basketballstandorte momentan auf einem guten Weg.

Auch wenn Schule, Studium und Beruf für die fünf Nachwuchsakteure  im Vordergrund stehen, über die Zielsetzung sind sich alle auf Nachfrage absolut einig: „Klar, wir wollen mit den Kangaroos in die PRO B aufsteigen, je schneller desto besser“, so die einhellige Meinung. Da käme ein Sieg am Samstagabend gegen den ambitionierten und wegen seiner vielen Scharfschützen gefürchteten Tabellenvierten  Treuchtlingen natürlich gerade gelegen.