DIHK bangt um Zukunft der Azubis

Die Corona-Pandemie könnte für Auszubildende gravierende Folgen haben – und auch für alle, die demnächst auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz gehen. Davor warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer internen Analyse, aus der die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagausgabe) zitiert. „Wenn Einnahmen fehlen und Berufsschulen geschlossen sind, geraten bestehende Ausbildungsverhältnisse in Gefahr“, heißt es in dem Papier.

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Auch die Sicherung von neuen Ausbildungsangeboten für das kommende Ausbildungsjahr werde „von Tag zu Tag schwerer“. Oberstes Ziel müsse nun sein, Kündigungen zu verhindern. „Betriebe sollten alle Mittel ausschöpfen, um Ausbildung weiter zu gewährleisten“, heißt es in dem Vorschlag des DIHK für ein Zehn-Punkte-Programm. So könnten Betriebe die Ausbildung an die mangelnde Auslastung anpassen und Lerninhalte vorziehen. Denkbar sei auch, mit anderen Firmen zu kooperieren oder die Ausbildung an eine überbetriebliche Einrichtung zu übertragen. Azubis aus kleineren Einzelhandelsgeschäften etwa könnten zeitweise in Supermärkten beschäftigt werden, wenn dort die weitere Ausbildung gewährleistet sei. Auszubildende aus insolventen Betrieben müssten rasch weitervermittelt werden, bei Kurzarbeit müssten auch Auszubildende vom ersten Tag an Kurzarbeitergeld erhalten – und nicht erst nach sechs Wochen. Auch sollten Bund und Länder temporäre Zuschüsse prüfen, mit denen existenzgefährdete Betriebe weiter eine möglichst komplette Vergütung zahlen können. Ausbildungsprüfungen müssten so bald wie möglich nachgeholt werden, die Berufsschulen vermehrt auf digitalen Unterricht umsteigen. Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Auszubildende. Im August und September beginnt das nächste Ausbildungsjahr, normalerweise für eine halbe Million Schulabgänger. Doch viele Unternehmen könnten nun den Abschluss neuer Ausbildungsverträge verschieben, warnt der DIHK. Deshalb solle der Bund Betrieben, die zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten, einen finanziellen Bonus bieten. Auch sollten Angebote wie das „Freiwillige Soziale Jahr“ ausgeweitet werden – als Puffer für alle, die in ihrem Wunschberuf nichts finden.