Das Bistum Augsburg hat heuer zum zweiten Mal einen Schöpfungspreis ausgeschrieben. Die Preisträger wurden heute im Haus St. Ulrich in Augsburg für ihr Engagement zum Wohl der Schöpfung ausgezeichnet. Aufgrund der Vielzahl und Qualität der Bewerbungen entschied sich die Jury jeweils drei erste Plätze in den Kategorien Kita, Pfarreien sowie kirchliche Einrichtungen/Verbände zu vergeben.

Foto Daniel Jäckel_pba

Den ersten Preis in der Kategorie „Kitas“ erhielt die Kindertageseinrichtung St. Laurentius in Thalfingen, in der Kategorie „Pfarreien“ die Pfarreiengemeinschaft Heilig Geist – Zwölf Apostel aus Augsburg-Hochzoll und in der Kategorie „Kirchliche Einrichtungen und Verbände“ die Benedictus-Realschule Tutzing. Die Jury bestand aus Mitgliedern des diözesanen Arbeitskreises „Schöpfung bewahren“ unter der Leitung der Umweltbeauftragten der Diözese Augsburg, Andrea Kaufmann-Fichtner, und Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier als Schirmherr. Sie wählte die drei Preisträger aus 31 eingereichten Bewerbungen von elf Kindertageseinrichtungen, zehn Pfarreien, sowie neun kirchlichen Einrichtungen/Verbänden und einer Familie aus. Prälat Meier überreichte den drei Gewinnern den Siegerpreis in Höhe von 1000 Euro. Für die weiteren Platzierungen in den einzelnen Kategorien gab es 800 und 600 Euro.

Seinen Dank richtete Prälat Meier jedoch an alle Bewerber und lobte deren großes Engagement: „Der Schöpfungspreis soll beflügeln. Dass die Diözese Augsburg nicht nur auf eine gerade gängige Öko-Welle setzt, zeigt sie dadurch, dass nun schon zum zweiten Mal der Schöpfungspreis ausgelobt wurde.“ Er sei tief beeindruckt sowohl von der Zahl als auch von der Vielfalt der eingereichten Projekte. „Mit dem Schöpfungspreis will die Diözese nicht den moralischen Zeigefinger erheben, sondern ein Ausrufezeichen setzen“, so Prälat Meier. Wir alle seien mitverantwortlich, dass unser gemeinsames Haus, die „Schwester Erde“, wie Franz von Assisi sagt, bewohnbar bleibt. „Gerade heute stehen wir vor der Alternative, entweder einen Garten zu pflegen oder mitschuldig zu werden, wenn aus der Erde eine Müllhalde wird.“

Der Diözesanadministrator stellte in seiner Laudatio zu den Preisträgern besonders das Plastikfasten, die nachhaltige Pflanzung von Bäumen und energiesparende Maßnahmen heraus. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass es bei der Bewahrung der Schöpfung um eine konzertierte Aktion vieler Protagonisten gehe: „Wagen wir den Schulterschluss auch über den kirchlichen Tellerrand hinaus!“

Prämiert wurden Projekte, die einen sorgsameren Umgang mit den Ressourcen dieser Welt fördern, die zur Erhaltung und Bereicherung von Lebensräumen beitragen, die zum Nach- und Mitmachen im Bereich Ökologie anregen und die den Aspekt „Gerechtigkeit und ökologisches Handeln weltweit“ in den Fokus stellen.

Kurzzusammenfassung der Laudationes:

1. Preis in der Kategorie „Kita“ (Preisgeld 1.000 Euro)

Kindertageseinrichtung St. Laurentius, Thalfingen (Projekt: „Nachhaltigkeit in der Kita erleben – unserer guten Schöpfung Hoffnung geben“)

1. Preis Kategorie Kita_Kindertageseinrichtung St.Laurentius Thalfingen | Foto Daniel Jäckel_pba

Mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ sind sowohl das Kita-Team, die Kinder als auch die Eltern schon längere Zeit beschäftigt. Als konkretes Projekt fanden Klima-Aktionswochen statt mit dem Ziel, Plastikverpackungsmüll zu reduzieren. In drei Schritten sollte dieses erreicht werden. Anfangs stand die Auseinandersetzung mit dem Problem „Plastikmüll“, dann das Sichtbarmachen durch Sammeln des anfallenden Verpackungsmülls und zu guter Letzt wurden die Ergebnisse der Aktion gesammelt und Konsequenzen für den Kita-Alltag formuliert.

Begründung der Jury: „Durch die konkrete Aktion wurde das Problem Plastikmüll sehr deutlich erkannt, das eigene Verhalten wurde reflektiert und konkrete Schritte zu einer Verhaltensänderung erarbeitet und eingeübt. Große Bedeutung kommt der Einbeziehung der Eltern zu, die ebenfalls zu einer konkreten Änderung ihres Konsumverhaltens führte. Die religionspädagogische Einbettung der Aktion sowie weiterführende konkrete Aktionen zur Vermeidung von Plastikmüll rechtfertigen den ersten Platz.“

1. Preis in der Kategorie „Pfarreien“

Pfarreiengemeinschaft Heilig Geist – Zwölf Apostel, Augsburg-Hochzoll  (Projekt: „Weniger Plastik – Ich tue was“)

1. Preis Kategorie Pfarreien_Pfarreiengemeinschaft Heilig Geist-Zwölf Apostel_Augsburg-Hochzoll | Foto Daniel Jäckel_pba

Ausgezeichnet wurde ein Kooperationsprojekt verschiedener Gruppen aus den Pfarreien Heilig Geist (Arbeitskreis Schöpfung-Mission) und Zwölf Apostel (Eine-Welt-Arbeitskreis) zusammen mit dem Pfarrer und unter Einbeziehung aller Gruppen in der Pfarreiengemeinschaft im Aktionszeitraum „Fastenzeit“. Startpunkt war am Aschermittwoch mit einer Predigt unter Einbeziehung von Misereor-Hungertuch und der Enzyklika „Laudato si“. Am ersten Fastensonntag wurde das Projekt vorgestellt. Es wurden Baumwollbeutel für Obst/Gemüse an die Gottesdienstbesucher abgegeben und diese zu einer Selbstverpflichtungserklärung sowie zu einem Vortrag über Segen und Fluch der Kunststoffe eingeladen. An den darauffolgenden Fastensonntagen wurde ein „Tipp der Woche“ zum Plastikfasten verkündet und an der Pinnwand in der Kirche angebracht. Auch die Kita von Zwölf Apostel hat das Projekt-Thema aufgegriffen und zur Sensibilisierung der Kinder und Eltern beigetragen.

Begründung der Jury: „Ein konsequentes, durchdachtes, vielseitiges Projekt unter Einbeziehung vieler Beteiligter und konkreten Umsetzungen für einen bestimmten Zeitraum.“

1. Preis in der Kategorie „Kirchliche Einrichtungen“

Benedictus-Realschule Tutzing (Langzeit-Ökologieprojekt: „Mensch sein für die Schöpfung Gottes“)

1. Preis Kategorie Kirchliche Einrichtungen_Benedictus-Realschule Tutzing | Foto Daniel Jäckel_pba

Prämiert wurde die Benedictus-Realschule Tutzing für ein Ökologieprojekt, das seit 12 Jahren läuft und sich die Bewahrung der Schöpfung zum Hauptziel gesetzt hat. Konkrete Ziele seien u.a. der Erhalt gefährdeter Ökosysteme, die Förderung der Bereitschaft zum aktiven Naturschutz und die Vertiefung des Wissens über ökologische Lebensgemeinschaften und deren Zusammenhänge. „Schüler, Eltern und Lehrer werden auf ökologische Problemfelder aufmerksam gemacht und zum aktiven Tun angeregt“, heißt es in der Begründung der Jury. Bislang hätten sich rund 240 Schüler und Lehrer daran beteiligt. Schwerpunkt des Projekts ist die Pflege und Renaturierung verschiedener Moorflächen im Raum Tutzing, Penzberg und Weilheim.

Begründung der Jury: „Durch das aktive, körperliche Tun und die theoretische Wissensvermittlung wird ein starkes Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung vermittelt. Das Projekt ist auf einen langfristigen und nachhaltigen Effekt angelegt. An verschiedenen Einsatzorten konnten im Lauf der Jahre deutliche Verbesserungen des Ökosystems festgestellt werden.“

Die weiteren Platzierungen und Preisträger

Kategorie „Kita“

  • 2. Platz: Kath. Kindergarten Maria Rosenkranzkönigin in Dillingen-Schretzheim
  • 3. Platz: Kita St. Elisabeth, Augsburg-Lechhausen

Kategorie „Pfarreien“

  • 2. Platz: Pfarrei Heilig Kreuz in Bobingen-Straßberg und Pfarrei St. Andreas in Affing-Anwalting
  • 3. Platz: Ministrantengruppe der Pfarrei St. Martin in Günzburg und Ministrantengruppe der Pfarrei St. Gordian und Epimachus in Pleß-Fellheim

Kategorie „Kirchliche Einrichtungen und Verbände“

  • 2. Platz: Regens Wagner Dillingen
  • 3. Platz: Kloster Maihingen