DIVI: Corona-Intensivpatienten verdoppeln sich in etwa zehn Tagen, auch in Augsburg

Intensivmediziner gehen davon aus, dass sich die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in spätestens 10 Tagen von heute an erneut verdoppelt haben wird. Politiker aus Bund und Ländern müssten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Krankenhäuser den Regelbetrieb einstellen können, sagte der Vorsitzende der Deutschen interdisziplinären Vereinigung der Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, der RTL/n-tv-Redaktion. „Aus dem Regelbetrieb heraus – damit wird Fachpflegepersonal aus der Anästhesie freigesetzt“, so Janssens.

Divi Corona Intensivpatienten Verdoppeln Sich In Etwa Zehn TagenKrankenwagen, über dts Nachrichtenagentur

Dieses Anästhesiefachpflegepersonal sei genau die Lösung. „Die haben die gleiche Ausbildung wie Intensivschwestern und können uns dann auch helfen.“ Zurzeit lägen deutschlandweit deutlich mehr Covid-19-Patienten auf den Normalstationen als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Pandemie.

Ein Drittel von ihnen würden in der Folge intensivpflichtig. „Parallel dazu behandeln wir aber auch andere schwerkranke Patienten auf Intensivstationen. Das setzt uns aber zusätzlich unter Druck“, sagte der DIVI-Chef. Das dürfe man nie vergessen, „dass wir auch die Patienten haben, die nicht Covid-19 haben und die auch das gleiche Recht haben auf ein Intensivbett, auf eine regelhafte und gute Versorgung und auch auf operative Eingriffe, die notwendig sind“.

Die Situation in Augsburg spitzt sich ebenfalls zu

Auch im Augsburg Uniklinikum wird die Lage immer angespannter. Laut dem DIVI-Intensivregister stehen von insgesamt 167 Intensivbetten nur noch 34 zu Verfügung. Aktuell befinden sich dort 34 COVID-19 Fälle aktuell in intensivmedizinischer Behandlung, davon invasiv beatmet 12.

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Vor zehn Tagen hatten in Augsburg noch 17 Patienten eine intensivmedizinische Versorgung benötigt. Die Uwe Janssens-Aussage von der Verdopplung der Fallzahlen gilt also auch in der Schwabenmetropole.

In den Kliniken an der Paar (Landkreis Aichach-Friedberg) werden 17 positiv getestete Patienten stationär behandelt, davon befinden sich sechs auf der Intensivstation, die alle sechs beatmet werden.

dts/pa