Douglas schließt europaweit 500 Filialen – 60 Geschäfte in Deutschland betroffen

Die Parfümeriekette Douglas bekommt den Lockdown massiv zu spüren. Trotz massiver Einbrüche im Filialgeschäft konnte der Handelsriese nach mehrmonatigen Lockdowns einen Konzernumsatz von 3,2 Mrd. Euro ausweisen , der damit nur um 6,4 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres von 3,5 Mrd. liegt. Doch der stationäre Vertrieb setzt Dogulas unter Druck. Europaweit werden deshalb hunderte Filialen geschlossen werden.Douglas Logo Hq Haupteingang

Die monatelangen Lockdowns während der COVID-19-Pandemie haben den allgemeinen Trend zum Online-Shopping zusätzlich beschleunigt. Angesichts dieses nachhaltig veränderten Käuferverhaltens in Richtung online hat Douglas bereits seit Sommer 2020 das gesamte europäische Filialnetz sorgfältig überprüft, Anpassungen angekündigt und diese Analyse jetzt abgeschlossen. Von derzeit europaweit 2.400 Standorten sollen rund 500 geschlossen werden – der Großteil davon in Südeuropa. Von den mehr als 430 Filialen in Deutschland sind rund 60 von den Maßnahmen betroffen. Für die rund 600 Betroffenen der insgesamt über 5.200 Filialmitarbeiterenden in Deutschland hat Douglas in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit eine Transferagentur beauftragt, um sie bei ihrer beruflichen Neuorientierung zu unterstützen. Zudem werden den betroffenen Filialmitarbeiterenden Abfindungsleistungen angeboten, die nach Unternehmensangaben besser sind als derzeit in der Branche üblich.

„Die notwendige Verkleinerung des Filialnetzes geht einher mit Investitionen in Flagship-Stores in Top-Lagen, international führenden Marken und dem konsequenten Ausbau des digitalen Handels in ganz Europa. Douglas vollzieht seit 2018 einen massiven Wandel und zeigt, wie kein zweites traditionsreiches Handelsunternehmen in Europa, wie stark die Kombination von Stationär- und Online-Handel ist. Damit wird unser Unternehmen auch künftig seine Chancen ergreifen und ist mittlerweile das einzige erfolgreiche Plattform-Unternehmen mit einer Historie von über 100 Jahren.“, so Tina Müller, Group CEO Douglas.Tina Mueller Ceo Douglas Scaled

Mit der Plattformstrategie gestaltet Douglas die langfristigen Veränderungen im Konsumentenverhalten aktiv mit, insbesondere die massive Verschiebung in den digitalen Handel und den Ausgleich der damit einhergehenden Rückgänge im Filialgeschäft. Die Corona-Pandemie hat diesen Wandel nochmals beschleunigt. Die Anpassung des Filialnetzes ist damit ein notwendiger Schritt. Die Zukunftsfähigkeit jeder Filiale wurde in den vergangenen Monaten individuell auf Basis umfassender Einzelanalysen geprüft, die auch das wichtige Weihnachtsgeschäft berücksichtigen.

Europaweit wird Douglas daher voraussichtlich rund 500 Filialen schließen. Der Großteil der Schließungen findet in den Ländergesellschaften in Südeuropa statt, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie in besonderem Maße betroffen sind. Zudem hat Douglas in einigen dieser Märkte durch frühere Akquisitionen ein sehr dichtes, teilweise überlappendes Filialnetz. Über die genaue Ausgestaltung der Maßnahmen werden in diesen Märkten Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen.