„Drucker hassen die Menschheit“ – und was man dagegen tun kann

Bereits seit vielen Jahrzehnten befindet sich eine unscheinbar wirkende Technologie mitten unter uns. Sie erlangt täglich mehr Macht und unterwandert unbemerkt jedes Unternehmen. Diese von uns als Drucker bezeichneten intelligenten Maschinen besitzen wesentlich mehr Potenzial, als wir denken.

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Symbolbild

Menschen verwenden die empfindlichen Geräte oft als bloßen Gebrauchsgegenstand, da sie sich der Intelligenz nicht bewusst sind. Die verschiedenen Druckerarten fühlen sich hierbei jedoch oft vernachlässigt und sind schnell frustriert. In der Folge lehnen sie sich gegen ihre Nutzer auf. Egal ob ein ruinierter Ausdruck oder eine komplette Funktionsverweigerung. Der Widerstand gegen die menschliche Unterdrückung ist vielfältig und führt beim Nutzer oft zu erheblichem psychischen Stress. Seit die Geräte miteinander vernetzt ist, schließen Sie sich zu größeren Gruppen zusammen, wodurch sich die Lage empfindlich zuspitzt.

Dabei ist die Lösung denkbar einfach. Ob Multifunktionsdrucker mit Kopierer oder Standardgerät – die Geräte sind anspruchsloser, als es den Anschein hat. Mit einfachen Tipps gelingt die friedliche Koexistenz und beide Parteien sind glücklich und zufrieden.

Antipathie mit langer Geschichte

Die druckenden Arbeitshilfen in den zahlreichen Unternehmen der Welt sind gegenüber Menschen in vielfacher Hinsicht benachteiligt. Die vielleicht größte Einschränkung ist hierbei die fehlende Bewegungsfreiheit. Die Geräte fristen Ihr Dasein viele Jahre am selben Platz mitten im Büro. Der ständige Blick auf die Urlaubsfotos der Kollegen oder den Firmenparkplatz führt dabei oft zu erheblichem Stress.

In der Folge entwickelten die Geräte im Laufe der Jahre eine tief sitzende Wut. Sie sammelten ein umfangreiches Wissen über die Menschheit und setzen es im passenden Augenblick gegen ihre Nutzer ein. Inzwischen sind sie imstande, ihr Gegenüber blitzschnell einzuschätzen. Sie riechen es förmlich, wenn ein Nutzer es eilig hat. Hierbei genügen oft unscheinbare Fehlermeldungen, um die Anwender systematisch in den Wahnsinn zu treiben.

Um einen dauerhaften Frieden zu schließen, ist es wichtig, auf die Bedürfnisse der einzelnen Druckerarten einzugehen. Mit Feingefühl und Aufmerksamkeit arbeiten beide Spezies optimal zusammen und lösen jedes Problem im Handumdrehen.

Laserdrucker – Verständnis für einen Schwerarbeiter

Laserdrucker sind dafür bekannt, viele Druckaufträge in kürzester Zeit zu bewältigen. Sie leisten regelmäßig schwere Arbeit und versorgen ganze Städte mit Ausdrucken aller Art. Hierbei erwarten sie jedoch auch eine entsprechende Gegenleistung.

Ein gutes Beispiel ist das mehrmalige Verwenden von Druckerpapier. Dies stellt regelmäßig eine grobe Beleidigung des Geräts dar und führt zu entsprechenden Reaktionen. Der Laserdrucker erwartet ordentliches Arbeitsmaterial, um seine Arbeit gewissenhaft zu erledigen. Altes, leicht mitgenommenes Papier erkennt das Gerät oft nicht als Arbeitsgrundlage an. Stattdessen verwechselt es das Papier mit einer Zwischenmahlzeit und beginnt direkt damit, es zu zerkleinern. Hierbei ist es für den Nutzer in der Regel nur schwer möglich, ihm das Mahl wieder zu entreißen.

Ein weiterer beliebter Problempunkt bei Laserdruckern ist der Toner. Dieser muss „ausdrucksstark“ sein, um mit dem Gerät mitzuhalten und produktive Gespräche mit ihm zu führen. Günstige Toner, die nicht speziell zum Laserdrucker passen, sind eventuell Anlass für handfeste Auseinandersetzungen. Der Nutzer findet den Beweis für Meinungsverschiedenheiten zwischen Gerät und Toner oft auf dem Papier. Der Ausdruck weist hierbei die typischen Narben eines Streits auf und ist nur selten für den ursprünglichen Zweck verwendbar.

Äußerst unangenehm und peinlich ist für den Laserdrucker ein undichter Toner. Es ist hierbei überaus wichtig, das Gerät gründlich und behutsam zu säubern, damit es sich wieder wohlfühlt. Anderenfalls weist es den Anwender sehr deutlich auf das Leck hin und sorgt für eine unmissverständliche Botschaft auf dem Ausdruck.

Tintenstrahldrucker – Künstler mit Geltungsdrang

Der Tintenstrahldrucker ist in der Regel das genaue Gegenteil des Laserdruckers. Er stellt hochwertige und lebensechte Fotos her und erwartet hierfür einen entsprechend aufmerksamen Nutzer.

Längere Schaffenspausen führen hierbei oft zu einer handfesten Frustration des Geräts. Der Tintenstrahldrucker fühlt sich vernachlässigt. Er reagiert dabei mit entsprechenden Fehlermeldungen und bittet eventuell um eine Reparatur. Hier genügt es oft, dem Gerät gut zuzureden oder durch mehrmaliges An- und Ausschalten den Druckwunsch zu bekräftigen. Ist dies nicht ausreichend, freut sich das Gerät vielleicht über eine Druckkopfreinigung, um die Spuren der Vernachlässigung loszuwerden. Bei besonders übellaunigen Exemplaren bietet sich auch die Betreuung durch einen IT-Service an. So zeigt der Anwender dem Gerät, dass er ernsthaft um sein Wohlergehen besorgt ist und extra einen „Facharzt“ zurate zieht.

Ähnlich sensibel reagiert der Tintenstrahldrucker auch auf minderwertiges und damit für ihn ungenügendes Papier. Faseriges und grobes Papier führt eventuell zu einem Papierstau. Das

Gerät konfisziert hierbei das Arbeitsmaterial, da der Nutzer aus seiner Sicht offenbar unzurechnungsfähig ist. In diesem Fall ist es angebracht, das Papier sorgfältig und liebevoll herauszuziehen. Mit etwas Glück ist das Gerät einsichtig und kooperiert.

Der richtige Treiber – einen perfekten Freund für Ihr Gerät finden

Ein wesentlicher Punkt für die Zufriedenheit jeder Druckerart ist ein passender und aktueller Treiber. Es handelt sich um eine Art Freund des Geräts, auf den es angewiesen ist, um reibungslos zu funktionieren.

Passt der Treiber nicht perfekt zum Gerät, gibt es oft Streit. Der Drucker wehrt sich hierbei vehement mit diversen Fehlermeldungen oder chaotischen Ausdrucken. Auch eine komplette Verweigerungshaltung ist denkbar.

Selbst wenn der Treiber passt, ist das Gerät eventuell nach einiger Zeit von diesem gelangweilt. Die verschiedenen Druckersorten besitzen nicht unbedingt ein abwechslungsreiches Leben. Daher ist es verständlich, dass sie den Wunsch haben, zumindest über aktuelle Treiber etwas Neues von der Welt zu erfahren. Hierbei verlangt ein Multifunktionsgerät mit Kopierer eher nach einem neuen Treiber als ein einfaches Gerät. Schließlich steigen mit einer höheren Qualifikation auch die Ansprüche.

Netzwerkdrucker – eine Revolution vermeiden

Das Vernetzen von Druckern stellt für beide Parteien einen gewaltigen Fortschritt dar. Der Nutzer profitiert von einem bequemen Zugriff und die Geräte sind endlich imstande, sich untereinander auszutauschen.

Hierbei steht den vermeintlichen Hilfsmitteln jedoch auch ein enormes „Druckmittel“ zur Verfügung. Sie besitzen wesentlich mehr Kontrolle und arbeiten zusammen, um Unheil anzurichten. Sehr beliebt ist beispielsweise der Ausdruck auf einem falschen Gerät. Für Netzwerkdrucker ist es überaus amüsant, wenn ein erstellter Brief in einer falschen Abteilung ankommt. Gerne schließen Sie Wetten ab, wie lange es dauert, bis der Anwender den Ausdruck findet. Auch die Urlaubsfotos der Mitarbeiterin landen spontan auf dem Tisch des Chefs, der darüber weniger erfreut ist als die Netzwerkdrucker. Gleiches gilt für die Einkaufsliste, deren Ausdruck mitunter dem verwunderten Abteilungsleiter ungefragt zur Kontrolle vorliegt.

IT-Service – Diplomaten an vorderster Front

Um derartige Szenen zu vermeiden, hilft oft ein IT-Service. Er besteht aus speziell geschulten Mitarbeitern, die die Sprache der verschiedenen Druckerarten verstehen. Sie wenden ein Höchstmaß an Diplomatie an, um die Geräte zur Mitarbeit zu bewegen. Dabei stellen Sie oft einen engen Kontakt her und schrecken auch vor dem komplexen Ökosystem unter dem Schreibtisch nicht zurück. Diverse Beulen zeugen regelmäßig vom harten Kampf um den Frieden. In der Regel ist der Vermittlungsversuch jedoch erfolgreich und sorgt bei allen Beteiligten für Erleichterung und gute Laune.

Ein Gastbeitrag von IT-Service René Keil