Weiter geht die Auswärtsfahrt: nach Rostock, Göttingen und der EuroCup-Station in Panevezys, geht es zum nächsten Nordlicht der Liga. ratiopharm ulm trifft am Freitagabend auf die EWE Baskets Oldenburg.

Duell eins nach den Karriereenden der beiden Klublegenden: Per Günther und Ricky Paulding haben sich über Jahre hinweg in diesem Aufeinandertreffen duelliert, nun müssen es andere auf dem Parkett richten. Die Ulmer bestreiten das dritte Spiel in sechs Tagen und wollen nun den ersten BBL-Sieg einfahren. Tip-Off in der EWE Arena ist um 20:30 Uhr.

Unnamed5
Foto: BBU

Wieder ein Comeback und wieder im Schlussviertel aus der Hand gegeben. Ein ums andere Mal besiegelt eine enge Crunchtime knappe Niederlagen in umkämpften Spielen, so auch am gestrigen Abend gegen den litauischen Vizemeister Lietkabelis Panevezys. „Wir müssen für enge Situationen im Spiel Automatismen entwickeln, das Vertrauen ineinander. Offensiv müssen wir unsere Stärken in der Ballbewegung nutzen, zusammen als Team agieren und nicht versuchen mit Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen, erklärt Headcoach Anton Gavel nach der jüngsten Niederlage im EuroCup. Der Blick geht nach vorne, denn bereits morgen steht das traditionsreiche Duell mit den Baskets aus Oldenburg auf dem Programm.

Beginn einer neuen Zeitrechnung
Nach dem Karriereende der Kultfigur Ricky Paulding wird aus „Pauldingburg“ wieder Oldenburg. Ein Neuanfang, der bereits auf der Trainerposition beginnt. Pedro Calles hat nach Stationen in Vechta und Hamburg bis 2025 in Oldenburg unterschrieben. Der 39-jährige Spanier steht für einen schnellen und physischen Basketball mit einer aggressiven Ganzfeld-Verteidigung. Allerdings konnte er in sechs Spielen an der Seitenlinie nie gegen eine Ulmer Mannschaft gewinnen. Die DNA des neuen Trainers zeigt sich nach einer starken Vorbereitung auch in den ersten Pflichtspielen der Saison. Bei Siegen über Crailsheim (95:86) und Bayreuth (76:72), inklusive Weiterkommen im BBL-Pokal gegen Würzburg (91:87), blieb einzig im Duell mit dem Rekordmeister Alba Berlin ein Sieg aus (81:89).

Mit den Neuzugängen DeWayne Russell (18,7 Punkte) und Trey Drechsel (15,0 Punkte) haben die Niedersachsen geballte Offensivpower in den eigenen Reihen. Tanner Leissner und Owen Klaasen stehen mit ihrer Größe und Athletik für den physischen Part im Oldenburger Spiel. Calles verfügt mit Max DiLeo außerdem über ein Defensivass, das er sowohl bei seiner Station in Vechta, als auch in Hamburg bereits trainiert hat. Eine besondere Stärke der EWE Baskets bildet das Reboundverhalten. 17,3 Offensivrebounds generiert das Team und stiehlt zusätzlich 8,7 Bälle pro Spiel-Ligabestwerte. 

Headcoach Anton Gavel: Oldenburg spielt enorm aggressiv, versucht den Gegner mit einer intensiven Defense aus dem Konzept zu bringen, zu Fehlern zu zwingen. 
Wir müssen mehr Vertrauen entwickeln, mehr kommunizieren, um dem Oldenburger Druck standhalten zu können. Und es reicht einfach nicht, ein, zwei oder auch drei Viertel ordentlich zu spielen. Wir müssen über das ganze Spiel konzentriert bleiben und unsere Schwächephasen kurzhalten, schnell genug unterbrechen, um am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen.”

Ein Traditionsduell: Insgesamt 55 Spiele bestritten die beiden Teams gegeneinander, davon 18 Begegnungen in den Play-offs und zwei im Pokal. Die Bilanz: 25 Siege für die Ulmer, 30 für die Donnervögel. Aber: Die letzten drei Spiele gingen allesamt an die Ulmer, zuletzt ein 86:78-Erfolg in der heimischen ratiopharm arena.