Die Corona-Pandemie stieß viele Menschen weltweit in eine massive Krise. Sie erkrankten schwer, verloren Angehörige oder litten unter den Auswirkungen des Lockdowns. Während der ersten Welle gingen noch Dankbarkeitsaktionen für das Pflegepersonal viral. Heute wirken die Bekundungen eher leise oder ganz verstummt.

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Symbolbild

Während die physischen, psychischen und wirtschaftlichen Herausforderungen immer größer werden, finden die Anstrengungen der Einzelnen immer weniger Anerkennung. Dabei kann tiefe Dankbarkeit die Menschen gesünder und glückliche machen. Und was brauchen die Bürger aktuell mehr als Gesundheit und Glück. 

Studien belegen: Dankbarkeit ist förderlich in Krisen

Schwere Krisen können Ängste, Depressionen und andere psychische Störungen auslösen. Um diese Folgen abzupuffern, kann Dankbarkeit ein probates Mittel darstellen. Darauf weist zumindest eine Untersuchung aus dem Jahr 2001 hin. Barbara L. Frederikson und ihr Team veröffentlichten im Februar 2003 einen Artikel im US-Magazin Journal of Personality and Social Psychology. Ihre Untersuchung weist darauf hin, dass sich Emotionen wie Dankbarkeit, Liebe und Interesse langfristig positiv auf die Verarbeitung von traumatischen Ereignissen auswirken. Die Forschungsarbeit bezog sich damals auf die Terroranschläge des 11. Septembers. 

Auch die Untersuchung “Counting blessings versus burdens: An experimental investigation of gratitude and subjective well-being in daily life.” lässt ähnliche Schlüsse zu. Darin wurde beobachtet, wie positiv sich Dankbarkeit auf das körperliche und geistige Wohlbefinden von Menschen auswirkt. Insgesamt ging es den Probanden, die tägliche Dankbarkeitsübungen machten, besser als der Vergleichsgruppe.

Einer der Forscher, der renommierte Psychologe Robert A. Emmons, brachte im Jahr 2008 eine Folgestudie auf den Markt. Die dankbaren Probanden waren auch hier zufriedener. Sie schliefen ruhiger, fühlten sich gesünder, waren erfolgreicher und hatten mehr soziale Kontakte. Diese Ergebnisse stimmten mit den Werten aus der ersten Untersuchung aus dem Jahr 2003 überein. Entdeckt wurde aber außerdem, dass dankbare Menschen hilfsbereiter sind. Möglicherweise besitzen Personen, die von Grunde auf wertschätzender sind, deshalb ein stabileres Umfeld, das in Krisensituationen besser zusammenhält. Was sich wiederum positiver auf die Überwindung von Problemen auswirkt. 

Dankbarkeit ist Übungssache

Was ist das Ziel der meisten Menschen? Sie wollen glücklich sein. Ein Teil unseres Glücksempfindens ist genetisch vorbestimmt. Individuen sind von Hause aus unterschiedlich zufrieden. Das eigene Wohlbefinden hängt unter anderem mit verschiedenen Genvarianten zusammen. Scheinbar besitzen Menschen in nordischen Ländern — wie Dänemark und Norwegen – häufiger die Glücksgene als mitteleuropäische Menschen. Das bedeutet, dass sie sich selbst von Natur aus als glücklicher empfinden. 

Aber Menschen sind ihrer Genetik nicht hilflos ausgeliefert. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, sein physisches und psychisches Wohlbefinden zu steigern. Hier kommt die Dankbarkeit ins Spiel. Dadurch, dass sie unser Glücksgefühl und unsere Gesundheit nachgewiesenermaßen positiv beeinflussen kann, sollten wir ihr verstärkt Aufmerksamkeit einräumen. Das gilt immer, insbesondere aber in so außergewöhnlichen Zeiten wie der Corona-Pandemie. 

Wie steigern wir unser Wohlbefinden durch Dankbarkeit? Tatsächlich gibt es einige bewährte Übungen, die von Experten empfohlen werden. Am bekanntesten ist vermutlich das Dankbarkeitstagebuch. Darin wird regelmäßig notiert, wofür der Mensch dankbar ist. Während man früher davon ausging, dass diese Übung am besten täglich wiederholt werden sollte, deutet mittlerweile einiges darauf hin, dass die Wirkung am größten ist, wenn das Tagebuch einmal wöchentlich geführt wird. 

Auch für zwischendurch eigenen sich schriftliche Übungen hervorragend. Sie setzt den Fokus richtig, wenn man beispielsweise kurz drei Dinge notiert, die in den letzten Tagen gut funktioniert haben. Anschließend spürt man nach, wie man sich in den Situationen gefühlt hat. 

Eine weitere Option, um die eigene Dankbarkeit und damit das Glück und die Gesundheit zu stärken, ist das Minus-Spiel. Darin stellt man sich vor, wie das Leben ohne bestimmte Dinge aussehen würde. Wie wäre der Tag ohne die liebe Arbeitskollegin oder das eigene Auto? Wie würde das Leben ohne Familie oder Freunde aussehen? Was, wenn man nicht gesund wäre? Durch die Vorstellung, dass gewohnte Dinge plötzlich weg seien, empfindet der Mensch mehr Dankbarkeit für das, was er hat. 

Im Alltag erleben wir viele kleine Dinge, über die wir uns kurz freuen, sie aber anschließend schnell wieder vergessen. Damit sich die Erinnerung daran länger hält, gibt es einen Trick. Man schnappt sich fünf oder sechs Kieselsteinchen, München oder getrocknete Bohnen und steckt sie in eine Hosentasche. Passiert im Tagesverlauf etwas Schönes, wandert ein Utensil in die andere Tasche. Am Abend beim Ausleeren der Hose erinnert man sich noch einmal an die freudigen Ereignisse. So bleibt das Glücksgefühl länger erhalten. 

Idealerweise wird Dankbarkeit an die nächste Generation weitervererbt. Das passiert zum einen durch die Genetik. Zum anderen können Eltern aber auch mithilfe verschiedener Dankbarkeitsübungen dem Nachwuchs Bewunderung und Anerkennung für dieses Leben weitergeben. 

Kinder sind von den Auswirkungen der Corona-Pandemie im Augenblick extrem stark betroffen. Sie dürfen nicht zur Schule, können keine Freunde treffen. Psychologen schlagen ob der möglichen Folgen bereits Alarm. Durch die wunderbare Wirkung von Dankbarkeit auf Gemüt und Körper können die Übungen auch bei den Kleinen die negativen Effekte der Pandemie abfangen helfen. 

Tipps, um Wertschätzung zu zeigen 

Aber nicht nur sich selbst gegenüber sollte man Dankbarkeit üben. Auch das Umfeld darf in dieser schweren Zeit etwas mehr Aufmerksamkeit erfahren. Kassiererinnen, Mitarbeiter in Testzentren, Pflegepersonal, Polizisten und viele andere Berufsfelder halten das Land am Laufen. Ihnen gebührt ein großes Dankeschön. 

Genauso wichtig ist es aber auch, der Friseurin, dem Kosmetiker, dem Fitnesstudio-Besitzer oder anderen Geschäften zu zeigen, dass man weiterhin an ihrer Seite steht, auch wenn sie teilweise seit Wochen geschlossen haben. Die Großeltern, die mit den Enkelkindern regelmäßig skypen, damit die Eltern eine halbe Stunde ungestört Homeoffice machen können, freuen sich ebenfalls über eine Anerkennung. 

Die Frage ist, wie man am besten seine Dankbarkeit übermittelt, wenn persönliche Treffen fast ausgeschlossen sind? Gleichzeitig ist das Budget bei vielen aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation nicht besonders groß. Ein Anruf oder eine Kurznachricht sind bereits eine schöne Geste.

Für wenige Euro werden zauberhafte Postkarten angeboten, auf denen aufmunternde Worte den Empfänger erreichen. Onlinedruckereien wie meine-kartenmanufaktur.de offerieren, Karten nach eigenen Vorstellungen zu individualisieren. Auf der Plattform können Bilder hochgeladen, Schriftarten und Farben verändert werden. So entstehen wunderschöne Erinnerungsstücke und besonders kreative Hintergründe für eine aufmunternde Nachricht. 

Wer etwas tiefer in die Tasche greifen kann, der sendet vielleicht Blumen. Bei Händlern wie floraprima.de gibt es sogar noch ein gratis Geschenk dazu. Auch eine Pizza-Lieferung zum örtlichen Krankenhaus für die fleißigen Arbeiter auf der Intensivstation ist eine geschätzte Aufmerksamkeit. 

Von einem selbst gepflückten Blümchen bis zu einer größeren Spendenaktion kann Dankbarkeit auf unterschiedlichste Weise ausgedrückt werden. Wichtig und entscheidend ist nur, dass sie von Herzen kommt. Dann haben Schenker und Beschenkter etwas davon.  (pm)