Mit 5:3 gewinnt der EHC Königsbrunn sein Heimspiel gegen die “Sharks“ des ESC Kempten. Nach einem bärenstarken ersten Drittel machten sich die Brunnenstädter die Begegnung unnötig schwer und brachten die Allgäuer wieder in die Partie, am Ende siegt der EHC aber verdient gegen einen kampfstarken Gegner.

Jubel
Am Ende hatte der EHC Grund zum Feiern, der Sieg war hochverdient. | Foto: diz-pix.de

Beide Mannschaften konnten mit gut gefülltem Kader antreten und begannen mit 18 Feldspielern. Bis auf den Langzeitverletzten Alexander Strehler und dem berufsbedingt fehlenden Julian Becher war der EHC komplett. Im Tor der Brunnenstädter stand von Beginn an Stefan Vajs.

Königsbrunn startete stark in die Partie, vom Anpfiff an agierten die Brunnenstädter mit viel Geschwindigkeit. Schon nach 45 Spielsekunden stand es 1:0 für den EHC, bei angezeigter Strafe gegen die Sharks setzte sich Tim Bullnheimer im gegnerischen Drittel durch und legte quer zu Peter Brückner. Dieser schob dann souverän zur frühen Führung für Königsbrunn ein. Der EHC bestimmte die Partie und setzte Kempten unter Druck, musste aber in der sechsten Minute in Unterzahl den Ausgleich hinnehmen. Eine Sekunde vor Ablauf einer Strafe gegen die Brunnenstädter nutzte der Kemptener Topscorer Martynek einen Abpraller vor dem gegnerischen Tor und traf zum 1:1. Doch Königsbrunn ließ sich dadurch nicht beirren und legte nur zwei Minuten später die erneute Führung nach. Gustav Veisert netzte nach einem sauber herausgespielten Konter zum 2:1 ein. Auch danach war der EHC die tonangebende Mannschaft und war drückend überlegen. In der 13. Spielminute tankte sich dann Viktor Shakhvorostov spektakulär durch die gegnerischen Reihen und schloss mit dem 3:1 ab. Königsbrunn verpasste es aber, bis zur Drittelpause weitere Treffer nachzulegen und die Führung weiter auszubauen.

Tempo
: Mit viel Tempo und Spielwitz dominierte der EHC das erste Drittel fast nach Belieben (in schwarz Dennis Tausend). | Foto: diz-pix.de

Statt im zweiten Drittel so weiterzuspielen, ließ sich der EHC nur 14 Spielsekunden nach Wiederanpfiff auskontern und fing sich einen gut herausgespielten Konter der Gäste zum 3:2 ein. Bei den Sharks hatte es in der Pause wohl eine deutliche Ansprache gesetzt, Kempten war nun präsenter als in den ersten 20 Spielminuten. Den nächsten Treffer markierten aber die Brunnenstädter, in der 24. Spielminute legte Viktor Shakhvorostov in Überzahl seinen zweiten Treffer zum 4:2 nach. Auch danach war der EHC die spielbestimmende Mannschaft, bis zur letzten Pause blieben jedoch beide Mannschaften torlos.

Shak
Viktor „Shak-Attack“ Shakhvorostov erzielte wieder zwei Tore, sein Treffer zum 3:1 war spektakulär. | Foto: diz-pix.de

Im letzten Spielabschnitt versuchten die Gäste, die Schlagzahl zu erhöhen und die Partie zu drehen. Das nächste Tor erzielte jedoch der EHC, in der 46. Spielminute kam Marco Sternheimer zu seinem ersten Treffer. Nach feiner Einzelleistung überwand er per Bauerntrick den gegnerischen Goalie und netzte zum 5:2 ein. Statt den Sack nun zuzumachen, kassierte Königsbrunn zehn Minuten vor Spielende das 5:3. In Überzahl erzielten die Sharks den Anschlusstreffer, ein abgefälschter Schuss fand den Weg ins Tor der Brunnenstädter. Der ESC Kempten drängte auf einen weiteren Treffer und hatte nun seine stärkste Phase, doch Königsbrunns Tormann Vajs hielt seinen Kasten sauber. Mehr als ein Pfostentreffer war aber nicht mehr drin, auch die Herausnahme des Goalies zugunsten eines weiteren Feldspielers brachte nicht den gewünschten Erfolg. Am Ende gewinnt der EHC verdient mit 5:3 gegen die kampfstarken Allgäuer.

Für Königsbrunn sind es wichtige drei Punkte gegen einen nie aufsteckenden Kontrahenten, doch schon am nächsten Wochenende stehen zwei Spiele gegen den Topfavoriten TEV Miesbach an. Um bestehen zu können, bedarf es einer weiteren Steigerung und mehr Konstanz.

EHC-Coach Bobby Linke freute sich über den Sieg, fand aber auch Grund zur Kritik: „Wir waren heute auf Wiedergutmachung aus, hatten gut trainiert und wollten volles Tempo gehen. Das hat die Mannschaft mit den neu formierten Reihen zunächst gut umgesetzt. Wir waren offensiv brutal stark, defensiv hatten wir aber Luft nach oben, das müssen wir verbessern. Wenn du zwei Tore führst, musst du das auch mal verwalten können, geduldig bleiben und deine Arbeit machen. Dann kannst du auch selbst kontern, wir sind nach dem 3:2 in einige Konter gelaufen, das war nicht gut und nicht unser Anspruch. Dennoch, wir waren heute die bessere Mannschaft, kämpferisch kann man Kempten keinen Vorwurf machen, die haben gut mitgehalten, auch beim Tempo. Wir müssen aus so einem Spiel lernen, die Partie früher zu unseren Gunsten zu entscheiden. Das Tempo heute hat gepasst, das stimmt mich zuversichtlich. Allerdings müssen unsere Stürmer auch besser mit nach hinten arbeiten.“

Tore: 1:0 Brückner (Bullnheimer, Sternheimer) (1.), 1:1 Martynek (Nadeau, Rau) (6.), 2:1 Veisert (Bullnheimer) (8.), 3:1 Shakhvorostov (Prokopovics) (13.), 3:2 Gosselin (Martynek, Schwarz) (21.), 4:2 Shakhvorostov (Sternheimer, Veisert) (24.), 5:2 Sternheimer (46.), 5:3 Kröber (Zimmer, Grötzinger) (50.)

Strafminuten:  EHC Königsbrunn 12    ESC Kempten 14    

Zuschauer: 499