Die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hält eine diplomatische und friedliche Lösung im Krieg gegen Russland aktuell für ausgeschlossen.Ukraine Flag Gafd8Bc2D9 1280

Im Interview mit „RTL/ntv“ sagt Timoschenko: „Putin will die ganze Ukraine zerstören und das ganze ukrainische Volk töten“ Die von Russland vorgeschlagene Lösung, die besetzten Gebiete zu annektieren und die ukrainische Armee nahezu aufzulösen, dem werde ihr Land niemals zustimmen. „Sie wollen, dass wir unsere Kultur begraben“, so die ukrainische Politikerin und sagt weiter: „Sehr viele Ukrainer werden jeden Tag getötet – das werden wir nie verzeihen und nie vergessen.“ Die Vorschläge Russlands würden auch nicht zu einem Ende des Krieges führen sondern zu einer Verlängerung des Konflikts, so die ehemalige Ministerpräsidentin und sagt betont: „Es gibt nur einen Weg für uns – den Sieg auf dem Schlachtfeld.“ Laut Timoschenko sei der Krieg in ihrer Heimat kein Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, sondern ein Krieg der gesamten freien Welt gegen Russland. „Die ganze Welt steht vor dem dritten Weltkrieg“, betont die Ukrainerin und sagt weiter: „Wir führen diesen Krieg und sind bereit ihn auf unserem Territorium zu beenden, wenn wir die Hilfe dafür bekommen.“

Timoschenko dankt Deutschland für die bisherigen Hilfen und lobt die Rolle des Bundeskanzlers im Ukraine-Krieg. „Die Ukrainer sind dem Bundeskanzler und dem deutschen Volk sehr dankbar dafür, dass Deutschland imstande war das Verhältnis zu Russland zu ändern.“ Deutschland habe mit die stärksten Sanktionen gegen Russland eingeführt, unterstütze die Ukraine finanziell und nehme viele ukrainische Flüchtlinge auf, all das würden die Ukrainerinnen und Ukrainer sehr zu schätzen wissen, hebt Timoschenko hervor. Sie würde auch genau sehen, dass Deutschland durch die Folgen des Krieges unter wirtschaftlichen und sozialen Problemen leiden würde. „Je schneller der Krieg zu Ende geht, desto schneller werden auch diese Probleme gelöst“, so die Ukrainerin.

Ukraines Ex-Präsident Poroschenko empfiehlt Merkel als Vorbild

„Wir sind Deutschland und den anderen Ländern sehr dankbar, dass sie neue Sanktionen vereinbart haben.“ Die Sanktionen würden helfen Russland zu schwächen, aber der Krieg könne am Ende nur durch die Lieferungen von schweren Waffen beendet werden, so Timoschenko und erläutert: „Die schweren Waffen werden dazu beitragen, dass der Krieg nicht nur beendet wird, sondern die Ukraine auch so schnell wie möglich siegen wird.“ Timoschenko, die 2019 die Präsidentschaftswahl gegen den amtierenden Amtsinhaber Wolodymyr Selsenkyj verloren hat, hebt hervor, dass es in der Ukraine aktuell keine innenpolitische Lager mehr gebe, sondern alle geschlossen handeln würden: „Ich persönliche unterstützte Selsenkyj mit allen Kräften. Wir haben alle nur ein Ziel – Putin zu stoppen.“