„Ehrenamt hat Staatsversagen korrigiert“ – Landtagsabgeordneter bedankt sich bei Asylhelfern

Wort gehalten hat am vergangenen Wochenende der Landtagsabgeordnete Johann Häusler (FW). Bereits auf dem Höhepunkt der internationalen Flüchtlingskrise hatte Häusler die Mitglieder der Asylhelfernetzwerke in den Landkreisen Augsburg und Dillingen zu einem Weißwurstfrühstück eingeladen, um sich bei den ehrenamtlich Engagierten dafür zu bedanken, dass sie „mit Ihrer Arbeit ein bundespolitisches Totalversagen in der Asylpolitik kompensieren und für echte Integration sorgen“. Seither pflegt Häusler eine enge Zusammenarbeit mit den Helferkreisen, konnte mit seinem Büro in zahllosen Einzelfällen immer wieder Hilfe leisten und versprach, die so wichtigen Integrationsaufgaben auch bei sinkenden Flüchtlingszahlen nicht aus dem Blick zu verlieren.

2017-04-08-Weißwurstfrühstück-Asylhelfer "Ehrenamt hat Staatsversagen korrigiert" - Landtagsabgeordneter bedankt sich bei Asylhelfern Dillingen Landsberg am Lech Politik Asylhelfer Fabian Mehring Freie Wähler Johann Häusler | Presse Augsburg
Die Gruppe der Asylhelfer mit MdL Häusler (1. v. links), Bundestagskandidat Stephan Stieglauer (4. v. links) und dem Fraktionsvorsitzenden im Augsburger Kreistag, Herrn Fabian Mehring (letzte Reihe, 5.v. rechts).

Auf welchen Widerhall Häusler damit in der Region gestoßen ist, konnte man am voll besetzten Gasthof Stark ablesen, wohin Häusler am Wochenende nun zum zweiten Asylhelfertreffen eingeladen hatte. Neben unzähligen ehrenamtlich engagierten Menschen aus der Region, waren seiner Einladung diesmal auch Amtsleiter der regionalen Kommunen und Bundestagskandidat Stephan Stieglauer gefolgt. Auch Erhard Friegel, der Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetages, ließ es sich nicht nehmen sich bei Häusler für dessen intensives Engagement zugunsten einer gelungenen Integration in der Region zu bedanken. Fabian Mehring, Fraktionsvorsitzender im Augsburger Kreistag, lobte Häusler insbesondere für seine pragmatische Herangehensweise: „Du bist weder Populist noch romantisierender Weltverbesserer, sondern packst die konkreten Probleme an. Nur das hilft uns vor Ort wirklich weiter“, so Mehring.    

Wie sehr Häusler in den letzten Jahren seinem Ruf als „parlamentarischer Kümmerer“ auch im Bereich der Flüchtlingskrise gerecht geworden ist, zeigte eine eindrucksvolle Zusammenstellung seiner Initiativen. Knapp 20 Anträge zur Asylpolitik hat der Biberbacher Landespolitiker bereits in den Landtag eingebracht. Hinzu kommen mehr als 50 parlamentarischen Anfragen und unzählige Briefe und persönliche Gespräche, mit denen Häusler den zuständigen Minister über kritische Einzelfälle persönlich informiert und für gute Lösungen geworben hat. Wie dringend diese politische Arbeit noch immer ist, wurde an einem besonderen Film deutlich, den Häusler in Wertingen erstmals zeigte. Regie führte ein Syrischer Flüchtling, der heute für die Freien Wähler im Landtag arbeitet  und seine Heimatstadt vor und nach dem Krieg gefilmt hat. „Wer diese Bilder gesehen hat weiß, weshalb wir nicht müde werden dürfen uns einzubringen“, spendete Häusler seinen Gästen Motivation.

Ganz im Zeichen der regionalen Vernetzung zwischen den vielen Asylhelferkreisen in den Landkreise Augsburg und Dillingen, stand der anschließende Austausch unter den Teilnehmern des Helfertreffens. Schnell wurde dabei anhand unterschiedlicher Wortbeiträge klar, dass überall ähnliche Probleme bewältigt werden wollen. So verwies etwa Wolfgang Plarre, der die Asylsozialarbeit in Wertingen koordiniert, auf allerhand Herausforderungen im Umgang mit verschiedensten Behörden, wenn etwa dringend benötigte Dokumente ausbleiben oder ehrenamtlich Engagierte erst einmal Dolmetscher für Behördengänge organisieren müssen. Getrud Englisch aus Biberbach mahnte Probleme bei der Anerkennung der Qualifikationen von Asylsuchenden an, die in ihrer Heimat bereits Ausbildungsberufe erlernt haben. Oberst a.D. Georg Schrenk, der sich in Dillingen leidenschaftlich um die Integration Asylsuchender bemüht, verwies auf das Versagen überregionaler Politik bei der Beurteilung sicherer Herkunftsländer und der Organisation der Integration von Flüchtlingen in den örtlichen Arbeitsmarkt.

Den Eindruck, dass vor Ort gute Integrationsarbeit geleistet würde während es auf überregionaler Ebene immer wieder hakt, bestätigte indes auch Landespolitiker Häusler unter Verweis auf die Erfahrungen seines Büros: „Die Kommunen in unserer Heimat bemühen sich intensiv und erfolgreich um pragmatische Lösungen im Benehmen mit Ehrenamtlichen und Hilfesuchenden. Je höher die Behörde, desto schwieriger wird es aber leider häufig. Dass dabei oft auch die Wertschätzung für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nachlässt, die ihre Freizeit und ihr privates Geld einbringen um öffentliches Versagen abzumildern, ärgert mich besonders“, berichtet Häusler, der absurde Einzelfälle bereits bis ins Bundesinnenministerium und –außenministerium eskaliert hat. Während die anwesenden Asylhelfer Tipps aus ihrer täglichen Erfahrung austauschten, konnten Häuslers Mitarbeiter schließlich einen Sack voller neuer Anregungen aufnehmen, die der Parlamentarier im Dialog mit Behörden und Politik verbessern will „damit echte Integration gelingen kann“.