„Ein Balanceakt aus notwendiger Vorsicht und Weitsicht“ | Die exklusive Eva Weber-Kolumne, März 2021

Liebe Augsburgerinnen, liebe Augsburger,

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Foto: Wolfgang Czech

an eine Pandemie gewöhnt man sich nicht. Pandemiealltag wird nie Normalität, auch wenn wir inzwischen mit Maske, Hygieneregeln und PCR- und Schnelltests vertraut sind. Die tägliche Belastung für Menschen in Pandemiezeiten ist hoch, und bedeutet für viele Bevölkerungsgruppen tagtäglich einen enormen Kraftakt. Die Coronapandemie hat sich wie kaum eine andere Krise auf nahezu alle Bereiche der Gesellschaft ausgewirkt, wie auch der Datenreport 2021 des Statistischen Bundesamtes und der Bundeszentrale für politische Bildung bestätigt.

Ihre Folgen betreffen die Wirtschaft, die im vergangenen Jahr schwere Einbrüche erlitten hat, sie betreffen die psychische Gesundheit vieler Menschen, aber auch Bereiche wie die digitale Kommunikation, die zwar schon vorher für viele zur Normalität gehörte, inzwischen aber unverzichtbar geworden ist.  Unsere Arbeitswelt hat sich verändert, für viele ist das Büro seit Monaten in die eigenen vier Wände gezogen.

Corona hat unser Leben weiter im Griff, auch wenn inzwischen, mit Abflachung der zweiten Welle, einige Lockerungen möglich sind. Unsere konsequente Verfolgung des Dreigestirns aus Testen, Kontaktpersonen-Nachverfolgung und Impfen ebnen uns Schritt für Schritt den Weg zur Normalität. Wir antizipieren gleichzeitig die dritte Welle und haben eine spezielle Task-Force eingerichtet, um schnell auf Entwicklungen reagieren zu können. Und neben all diesen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie machen wir uns Gedanken, welche Bedürfnisse jetzt am dringendsten in unserer Stadtgesellschaft anstehen – ein Balanceakt aus notwendiger Vorsicht und Weitsicht, der nicht immer leicht ist.

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Foto: Wolfgang Czech

Ein Leitwort kommt mir dabei immer wieder in den Sinn: das Zuhören. Nur, wenn wir einander mit der wahren Bereitschaft begegnen, uns zuzuhören, werden wir die vor uns stehenden, so vielschichten und diversen Herausforderungen bewältigen können. Das gilt für jede und jeden in ihrem alltäglichen Dasein und Handeln, das gilt aber vor allem auch für die Politik und die Verwaltung. So gehen wir unsere weiteren städtischen Maßnahmen mit dieser Leitlinie an.

Ein aktuelles Beispiel dazu ist der „Stadtsommer 2021“, den wir, basierend auf unseren Erfahrungen des letzten Jahres, auch 2021 planen. Um zu hören, was die Akteurinnen und Akteuren brauchen, haben wir deshalb – rein virtuell natürlich – Ende Februar ein öffentliches Hearing durchgeführt. Dazu haben wir Stadtrat, Handel, Gastro und Wirtschaft zum Diskurs über den gemeinsamen Neustart in der Stadt eingeladen. Anfang März fand ein Dialog zwischen Anwohnenden der Maximilianstraße, Polizei und Verwaltung zum selben Thema statt.

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Foto: Wolfgang Czech

Ein weiteres Projekt, an dem Augsburg die Schwarmintelligenz von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Deutschland nutzt, ist „Update Deutschland“. Kommunen aus ganz Deutschland wurden aufgefordert, ihre aktuellen Herausforderungen einzureichen. Bei einem Hackathon vom 19.-21. März entwickeln Teilnehmerinnen und Teilnehmer innovative Lösungsansätze, die sie den Kommunen vorschlagen. Ich bin gespannt, welche Ideen dabei entstehen. Weitere Infos zum Projekt und zur Teilnahme gibt es hier unter: updatedeutschland.org.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir mit einem offenen Ohr durch die Welt gehen.

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund

Ihre Eva Weber

Ihre Eva Weber  

Eva Weber ist seit Mai 2020 Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg. Seit Mai 2014 veröffentlicht sie eine regelmäßige Kolumne exklusiv bei Presse Augsburg.