Am Samstag ist Handballgroßkampftag beim VfL Günzburg. Zuerst findet ein Spieltag der Mini-WM statt, bei der bayerische D-Jugendmannschaften die Weltmeisterschaft nachspielen. Der VfL-Nachwuchs spielt dabei unter der Flagge Belgiens. Dann duelliert sich die oberbayrische Handballhochburg HT München mit der schwäbischen Handballhochburg Günzburg. Ab 17.30 Uhr in der Bayernliga-Damen und ab 19.30 bei den Herren. Dort dürfen sich die Fans auf ein echtes Spitzenspiel freuen. Mit der Mannschaft aus dem Hachinger Tal kommt nämlich kein Geringerer als der ungeschlagene Tabellenführer zum Tabellenzweiten an die Donau.Bild Handball 4

Die Spielgemeinschaft aus den Münchner Traditionsvereinen SV-DJK Taufkirchen und TSV Unterhaching spielt einen einfachen, aber effektiven Handball. Sie rennen um ihr (Handball)Leben. Besonders ihre erste und zweite Welle suchen ihresgleichen in der bayrischen Eliteliga. Während viele Teams zwischendurch Spielpausen einlegen, mal über diese Situation reflektieren oder über jene Schiedsrichterentscheidung jammern, handeln die Schützlinge vom frisch gebackenen A-Lizenzinhaber Johannes Borschel: Sie sprinten. Das schlägt sich auch in der Anzahl der erzielten Tore nieder. Mit 286 Toren sind sie einsame Spitze (zum Vergleich: Der VfL erzielte 245).

Im Hinspiel lief beim VfL zunächst alles nach Plan. 6:11 führten die Weinroten. Aussichtsreich wurde mit 12:16 in die Halbzeit gewechselt. HT ließ das nicht am Matchplan zweifeln, unbeirrt wurde weiter um jeden Meter Sprintvorteil gerannt . Dann kamen die ersten Spielkrisen. Die VfL-Spieler dachten nach und wurden mit ihrer kleinen weinroten Handballwelt unzufrieden. Der Vorsprung schmolz. Ab der 50. Minute wog das Spielgeschehen unentschieden. Beide Teams kämpften verbissen. Dabei blieben die Oberbayern im System, der VfL vereinzelte sich. In der letzten Minute kippte das Spiel dann zugunsten der Konsequenteren: 30:28 leuchtete es auf der Anzeigentafel.

Am letzten Wochenende besiegte der Samstagsgast pflichtgemäß den TSV Haunstetten mit 35:26. Bis zur Halbzeit waren die abstiegsgefährdeten Augsburger in München mit 18:14 durchaus auf Schlagdistanz. Mit zunehmender Spieldauer vergrößerte sich der Vorsprung nach und nach. Auffälligste Spieler waren für die HT am Ende Linksaußen Quentin Rodriguez mit 9 Treffern und der schnellkräftige Rückraumspieler Tobias Fehrenbach gewesen.

Beim VfL Günzburg freut man sich auf das Spitzenspiel. Es ist eine gute Gelegenheit um sich für den indiskutablen Auftritt in Allach zu rehabilitieren entwickeln. Die Auswärtsauftritte sind unerwachsen. Zu Hause mit der Euphorie des Publikums im Rücken tun sich die Schwaben deutlich leichter. Das scheint die Spieler stärker in die Mannschaftspflichten zu nehmen. Ganz nebenbei geht es um den Heimnimbus. Ein Saisonziel der Mannschaft war es zu Hause keinen Punkt abzugeben. Am Samstag um 19.30 Uhr dürfen sich die Schützlinge von Sandro Jooß gegen den Spitzenreiter an ihrer eigenen Messlatte überprüfen lassen. Außerdem soll so schnell wie möglich alles klar in Richtung Aufstiegsrunde gemacht werden..