Was war das wieder für ein Handball-Fest? In der 3.Liga Süd der Frauen trafen am Samstagabend die SG Schozach-Bottwartal und der TSV Haunstetten aufeinander und lieferten dabei alles ab, was das Herz begehrt: Spielwitz, Einsatz, Leidenschaft und Kampfbereitschaft bis zum Schluss. Die ca. 350 Besucher sahen am Ende einen glücklichen, aber durchaus verdienten 22:21 (12:7)-Erfolg der Augsburger Gäste und quittierten die Leistung der beiden Teams mit stehenden Ovationen.

img_0392 Ein Handballfest | TSV Haunstetten gewinnt Nevenschlacht bei der SG Schozach-Bottwartal Augsburg Stadt Handball News News Sport SchoBo SG Schozach-Bottwartal TSV Haunstetten Handball | Presse Augsburg
Foto: Ralf Titzmann

Haunstetten war perfekt in die Partie gestartet und konnte die starke Offensive der Württemberger unter Kontrolle halten. So stand es nach zwanzig Minuten 9:3 aus TSV-Sicht und SG-Trainer Michael Stettner zog kurze Zeit später schon die zweite Auszeit. Die Rot-Weißen ließen in Folge einige Gelegenheiten aus, beim 12:7 zur Pause war man dennoch voll im Soll. Wie erwartet kam Schozach nach Wiederanpfiff sofort mit neuer Energie und stellte sein Angriffskonzept auf 7.Feldspieler um. Die Rot-Weißen ließen sich hiervon schrittweise aus dem Tritt bringen, so dass die Einheimischen im Minutentakt aufrückten. Beim 17:17 (49.) schien die Auseinandersetzung zu kippen, aber Haunstetten bewies Moral: mit unbändigem Einsatz wurde die drohende Führung der SG verhindert und die hochdramatische Schlussphase eingeläutet. Als Matchwinner für Haunstetten entpuppte sich ausgerechnet Chiara Joerss, ansonsten hauptsächlich mit Defensivaufgaben betraut, und jetzt kaltschnäuzig mit einem verwandelten Siebenmeter zum 21:19 und dem 22:20 acht Sekunden vor Spielende erfolgreich. TSV-Trainer Vornehm war dementsprechend glücklich: „Ich wäre hier auch mit einem Punkt zufrieden gewesen, aber höchsten Respekt vor dieser Leistung.“ Ein Sonderlob gab es für die Torhüter: „Es schaut jetzt so aus, als ob die beiden Angriffsreihen nichts zustande gebracht hätten. Aber was unsere Leni (Frey) und die beiden Bottwartaler Keeperinnen alles entschärft haben, war teilweise kaum zu glauben.“

TSV: Frey, Spindler (Tor); Irmler (6/1), Horner, Walter, Hoffmann (je 3), Fischer, Keßler (je 2), Joerss (2/1), Hänsel (1), Niebert, Schäfer, Knöpfle, Kurstedt, Driske

hv