Wenn ein Traum einfacher zu beeinflussen ist als die Realität… wenn ein Traum besser als die Realität zu sein scheint… Wie schmerzhaft ist dann die Realität? Das Staatstheater Augsburg meldete sich am vergangenen Wochenende mit der Premiere von „Luzid“ in deutscher Erstaufführung zurück.

Luzid_Katharina-Rehn_Julius-Kuhn_Roman-Pertl_Ute-Fiedler-c-David-Ortmann Ein luzider Traum | Staatstheater Augsburg meldet sich mit deutscher Erstaufführung von „Luzid“ zurück Augsburg Stadt Kunst & Kultur News Newsletter brechtbühne Luzid Staatstheater Augsburg Theater Augsburg | Presse Augsburg
Foto: David Ortmann

Kurz nach 19:15Uhr füllten sich langsam die roten Sitzreihen der brechtbühne im Gaswerk.Auf der Bühne steht bereits der Tisch, die Stühle. Das Bühnenbild wird durch die Farben schwarz und rot dominiert.

Die Musik (Tuba/Fabian Heichele) ist schwer aber clean gehalten und so gefühlt unpassend. Kommen doch die Schauspieler auf einmal auf die Bühne und überstrahlen mit Ihrer Fröhlichkeit alles.

Lucas macht (s)einen Traum lebendig erlebbar

Das Stück spielt sich in einem asiatischen Restaurant ab. Ein Familienessen zum Geburtstag des Sohnes Lucas (Julius Kuhn). Die Schwester Lucrezia (Katharina Rehn) und die Mutter Teté (Ute Fiedler) sind auch da. Die Harmonie zwischen den Dreien und auch dem Kellner Philipp (Roman Pertl) sind so zuckersüß übertrieben, dass man als Zuschauer immer mehr an der Echtheit zweifelt. Zur Recht!

Lucas verrät uns Zuschauern, dass es sich nur um (s)einen Traum handelt. Um die von ihm so herbeigesehnte, aber nicht existierende Realität.

Er ist in Therapie. Alles in dieser Familie ist so viel anders als in seinem Wunschtraum. Es gibt ein schmerzliches Geheimnis, das so unerträglich ist, dass man es lieber durch Lügen umhüllt.

Und mit jedem Satz wird dem Zuschauer immer klarer, dass diese Idylle, dieser luzide Traum wohl gar nicht von Lucas ist. Das Stück hat viele lustige und auch absurd übertriebene Momente, die einem erst ganz zum Schluss wie ein Mosaik den wahren Hintergrund offenbaren.