Zwar wartet der FC Memmingen in der Fußball-Regionalliga Bayern – wie auch Gastgeber TSV Buchbach – nach der Winterpause weiter auf den ersten „Dreier“, dennoch war das 1:1 Unentschieden in buchstäblich letzter Sekunde so etwas wie ein Sieg für die Moral. In den letzten Sekunden der Nachspielzeit traf Lars Gindorf zum Ausgleich. FCM-Trainer Fabian Adelmann zog nach dramatischen 97 Brutto-Minuten Spielzeit vor der Moral seiner Mannschaft den sprichwörtlichen Hut: „Auch in Unterzahl waren wir die bessere Mannschaft. Ohne den Elfmeter gegen uns hätten wir gewonnen“.

Pexels Philipp Bruegger 5894435 Scaled
Foto von Philipp Brügger von Pexels

Nackenschläge mussten die Memminger in dieser Partie genug einstecken. Der Reihe nach: Schon Mitte der ersten Halbzeit musste mit Oktay Leyla der bislang beste Torschütze der Allgäuer ausgewechselt werden. Er verletzte sich ohne Fremdeinwirkung. In der 38. Minute zeigte Schiedsrichter Simon Schreiner zum Entsetzen des FCM auf den Elfmeterpunkt. „Da hatte der Schiedsrichter eine sehr exklusive Meinung“, kommentierte Adelmann die höchst strittige Entscheidung des 24-jährigen Unparteiischen, „kein Mensch hat hier was gefordert“. Auch nicht die Buchbacher (was sich bei späteren Situationen ändern sollte). Vorangegangen war ein Kopfball von Christian Brucia, den Memmingens Torhüter Martin Gruber mit einer Glanztat entschärfte. Brucia und Innenverteidiger Amer Dedic sind erst danach mit den Köpfen zusammengerauscht. Ob der Pfiff berechtigt war, oder nicht – Samed Bahar war’s egal, er verlud Gruber und schob den Strafstoß zur 1:0 Führung ein (38.).

Die nächste Schlüsselszene nach einer Stunde, nachdem Marcel Spitzer gerade zuvor einen Freistoß auf die Querlatte von Grubers Kasten aufgesetzt hatte. Ein rüder Einstieg des für Leyla gekommenen Pascal Maier im Mittelkreis löste eine Rudelbildung aus. Die Buchbacher Spieler forderten vehement Rot für das Foulspiel. Yannick Scholz schubste im Pulk TSV-Kapitän Aleksandro Petrovic, der fiel rücklings- was Schiri Schreiner als Tätlichkeit auslegte und den FCM-Abwehrchef vom Platz stellte. „Yannick wollte dazwischen gehen, hat sich aber nicht clever angestellt, zumal wir genau solch mögliche Situationen vorher besprochen haben“, kritisierte Adelmann, der sich vom jungen Unparteiischen eine andere Beurteilung der Szenerie gewünscht hätte. Der ausgebuffte Petrovic, mit seinen 285 Einsätzen Rekordspieler der Regionalliga Bayern, war auch kein Unschuldslamm. Er sah Gelb – bereits seine zehnte Karte in dieser Saison.

Die Memminger kämpften mit einem Mann weniger. Es war nicht zu merken, dass sie die letzte halbe Stunde in Unterzahl waren. Adelmann lobte: „Alle haben alles gegeben, auch die von der Bank kamen haben Impulse gesetzt“. Einer davon war Altin Maxhuni. Der 19-jährige tankte sich beim letzten Angriff der Partie links durch und legte quer. Gindorf schob ein. Für die „Adelmänner“ gab es danach kaum ein Halten: „Alles andere wäre mega-unverdient gewesen“, jubelte der Coach mit.

Kommende Woche stehen gleich zwei Spiele gegen direkte Abstiegskonkurrenten an. Bereits am Mittwoch (18 Uhr) geht es zum SV Schalding-Heining, der beim Spitzenreiter Bayreuth mit 0:6 unter die Räder kam. Am Karsamstag (14 Uhr) geht es zuhause gegen den TSV Rain. Beide Spiele sind um einen beziehungsweise zwei Tage vorverlegt worden, weil der Verband aufgrund der zahlreichen Absagen der vergangenen Wochen den Terminplan kräftig umgekrempelt hat, um das Programm durchzubringen.

TSV Buchbach: D. Maus – Leberfinger, Orth, Rosenzweig, Spitzer, Bahar, Brucia (70. Mattera/90. + 3 Thaler), Petrovic, T. Steer (80. Sehorz), Sztaf (89. Prenninger). – Trainer: Bichlmaier/Thallinger.

FC Memmingen: Gruber – Dedic, Gräser, Scholz, Remiger (77. Maxhuni) – Fundel, Galinec (84. Brugger), Mulas (66. Wohnlich), Gindorf – Leyla (24. Maier), Stroh-Engel (57. Hirschle). – Trainer: Adelmann.

Tore: 1:0 (38.) Bahar (Foulelfmeter) 1:1 (90. + 4) Gindorf.

Gelbe Karten: Spitzer / Stroh-Engel. – Rote Karte: Scholz (Memmingen 61./Tätlichkeit)

Schiedsrichter: Schreiner (Pfarrkirchen)

Zuschauer: 365.

ass