Ein Stück Augsburger Stadtgeschichte vernichtet – Ältestes Haus in der Karolinenstraße nach Brand abgebrochen

Die Karolinenstraße 15 gibt es nicht mehr. Das Haus musste abgerissen werden, um den am Freitag ausgebrochenen Brand zu stoppen. Ein Stück Augsburger Stadtgeschichte wurde vernichtet.

Dachstuhlbrand Karolinenstr 94.Jpg
Foto: Christoph Bruder

Die Bestürzung in und um Augsburg ist groß. Am Freitagnachmittag war in einem Haus nahe des Rathausplatzes ein Brand ausgebrochen. Das etwa 400 Jahre alte Gebäude war nicht mehr zu retten. Wie die Stadt mitteilte stammten Teile des Hauses aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die Fassade vom 1. Obergeschoss bis zur Traufe aus dem Jahr 1800. Das Haus war damit das älteste in der Karolinenstraße. „Aus Sicht des Denkmalschutzes“ ist dieses bedeutende Gebäude nun für immer zerstört.

Glutnester erschwerten die Löscharbeiten ungemein, so dass sich diese bis zum Sonntagmorgen hinzogen. Um das Feuer zu stoppen musste das Wohn- und Geschäftshaus eingerissen werden. Inzwischen scheint der Brand gestoppt.

Bevor die Abbrucharbeiten gestartet wurden, ließ man die Giebelmadonna an einem Kran aus dem Brandhaus schweben. Nach Informationen unserer Redaktion soll es sich bei dem Kunstwerk wohl um eine Nachbildung handeln. Die barocke Statue der Maria Immaculata vom brennenden Haus in der Karolinenstraße steht wohl seit einigen Jahren als Leihgabe im bischöflichen Ordinariat. Eine Bestätigung liegt hierzu allerdings noch nicht vor.

Dachstuhlbrand Karolinenstr 80.Jpg
Foto: Christoph Bruder

Während die Abbrucharbeiten laufen, gehen auch die Ermittlungen zur Brandursache weiter. Unbestätigten Aussagen zufolge wird aktuell davon ausgegangen, dass ein technischer Defekt beim Laden eines E-Scooters zu diesem verherrenden Brand führte.

Die Anteilnahme der Bevölkerung ist unterdessen ungebrochen. Immer wieder versammeln sich Menschen in der Nähe und schauen fassungslos zu der Lücke, die nun an Stelle des historischen Baus klafft. Ein Stück Augsburger Stadtgesichte wurde vernichtet.