Eindrucksvoll schmerzhaft | Gegenkundgebung zur Prorussland-Demo zeigt in Augsburg das Schicksal von Zivilisten im Ukraine-Krieg auf

Das Ende des 2. Weltkrieges jährte sich zum 77-mal, aus diesem Grund wurde in Augsburg eine Demonstration russischstämmiger Menschen angemeldet. Auch eine Gegendemonstration der Sympathisanten und Menschen aus der Ukraine fand am Königsplatz statt.

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Foto: Bruder

Der 9. Mai ist in Russland ein wichtiger und symbolträchtiger Feiertag, an dem an den „Sieg der Sowjetunion über Nazideutschland“ gedacht wird. Mit großen Kundgebungen und Militärparaden werden dort die Feierlichkeiten begangen, die größte dieser findet alljährlich in Moskau statt. Auch in Augsburg war eine prorussische Demonstration angemeldet worden. Nach Polizeiangaben waren es etwa 200 russischstämmige Menschen, die sich an einem Tag, an dem Putin den Ukraine-Krieg rechtfertigte (siehe eigener Beitrag), hinter einem Banner unter „Russia, Russia“-Rufen durch die Augsburger Innenstadt gezogen waren. Teilweise wurden dabei Fotos gefallener Weltkriegssoldaten gezeigt. Während des von einem massiven Polizeiaufgebot begleiteten Marsches kam es stellenweise zu kleineren verbalen Störungen und Pfiffen gegen die Teilnehmer.

Eindrucksvoll schmerzhaft – Gegendemonstranten schildern Schicksal getöteter Zivilisten in der Ukraine

Auf der zeitgleich in der Bahnhofstraße stattfindenden Gegenkundgebung stand klar das Schicksal der Menschen im Ukraine-Krieg im Mittelpunkt. Erzählungen schilderten die Situation im Kriegsgebiet, so wurden unter anderem auch Bilder von getöteten Zivilisten und deren Schicksale präsentiert. Berichte über Verschleppungen von Kindern und Vergewaltigung von Frauen wurden wiedergegeben. Der Krieg bekam so ein klares Gesicht, und eine Identität. Den über 150 Teilnehmern wurde die Lage in dem angegriffenen Land so wieder einmal eindrucksvoll schmerzhaft vor Augen geführt.

Die beiden Veranstaltungen verliefen friedlich, die durch USK und Bereitschaftspolizei verstärkten Kräfte der Augsburger Polizei hatten für eine klare Trennung der Gruppen gesorgt.

OB Weber positioniert sich

Bereits im Laufe des Tages hatte sich Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber zu Wort gemeldet und die prorussischen Demonstranten aufgefordert, ihre Teilnahme zu hinterfragen: „Das Recht auf Versammlung ist ein hohes Gut und jeder kann dies für sich in Anspruch nehmen. Die Personengruppe rund um die prorussische Demonstration rufe ich aber dazu auf, ihr Vorhaben vor dem Hintergrund des aktuell wütenden Krieges noch einmal zu hinterfragen.

Bildergalerie | Prorussische Demo und Gegendemo in Augsburg verläuft weitestgehend friedlich

Die Nachrichten und Bilder, die uns täglich aus der Ukraine erreichen, sind dermaßen entsetzlich und zeigen uns die Zerstörung, das Leid, die Brutalität und den Tod, die der russische Angriffskrieg mit sich bringt. Meine Gedanken sind deshalb heute und an allen weiteren Tagen bei den Menschen in der Ukraine, bei ihren Angehörigen und bei all jenen, die in den letzten Wochen aus dem Kriegsgebiet fliehen mussten.“