Es hatte so gut begonnen, doch es endete so bitter. Der FC Augsburg kassierte trotz einer frühen 1:0-Führung eine klare 5:1 – Pleite bei Meisterschaftsmitfavorit Borussia Dortmund. Zahlreiche Torwartpatzer und eine schwache Defensivleistung lassen schon jetzt wieder Sorgenfalten wachsen.

Martin Schmidt | Foto: Krieger

Kaum eine Aufgabe hätte zum Saisonauftakt anspruchsvoller gelungen, als Borussia Dortmund. Nach dem peinlichen Pokal-Aus in Verl veränderte FCA-Coach seine Mannschaft für diese Aufgabe auf zwei Positionen, Khedira und Vargas begannen für Rieder und Richter. Neben Vargas bekamen mit Torhüter Koubek, Suchy, Pedersen und Gruezo gleich vier weitere Neuzugänge die Möglichkeit sich auf der Bühne Bundesliga präsentieren. Gerade einmal 31 Sekunden benötigten diese Neuen um sich so richtig in Szene zu setzen. Nach einer starken Spieleröffnung von Gruezo kam der Ball über Pedersen und Vargas zu Niederlechner, der aus kürzester Distanz zur frühen Führung einschieben konnte. Lange konnten sich die Schwaben darüber allerdings über ihr Highlight in diesem Spiel nicht freuen. Der Gegenschlag der Gastgeber kam nahezu im Handumdrehen.

Der schnelle Sancho brachte den Ball im Strafraum zu Reus, dessen Versuch der neue Augsburger Schlussmann Koubek mit dem Bein nur zu Alcacer abwehren konnte. Der Spanier bedankte sich auf seine Weise und schoss ihm den Ball zum Ausgleich durch die Beine. Bitter, zumal die Hintermannschaft nicht nur in dieser Szene einmal mehr einen schwachen Eindruck hinterließ. Der BVB diktierte das Spiel und kam dabei immer wieder zum Abschluss. Koubek musste sein Team immer wieder vor dem überfälligen Rückstand bewahren. Beste Gelegenheiten von Reus (24.,34.) und (26.) mussten entschärft werden. Je weiter das Spiel fortschritt, umso weniger kam Augsburg aus der eigenen Hälfte heraus. Ein Ballbesitzverhälntis von 70% zugunsten der Borussen sprach Bände. Der FCA konnte allerdings immer wieder die entscheidenden Zweikämpfe für sich entscheiden und so das Remis in die Kabine bringen.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit rührten die Gäste Beton an. Bis auf Niederlechner sollten alle Spieler versuchen das Gegentor zu verhindern. Lange ging das allerdings nicht gut, was jetzt folgte war ein Trauerspiel.  Gerade einmal acht Minuten benötigte Dortmund um dieses Spiel in aller Deutlichkeit für sich zu entscheiden. Die „freundliche“ Mithilfe dazu leistete die Augsburger Hintermannschaft um Koubek. In der ersten Hälfte noch mit einigen guten Szenen patzte der Tscheche nach der unglücklichen Aktion vor dem 1:1 noch zweimal gehörig. Vor dem 2:1 durch Sancho (51.) irrte er durch den eigenen Strafraum, vor dem 3:1 durch Reus klatschte er Alcacer den Ball direkt vor die Füße (57.). Doch es lag nicht alleine am Keeper. Seine Vorderleute ließen den BVB zu frei agieren, klares Beispiel das 4:1 durch Sancho. Der starke Engländer durfte von Baier unbedrängt von der Strafraumgrenze abziehen. Ein Gegentreffer ohne Abwehrchance für Koubek. Damit war es aber noch nicht genug. Auch der nach seiner Verletzung eingewechselte Nationalspieler Julian Brandt durfte noch (82.).

Eigentlich hatten sich die Augsburger Verantwortlichen durch die Neuzugänge mehr Stabilität in der Defensive erhofft, gerade auf Koubek hatte man gezählt. Nun ist dieser bereits nach der ersten Bundesligapartie angezählt. Eine schwere Woche liegt vor Trainer Martin Schmidt und seiner Mannschaft. Kommenden Samstag geht es zuhause gegen Aufsteiger Union Berlin weiter, bis dahin muss einiges passieren.

„Wir haben 5:1 richtig auf die Fresse bekommen, das ist die aktuelle Situation. Wir sind nicht mehr in die entscheidenden Zweikämpfe gegangen, wir haben sie machen lassen. Das war Begleitschutz im 16er. Dortmund hat mit uns Katz und Maus gespielt. Das müssen wir abstellen. Sie haben hochverdient gewonnen und uns vorgeführt.“, so ein enttäuschter FCA-Kapitän Daniel Baier nach der Partie bei sky.

Borussia Dortmund : Hitz – Piszczek (68. Hakimi) , Akanji , Hummels , Schulz – Weigl , Witsel , Sancho , Reus (78. Götze) , Hazard (68. Brandt) – Paco Alcacer

FC Augsburg : Koubek – Teigl , Suchy , Khedira , Pedersen – Gruezo , Baier , Hahn (60. Richter) , Gregoritsch (77. Oxford) , Vargas (83. Jensen) – Niederlechner

Tore:  0:1 Niederlechner (1.), 1:1 Alcacer (3.), 2:1 Sancho (51.), 3:1 Reus (57.), 4:1 Alcacer (59.), 5:1 Brandt (82.)

Gelbe Karten: keine |keine

Schiedsrichter. Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer: 81.365