Einheimische Schlüsselindustrien müssen besser geschützt werden | Die exklusive Volker Ullrich-Kolumne, Ausgabe Juli 2017

Anzeige | Nach Übernahme des Augsburger Roboterbauers KUKA durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea muss in Zukunft Sorge dafür getragen werden, dass Arbeitsplätze und technologisches Know-How in Deutschland besser gesichert werden.

kuka_merkel_0034 Einheimische Schlüsselindustrien müssen besser geschützt werden | Die exklusive Volker Ullrich-Kolumne, Ausgabe Juli 2017 Augsburg Stadt News Newsletter Politik Dr. Volker Ullrich Kuka Schlüsselindustrie | Presse Augsburg
Foto: Wolfgang Czech

Die Übernahme des Augsburger Roboterherstellers Kuka durch den chinesischen Investor Midea hat den mangelnden Schutz der einheimischen Schlüsselindustrien vor ausländischen Firmen demonstriert. Trotz intensiver politischer Bemühungen auf nationaler und europäischer Ebene konnte die Übernahme aufgrund der bisherigen Gesetzeslage nicht verhindert werden. Hierdurch wurde wichtiges technologisches Know-How weitergegeben, das einen zentralen Schlüssel für die Transformation der deutschen Wirtschaft zur „Industrie 4.0“ bildet. Das zeigt, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland massiven Nachbesserungsbedarf hat. Die Bundesregierung hat infolgedessen mit einem Vetorecht bei Firmenübernahmen durch ausländische Investoren reagiert. Somit können einheimische Schlüsseltechnologien in Bezug auf Datensicherheit und Know-How besser geschützt werden. Gleichzeitig bleiben die Arbeitsplätze in der Region und der gesamten Bundesrepublik erhalten. Insbesondere Augsburg als wichtiger Industriestandort wird künftig von dieser Verordnung profitieren.

Der Schutz der einheimischen Schlüsseltechnologien muss jedoch noch weiter optimiert werden, um Deutschlands Zukunft als erfolgreiche Wirtschaftsnation zu erhalten und der Expansion der fernöstlichen Investoren entgegenwirken. China will bis 2050 die technologische Weltmarktführung übernehmen und kauft dementsprechend reihenweise deutsche Firmen auf. Neben dem Augsburger Unternehmen Kuka ist inzwischen auch der bayerische Maschinenbauer Krauss-Maffei unter chinesischer Führung. Dies zeigt, dass deutsche High-Tech-Firmen und ihr Know-How gefährdet sind.