Einzahlungs- und Einsatzlimits im deutschen GlüStV: Sinnvoll oder überflüssig?

Die Neufassung des deutschen Glücksspielstaatsvertrags bringt zum Teil tief greifende Veränderungen. Erstmals konnten sich alle 16 Bundesländer auf eine einheitliche gesetzliche Regelung zur Legalisierung des Glücksspiels im Netz einigen. Zudem existieren seit dem 1.7.2021 Einsatz- und Einzahlungslimits für Online-Casinos. Was möchte der Gesetzgeber mit der Einführung der vorgenannten Maßnahmen bezwecken und wie sinnvoll sind diese Beschränkungen wirklich?

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Es war fast schon eine Nachricht historischer Tragweite, als die Bundesländer verkündeten, sich auf einen gemeinsamen Glücksspielstaatsvertrag geeinigt zu haben. Dieser trat am 1. Juli 2021 in Kraft und beseitigte einen Flickenteppich. Zuvor konnten lediglich Personen, mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein, offiziell und legal Online-Casinos nutzen. In der Praxis nutzen die Kunden aus dem übrigen Bundesgebiet vor allem Dienste aus dem Ausland. Speziell Casinos ohne Einzahlungslimit, wie sie beispielsweise hier zu finden sind https://www.betrugstest.com/online-casino/ohne-einzahlungslimit/, waren und bleiben auch weiterhin überaus beliebt 

Wie hoch sind die Einzahlungs- und Einsatzlimits und was ist deren Sinn?

Der Glücksspielstaatsvertrag sieht vor, dass Nutzer von Online-Casinos maximal 1000 EUR im Monat einzahlen dürfen. Die Beschränkung gilt anbieterübergreifend und wird durch eine eigens aufgebaute Behörde beziehungsweise einer sogenannten Limitdatei überwacht. Auf die individuellen finanziellen Verhältnisse eines Kunden kommt es nicht an. Für alle Nutzer gilt der Maximalbetrag in Höhe von 1000 EUR.

Ferner kann pro Spin an Spielautomaten lediglich ein Euro eingesetzt werden. Zugleich ist vorgeschrieben, dass die Spieldauer mindestens 5 Sekunden betragen muss.

Mit der Einführung der Einzahlungs- und Einsatzlimits möchte der Gesetzgeber folgende Ziele erreichen:

  • Bekämpfung und Prävention von Spielsucht
  • verbesserter Jugend- und Spielerschutz
  • Bekämpfung des Schwarzmarkts
  • Regulierung des Glücksspiels

Wie sinnvoll ist die Einführung des Einzahlungslimits in Höhe von 1000 EUR sowie Einsatzlimits an Spielautomaten?

Bereits vor Einführung der genannten Beschränkungen wurden diese hart kritisiert. Verbraucherschützer argumentieren, dass das Limit von 1000 EUR viel zu hoch sei. Schließlich gebe es kaum ein vergleichbares Hobby, welches derart kostenintensiv sei. Mit Blick auf den Nettoverdienst der deutschen Bevölkerung erscheint diese Argumentation schlüssig. Der Median beträgt nach neuesten Zahlen etwa 1900 EUR. Das bedeutet, die eine Hälfte der Bevölkerung verdient mehr und die andere Hälfte weniger als den vorgenannten Betrag pro Monat. Somit ist es möglich, mehr als die Hälfte des Einkommens in Glücksspiel zu investieren.

Ursprünglich sollte das Limit dazu dienen, Spielsucht zu verhindern und Überschuldung einen Riegel vorschieben. Ob dies gelingt, ist mehr als fraglich.

Die zeitliche Entzerrung der Spielrunden an Automaten und der Maximalbetrag von ein Euro pro Spin sollen dasselbe bewirken. Spielautomaten sind in der Regel ein kurzweiliges Vergnügen und verleiten dazu, fortwährend auf den Startknopf zu drücken. Schnell sind so enorme Summen verzockt.

Mit der Implementierung des Limits von einem Euro sollen Verluste begrenzt werden. Vielmehr ist zu vermuten, dass ausschließlich der Spielfluss und der Spaß am Spiel geraubt werden. Spieler werden dazu verleiten, sich nach Alternativen umzuschauen und werden bei der internationalen Konkurrenz fündig.

Online Casinos ohne Einzahlungslimit: Mehr Freiheiten und weniger Überwachung

Casinos ohne Einzahlungslimit finden sich weiterhin im Netz und boomen. Die Anbieter sitzen zumeist im Ausland und verfügen über Glücksspiellizenzen aus Malta, Großbritannien oder Curaçao. Diese Lizenzen gelten in der Branche als sicher.

Eigentlich dürften die Betreiber ihre Dienste ohne gültige deutsche Glücksspiel Lizenz hierzulande nicht anbieten. Unter Berufung auf die Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union tun sie dies dennoch. Bis zur Einführung des bundeseinheitlichen Glücksspielstaatsvertrags hat sich niemand daran gestört. Die Kunden sind es daher gewohnt, auf die genannten Anbieter zurückzugreifen.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass die Spieler zukünftig ihr Verhalten ändern werden. Schließlich machen es die Einzahlungs- und Einsatzlimits zunehmend unattraktiv, in zertifizierten deutschen Online-Casinos zu spielen.

Insbesondere für High-Roller sind 1000 EUR pro Monat zu wenig. Unter dieser Bezeichnung werden Personen gefasst, die beträchtliche Beträge umsetzen. Es handelt sich zum Teil um professionelle Spieler. Dieser Gruppe wird durch das Verbot das Geschäftsmodell genommen.

Aber auch Normalverdienern wird durch das Limit von ein Euro pro Spin an Spielautomaten und die Zwangspause von 5 Sekunden das Leben schwer gemacht. Anstatt nach Feierabend schnell eine Runde im Online-Casino zu spielen, artet die Sitzung zu einer Geduldsprobe aus.

Des Weiteren verzichten Online-Casinos ohne Einzahlungslimit auf das systematische Erfassen des Spielverhaltens ihrer Nutzer. Da den Menschen Datenschutz immer wichtiger wird, kann dies der ausschlaggebende Punkt sein, die vorgenannten Anbieter zu nutzen.

Fazit

Die Einzahlungs- und Einsatzlimits des deutschen Glücksspielstaatsvertrags werden sich vermutlich als zahnloser Tiger entpuppen. Die Verbote und Beschränkungen machen das Zocken in Online-Casinos mit deutscher Glücksspiellizenz unattraktiv und verleiten dazu, Online-Casinos ohne Einzahlungslimit zu verwenden. (pm)