Einzelhandel | Städtische Investitionen zeigen positive Wirkung

Die Entwicklung des Einzelhandels in der Augsburger Innenstadt zeigt sich stabil – mit Trend nach oben. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Erhebung der GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung München in ihrer aktuellen Erhebung. Danach sind 816 Betriebe auf rund 158.000 Quadratmetern Verkaufsfläche dem Innenstadt-Einzelhandel zuzuschreiben. Im Vergleich zum Jahr 2009 ist die Anzahl der Betriebe (+ 3) nahezu gleich geblieben, die Verkaufsfläche hat sich um knapp 1000 Quadratmeter erhöht.

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Foto: CiA

„Der Mittelstand ist noch stark in Augsburg vertreten. Das ist ein positives Signal“, wertet Dr. Stefan Leuninger, Niederlassungsleiter der GMA in München, die Situation in Augsburg.
Auch die Investition in den Innenstadtumbau sieht der Gutachter als wichtigen Beitrag zur Umsetzung des städtischen Einzelhandelsentwicklungskonzepts: „Die Erneuerung der Bepflasterung und des Straßenraums war notwendig und zeigt bereits Wirkung“, so Leuninger.

Im Rahmen dieser stabilen Einzelhandelsentwicklung haben sich im Detail allerdings beachtliche Veränderungen vollzogen. So ist etwa im Lebensmittelbereich die Verkaufsfläche in der Innenstadt stark gesunken. Dem wirken positiv die Eröffnung der Filiale von Vitalia im Herbst 2013 sowie eines Supermarkts im Frühjahr 2014 in der kurzen Maxstraße entgegen.
Zugenommen haben Verkaufsflächen und Betriebe hingegen bei Schuhen und Sportartikeln. Vor allem als Teilsortiment haben die großen Bekleidungsanbieter ihr Schuh- und Lederwarenangebot in den vergangenen Jahren erweitert. Durch die Ansiedlung von Salewa und kleineren Spezialgebieten wurde auch das Sportsegment in der Stadt vergrößert.

Starkes Segment: Inhabergeführte Geschäfte

Besonders stark zeigt sich der inhabergeführte Einzelhandel in der Innenstadt. Nur knapp 32 Prozent sind Filialbetriebe. Deren Anteil liegt mit 44 Prozent auch in Top-Lagen, wie der Fußgängerzone, nur geringfügig höher. Dies zeigt, so Wirtschaftsreferentin Eva Weber, „dass die Augsburger City ein vielseitiges Angebotsspektrum vorhält und starke inhabergeführte Einzelhändler mit ihrem speziellen und hochwertigen Angebot ohne weiteres neben klassischen Filialisten bestehen können. Der aktuell niedrige Filialisierungsgrad ist aber auch ein Hinweis darauf, dass die Augsburger Innenstadt noch Potenzial für attraktive Konzepte etwa internationaler Filialisten hat. Sie sind als Magneten und Frequenzbringer für ein großes Einzugsgebiet enorm wichtig.“

Es ist die Mischung aus Traditionsunternehmen und kleinteiligen Spezialkonzepte neben bekannten Filialisten, die die Augsburger Innenstadt auszeichnet und ihren Stellenwert als oberzentrales Einkaufszentrum unterstreicht. Wirtschaftsreferentin Eva Weber sieht es daher als entscheidend für die Weiterentwicklung der Augsburger Innenstadt an, „dass starke Magnetbetriebe wie P&C in die Annastraße kommen und eine interessante und frequenzstärkende Nachnutzung der Kaufhof-Immobilie gefunden wird. Solche Impulsgeber sind unerlässlich.“

gewinn_kaya_yanar-300x300 Einzelhandel | Städtische Investitionen zeigen positive Wirkung News Wirtschaft Augsburg Augsburg News Einzelhandel Nachrichten Augsburg Wirtschaft Augsburg | Presse AugsburgDie aktuelle GMA-Erhebung hat zudem gezeigt, dass die Zahl der Leerstände in der Innenstadt relativ konstant geblieben ist. Die Quote liegt im Innenstadtbereich bei rund 15 Prozent, im Bereich der Top-Lagen bei nur 1,4 Prozent. Nach Einschätzung der Gutachter ist nur noch ein Teil der Leerstände aufgrund von Lage und Flächeneigenschaften als marktgerecht für eine Einzelhandelsnutzung einzustufen. „Natürlich tun Leerstände keiner Innenstadt gut. Wir legen deshalb verstärkt Wert darauf, gerade langfristig leerstehende Flächen durch zeitliche Zwischennutzungen oder eine künstlerische Gestaltung der Schaufenster aufzuwerten, weil das insgesamt frequenzbelebend wirkt. Leider haben aber viele Eigentümer Vorbehalte gegen vorübergehende Nutzungen“, beschreibt Eva Weber die Situation.

Zusammen mit den jährlichen Kundenbefragungen und den Messungen der Passantenfrequenz steht für die Umsetzung des Einzelhandelsentwicklungskonzepts ein umfangreiches strategisches Steuerungsinstrument (sog. Innenstadtmonitoring) zur Verfügung.
„Die Einbindung dieser Erkenntnisse in die Einzelhandelsstrategie und in die Arbeit der Innenstadtakteure ist ein zentraler Baustein für die positive Entwicklung einer attraktiven Innenstadt mit Strahlkraft in die ganze Region“, so Wirtschaftsreferentin Eva Weber.

Quelle: Stadt Augsburg