Eishockey | TSV Peißenberg beendet Füssener Siegesserie

Die Serie des EV Füssen ist gestoppt. Nach acht Siegen in Folge unterlagen die Schwarz-Gelben dem TSV Peißenberg mit 3:5 (1:2, 0:2, 2:1). Hatte dieser das Hinspiel noch eher glücklich gewonnen, so war der Erfolg diesmal klar verdient. Die Gäste verbesserten sich damit auf den vierten Tabellenplatz, Füssen bleibt Spitzenreiter mit nunmehr fünf Punkten Vorsprung auf Landsberg.


Ganz überraschend kam der Erfolg der Eishackler sicherlich nicht, denn bisher konnte der EVF gegen die erfahrene Mannschaft von Trainer Josef Staltmayr in der Bayernliga noch kein Spiel gewinnen. Das blieb auch im sechsten Aufeinandertreffen so, da der TSV sowohl in Unter- als auch in Überzahl eine Klasse stärker agierte, in entscheidenden Situationen immer einen Schritt voraus war, sich praktisch keinerlei Abwehrfehler erlaubte und zudem mit dem dreifachen Torschützen Manfred Eichberger und dem tschechischen Verteidiger Daniel Novak die beiden besten Spieler der Partie in seinen Reihen hatte.

Zwei Mannschaften, die hohes Tempo gehen können, eine Kulisse von über 1000 Zuschauern sowie ein von Anfang an um Spielleitung bemühter Schiedsrichter bildeten den Rahmen der dritten EVF-Heimniederlage in dieser Spielzeit. Die Gäste glänzten im ersten Abschnitt mit ihrer Chancenverwertung, und machten aus sehr wenigen Möglichkeiten zwei Treffer. Beide Male war Eichberger erfolgreich. Einmal agierte die Füssener Abwehr zu sorglos und weit vom Gegenspieler entfernt, beim zweiten Tor in Überzahl ließ sie sich durch einen einfachen Pass überlisten. Vorne hatte man Pech, als der Puck bei einer Bogenlampe nur auf die Torlatte fiel. Der EVF blieb durch den verdienten Anschlusstreffer von Maximilian Dropmann aber im Spiel, ein Tor, bei dem man schon ganz genau hinschauen musste.

War die Führung nach dem Anfangsdrittel noch etwas glücklich, so verdiente sich Peißenberg diese durch einen starken mittleren Abschnitt. Vor allem das Füssener Überzahlspiel hatte man voll im Griff, hatte hier nach Wechselfehlern sogar zwei Riesenchancen zum dritten Treffer. Diesen machte dann nach der Hälfte der Partie Eichberger mit seinem dritten Tor, ein Abpraller fiel ihm genau vor die Füße. Als fünf Minuten später Fritz Stögbauer in Überzahl eine starke Kombination zum 1:4 abschloss, war eine Vorentscheidung gefallen. Dazwischen verhinderte Torhüter Felix Barth mit einer Klasse-Aktion den fast schon sicher erscheinenden Anschlusstreffer, sicherlich eine Schlüsselszene im Spiel.

Ein schneller Anschlusstreffer wäre dem EVF auch in den letzten zwanzig Minuten noch sehr gelegen gekommen, und tatsächlich drängte man die Gäste gute acht Minuten lang in die Verteidigung. Zwei Strafzeiten brachten den Oberbayern aber Entlastung und eine doppelte Überzahl, die nichts einbrachte. Das 2:4 durch Marius Klein in der 52. Minute weckte nochmals Hoffnung beim heimischen Anhang, die aber nur eine Zeigerumdrehung später wieder Geschichte war. Nach einem Zusammenprall zweier Spieler meldete ein Linienrichter eine große Strafe, die folgende Auslosung fiel dann auf Maximilian Dropmann, der trotz aller Unschuldsbeteuerungen mit einer Spieldauerstrafe bedacht wurde. Weitere Strafzeiten sowie der nach einer Auszeit frühzeitig herausgenommene Torhüter Benedikt Hötzinger sorgten nochmals für Füssener Druck, ein Wechselfehler raubte aber die letzten Chancen auf einen möglichen Punktgewinn. Mit dem dritten Überzahltreffer durch Daniel Clairmont entschieden die Gäste die Partie endgültig für sich, der Anschlusstreffer durch Ron Newhook zehn Sekunden vor Spielende war nur noch Ergebniskosmetik.

Trainer Josef Staltmayr (Peißenberg): „Meine Mannschaft hat ein fast perfektes Auswärtsspiel abgeliefert. Wir haben die Kleinigkeiten richtig gemacht, jeder hat für jeden gekämpft, haben Schüsse geblockt und uns offensiv einige Chancen erspielt und Tore gemacht. Ich bin stolz auf die Mannschaft und das Spiel, das sie abgeliefert hat, und denke, dass der Sieg in Ordnung geht.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Ein verdienter Sieg von Peißenberg. Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen, waren immer einen Schritt zu langsam, haben die Kleinigkeiten nicht richtig gemacht, und das, was uns die letzten Spiele stark gemacht hat, hat heute nicht so gut funktioniert. Das Positive ist der Charakter der Mannschaft, wir haben bis zum Schuss alles versucht, mehrmals den Torhüter heraus genommen, aber es sollte nicht sein. Wir hatten heute auch oft Scheibenpech, aber so Tage gibt es. Glückwunsch an Peißenberg.“

Tore: 0:1 (7.) Eichberger (Höfler, Clairmont), 0:2 (17.) Eichberger (Malzatzki, Höfler/5-4), 1:2 (18.) Dropmann (Velebny), 1:3 (32.) Eichberger (Singer), 1:4 (35.) Stögbauer (Novak, Hörndl), 2:4 (52.) Klein (Krötz, Nadeau), 2:5 (58.) Clairmont (Eichberger, Hörndl/5-4), 3:5 (60.) Newhook (Vaitl, Wood). Strafminuten Füssen 14 plus 5 plus Spieldauer Dropmann-Peißenberg 12.

Zuschauer 1021

MiL