Elektrifizierter Tiefflieger | Das Tesla Model X im Presse Augsburg-Test

Mit dem Model X brachte Tesla im Jahr 2015 den ersten SUV der Oberklasse mit rein elektrischem Antrieb auf den Markt. Mit knapp 2.000 zugelassenen Fahrzeugen in Deutschland (Stand 2017) ist das Elektroauto in der Bundesrepublik bislang eher selten anzutreffen. Das könnte auch am Einstiegspreis von 92.230 Euro liegen. Presse Augsburg hat sich das Fahrzeug für Sie etwas genauer angesehen.

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Ein echter „Tiefflieger“ – der Tesla Model X | Foto Sebastian Pfister

Leistungsdaten eines Sportwagens

Bei einer Systemleistung von 422 PS und einem maximalen Drehmoment von 660 Newtonmetern sowie einer Beschleunigung von 0-100 km/h in 4,9 Sekunden denkt man nicht unbedingt an einen 5×2-Meter SUV mit einem Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen. Doch genau das sind die Leistungsdaten des von Presse Augsburg getesteten Tesla-Luxus-SUV Model X 100D.

Falcon Wings sorgen für Aufsehen auf jedem Parkplatz

Von außen besticht das Fahrzeug durch seine stromlinienförmige und cleane Karosserie. Die Frontscheibe geht direkt in die getönte Dachverglasung über, was ein angenehmes Licht und einen deutlich erweiterten Sichtbereich bringt. Vorne sorgt das ansprechende LED-Tagfahrlicht und der nahezu fehlender Kühlergrill für eine frische und futuristische Anmutung. Von hinten macht das bullige Heck und der Heckspoiler klar, dass man es hier nicht mit einem gewöhnlichen SUV zu tun hat.

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Größten Wiedererkennungswert hat das Model X durch seine sogenannten Falcon Wings, also Flügeltüren, die statt normalen Türen einen bequemen Einstieg auf die in zwei Reihen angeordneten Rücksitze bieten. Bei unseren Testfahrten wurden wir vielfach darauf angesprochen und zeigten immer wieder gerne das schon ein bisschen an ein Raumschiff erinnerndes Spektakel.

Die gesamte Verarbeitung der Karosserie ist durchaus solide, kommt aber bei näherer Betrachtung noch nicht an die Qualität deutscher Oberklassefahrzeuge heran.

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Die Falcon Wings begeistern Jung und Alt | Foto: Sebastian Pfister

Bei maximaler Ausstattung passen bis zu 7 Passagiere in das Model X (2-3-2). Das von uns getestete Modell war auf maximal 6 Passagiere ausgelegt (2-2-2). Durch das Umklappen der hinteren beiden Sitze wächst der Kofferraum auf eine stolze Größe von bis zu 2.493 Litern – und das völlig eben. Einem Getränke-Großeinkauf oder einen Ausflug mit zwei Kindern inkl. Kinderwagen und Gepäck steht hier nichts im Wege.

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Veganer Innenraum

Der Innenraum des Tesla Model X ist wertig verarbeitet und wirkt aufgrund der fast ausschließlichen Bedienung über den 17-Zoll-Touchscreen sehr aufgeräumt. Tesla ist wohl einer der ersten Hersteller, der aus Gründen der Nachhaltigkeit (hoher Wasser- und Chemieeinsatz beim Gerben von Leder) keine Echt-Ledersitze mehr im Model X anbietet. Zum Einsatz kommt hochwertiges und veganes Kunstleder, welches sich im Test sehr gut anfühlte. Lediglich das Lenkrad ist noch in Echtleder zu haben.

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15.000-fache Akkuleistung eines iPhones

Der verbaute Hochleistungsakku hat dabei eine Kapazität von 100 Kilowattstunden, das entspricht umgerechnet in etwa der Akkukapazität von rund 15.000 iPhone 8 und ist die dreifache Kapazität eines aktuellen VW E-Golf.

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Die schnellste Art des Ladens: Am Tesla Supercharger – hier in Schweitenkirchen an der A9 zwischen München und Inglolstadt | Foto: Sebastian Pfister

Voll aufgeladen werden kann dieser Akku an öffentlichen Ladesäulen in 6-8 Stunden, an den von Tesla in ganz Europa verteilten Superchargen Standorten (ca. 60 in Deutschland) lädt man den Akku in einer Stunde zu bis zu 80% wieder auf. So können auch große Strecken ohne lange Wartezeiten zurückgelegt werden. Nicht zu empfehlen ist eine sog. „Notladung“ an der heimischen Steckdose, denn die dauert satte 30 Stunden.

Reichweite: Theorie und Praxis

Die nach der NEFZ-Norm maximal mögliche Reichweite wird von Tesla mit 565 Kilometern angegeben. Dies haben wir in der Praxis leider nicht geschafft. Bei zurückhaltendem Gasfuß und maximal 120 km/h auf der Autobahn sind aber über 400 Kilometer drin – ein immer noch sehr guter Wert. Wer das Fahrzeug allerdings voll ausreizt (Top-Speed 250 km/h) kann sich aber auch schon nach unter 100 Kilometern eine neue Ladesäule suchen.

Fahrgefühl wie in einem ICE – nur viel besser

Das Fahrgefühl im Tesla Model X wird maßgeblich durch die beeindruckende Beschleunigungsleistung in allen Fahrsituationen bestimmt. Obwohl man sich in einem 2,5 Tonnen-SUV befindet fühlt man sich eher wie in einem ICE-Triebwagen ohne angehängte Waggons, der lautlos und ohne die kleinste Unterbrechung aus dem Stand das volle Drehmoment entwickelt. Durch das satte Eigengewicht liegt der Tesla wie ein Brett auf der Fahrbahn und so gleitet man wie auf Schienen über die Straße.

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Ein magischer Moment: Der Tesla fährt und lenkt von selbst | Foto: Sebastian Pfister

Noch beeindruckender wird das Ganze, wenn man den Lenkassistent aktiviert. Mühelos lenkt der Tesla jetzt eigenmächtig um die Kurven, hält Abstand zum Vordermann und erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das Steuer sollte man allerdings weiterhin in der Hand haben. Zum einen befindet sich das System noch in einer Testphase, zum anderen schaltet sich der Autopilot auch für die gesamte Fahrt von alleine wieder aus, wenn der Fahrer die Aufforderung zum Griff ans Lenkrad mehrmals ignoriert.

Fazit

Das Tesla Model X ist ohne Frage eines der besten Elektrofahrzeuge auf dem Markt. Wirkliche Schwachpunkte gibt es keine, lediglich bei der Verarbeitungsqualität sehen wir noch Luft nach oben. Mit einem Preis ab 92.230 Euro und je nach Ausstattung bis weit über 160.000 Euro ist es allerdings kein Fahrzeug für die Masse. Hier ruhen die Hoffnungen weiter auf dem Tesla Model 3, das voraussichtlich ab 2019 in Deutschland zu haben sein wird.

Bildergalerie: Das Tesla Model X im Presse Augsburg-Test | Fotos Sebastian Pfister