Nachdem mehrere Nichtregierungsorganisationen eine Großdemonstration während der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September angekündigt haben, will der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit seinen Kritikern ins Gespräch kommen. Der VDA als Organisator der Messe habe die Initiatoren der „Aussteigen“-Demonstration angeschrieben, zu denen Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) oder der Fahrradfahrerverband ADFC gehören: „Ich schlage Ihnen vor, dass wir im Angesicht der Herausforderungen auf dem Weg zu einer emissionsfreien Mobilität nicht nur übereinander, sondern auch miteinander sprechen“, schreibt VDA-Präsident Bernhard Mattes in dem Schreiben an die Bundesvorsitzenden oder Bundesgeschäftsführer der Verbände und Nichtregierungsorganisationen, über das die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstagsausgabe) berichtet. Dass Demonstrationen stattfinden, ist für die Autobranche eine Selbstverständlichkeit: Die Meinungs- und die Versammlungsfreiheit seien hohe Güter in Deutschland und gehörten ausdrücklich geschützt, heißt es vom VDA. Für den Verband gehe es deshalb um einen Meinungsaustausch.

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„Wir wollen sowohl mit den Initiatoren der Demonstration als auch mit der Gruppierung `Sand im Getriebe` in Kontakt kommen, um deren Sichtweise auf die Mobilität der Zukunft zu verstehen und sie zu diskutieren“, sagte Mattes der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Automobilindustrie stehe für „nachhaltige individuelle Mobilität“ und habe „selbst schon viele Ideen entwickelt, wie diese und Klimaschutz in Einklang gebracht werden“ könnten. Jetzt gehe es darum, „sie gemeinsam weiterzuentwickeln“, so der VDA-Präsident weiter.

Schon im Vorfeld der Messe will der VDA daher mit den Kritikern diskutieren und diesen Austausch auch während der IAA beibehalten. „Wenn diese Diskussionen fruchtbar und alle Beteiligten dazu bereit sind, können wir uns auch vorstellen, den Diskurs nach der Messe fortzusetzen“, sagte Mattes. Er habe dafür die volle Rückendeckung der VDA-Mitglieder. Mattes hofft, dass sein Gesprächsangebot angenommen wird, auch weil er Überschneidungen mit den Kritikern sieht.

„Wir haben eine große Schnittmenge, ob es nun um CO2-Reduzierung geht, um Luftreinhaltung, Sicherheit im Straßenverkehr oder das Vorhaben, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu senken. Vor allem haben wir ein wichtiges gemeinsames Ziel: für den Klimaschutz einzutreten“, so der VDA-Präsident. Ob es noch vor der Messe zu einem Gespräch zwischen Vertretern der Autobranche und den Initiatoren der Gegendemonstration kommt, ist offen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland bestätigte den Eingang des Angebots.

Es werde am Montag mit den anderen Initiatoren der „Aussteigen“-Demonstrationen diskutiert, sagte der stellvertretende BUND-Vorsitzende Ernst-Christoph Stolper der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Man wolle niemanden daran hindern, „vom Saulus zum Paulus zu werden. Allerdings hat der VDA sich bisher eher als Bremser einer Verkehrswende erwiesen“, so der stellvertretende BUND-Vorsitzende weiter. Wichtig sei zudem, dass ranghohe Vertreter der Branche an den Gesprächen teilnehmen.

Am Ende gelte aber ohnehin: „Worte sind gut, Taten sind besser“, sagte Stolper.