Eppelmann blickt mit gemischten Gefühlen auf DDR-Volkskammerwahl

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Rainer Eppelmann, blickt mit gemischten Gefühlen auf die Volkskammerwahl am Mittwoch vor 30 Jahren und die Zeit danach zurück. „Wir waren euphorisch“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochsausgaben). „Die Demokratie hat die Diktatur besiegt. Und alles schien auf einmal möglich zu sein. Wir konnten unsere Träume realisieren. Das war 40 Jahre lang nicht denkbar und ein ungeheurer Akt der Befreiung.“

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Eppelmann, der der ersten frei gewählten Volkskammer selbst angehörte und Minister für Abrüstung und Verteidigung wurde, fügte allerdings hinzu, die nach der Wahl eingeleitete deutsch-deutsche Vereinigung habe „auch etwas mit Abschied zu tun“ gehabt. „Und Abschiede tun immer ein bisschen weh. Wir hatten ja ein Leben in der DDR. Wir waren zum Teil glücklich. Das war alles in uns drin. Jetzt wussten wir: Alles wird völlig anders.“

Der 77-Jährige sagte überdies: „Politisch betrachtet war es so, dass sich im Westen fast nichts geändert hat. Das ist nach wie vor unsere größte Schwierigkeit. Wir müssen uns deshalb noch intensiver unsere Geschichten erzählen, um uns besser zu verständigen. Das ist unser Auftrag.“